Bauchschmerzen

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Bauchschmerzen

Bauchschmerzen –
Erste Hilfe bei Säuglingen und Kindern

 

Warum Bauchschmerzen entstehen

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Säuglings- und Kleinkindalter. Meist steckt eine harmlose Ursache dahinter. Das Verdauungssystem entwickelt sich in den ersten Lebensjahren noch weiter und reagiert besonders empfindlich auf Veränderungen.

Bei Säuglingen sind häufig verschluckte Luft, Dreimonatskoliken oder Verstopfung die Ursache. Bei älteren Kindern treten Bauchschmerzen oft im Rahmen von Magen-Darm-Infekten, Verstopfung oder nach ungewohnten Lebensmitteln auf. Auch Aufregung, Stress oder starke Gefühle können sich als Bauchschmerzen bemerkbar machen. In seltenen Fällen können jedoch auch ernsthafte Erkrankungen wie eine Blinddarmentzündung, ein Darmverschluss oder Verletzungen innerer Organe hinter den Beschwerden stecken.

 

Symptome richtig erkennen

Bauchschmerzen können sich ganz unterschiedlich äußern. Säuglinge ziehen häufig die Beine an, wirken unruhig, weinen schrill oder haben einen aufgeblähten Bauch. Manche trinken schlechter oder lassen sich kaum beruhigen.

Größere Kinder können oft bereits zeigen oder sagen, wo der Bauch wehtut. Bauchschmerzen können von Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung begleitet werden.

Nicht die Stärke der Bauchschmerzen allein entscheidet darüber, wie gefährlich die Situation ist. Viel wichtiger ist der Allgemeinzustand deines Kindes. Wirkt dein Kind blass oder grau, kaltschweißig, ungewöhnlich schläfrig, teilnahmslos oder deutlich beeinträchtigt, sollte es immer sofort ärztlich untersucht werden.

 

Erste Hilfe

Bleibe ruhig und beobachte dein Kind aufmerksam. Körperliche Nähe und Ruhe helfen vielen Kindern bereits, sich zu entspannen.

Bei Säuglingen kann der Fliegergriff Blähungen erleichtern. Auch eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn sowie angenehme Wärme, beispielsweise mit einem handwarmen Kirschkernkissen, können die Beschwerden lindern.

Biete deinem Kind regelmäßig kleine Mengen Flüssigkeit an. Muss dein Kind erbrechen oder hat Durchfall, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig. Zwinge dein Kind nicht zum Essen. Sobald der Appetit zurückkehrt, eignen sich leicht verdauliche Lebensmittel.

Bei starken oder unklaren Bauchschmerzen solltest du keine Schmerzmittel geben, bevor dein Kind ärztlich untersucht wurde. Sie können wichtige Symptome verschleiern und die Diagnose erschweren.

 

Wann dein Kind zum Kinderarzt sollte

Eine kinderärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn die Bauchschmerzen über mehrere Stunden anhalten oder immer wieder auftreten. Auch Fieber, wiederholtes Erbrechen, Durchfall über mehrere Tage, eine Trinkverweigerung oder anhaltende Verstopfung sollten ärztlich abgeklärt werden.

Schmerzen im rechten Unterbauch, Schmerzen beim Gehen, Hüpfen oder Erschütterungen sowie zunehmende Beschwerden können auf eine Blinddarmentzündung hinweisen und sollten noch am selben Tag untersucht werden.

 

Wann sofort der Rettungsdienst erforderlich ist

Rufe sofort den Rettungsdienst unter 112, wenn dein Kind plötzlich stärkste Bauchschmerzen entwickelt und gleichzeitig deutlich krank wirkt. Entscheidend ist nicht nur die Schmerzstärke, sondern vor allem der Allgemeinzustand.

Alarmzeichen sind eine blasse oder graue Hautfarbe, kalter Schweiß, schnelle oder flache Atmung, Teilnahmslosigkeit, ungewöhnliche Schläfrigkeit oder wenn dein Kind kaum noch reagiert. Auch anhaltendes schrilles Schreien bei Säuglingen oder starke Schmerzen, bei denen sich dein Kind überhaupt nicht beruhigen lässt, sind Warnzeichen.

Ein harter, gespannter oder stark druckschmerzhafter Bauch, starke Schmerzen bei jeder Bewegung oder Erschütterung oder wenn dein Kind jede Bewegung vermeidet und die Beine anzieht, können auf einen akuten Notfall im Bauchraum hinweisen.

Rufe ebenfalls sofort den Rettungsdienst, wenn dein Kind grün (gallig) erbricht, Blut erbricht oder Blut im Stuhl hat. Auch ein stark aufgeblähter Bauch mit wiederholtem Erbrechen oder wenn weder Stuhl noch Winde abgehen, kann auf einen Darmverschluss hinweisen und muss sofort behandelt werden.

Besondere Vorsicht ist nach einem Sturz mit dem Fahrrad-, Roller- oder Laufradlenker in den Bauch, nach einem kräftigen Tritt oder Schlag gegen den Bauch oder anderen stärkeren Bauchverletzungen erforderlich. Entwickelt dein Kind danach Bauchschmerzen, wird blass, verschwitzt, schlapp oder nehmen die Schmerzen zu, können innere Organe verletzt oder innere Blutungen entstanden sein. Diese Beschwerden können sich auch erst Stunden oder Tage nach dem Unfall entwickeln und müssen sofort ärztlich abgeklärt werden.

Vertraue immer auch deinem Bauchgefühl. Hast du den Eindruck, dass dein Kind ungewöhnlich schwer krank wirkt oder sich sein Zustand rasch verschlechtert, solltest du lieber einmal zu früh als einmal zu spät den Rettungsdienst verständigen.

 

Bauchschmerzen vorbeugen

Nicht alle Bauchschmerzen lassen sich vermeiden. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßiges Trinken können Verstopfung vorbeugen. Nimm dir Zeit für ruhige Mahlzeiten und achte darauf, dass dein Kind langsam isst und gründlich kaut. Bei Säuglingen hilft häufiges Bäuerchenmachen nach dem Trinken, verschluckte Luft zu reduzieren. Die meisten Bauchschmerzen sind harmlos und verschwinden innerhalb kurzer Zeit wieder. Mit deiner Ruhe und Aufmerksamkeit gibst du deinem Kind die Sicherheit, die es jetzt am meisten braucht.

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