Warum Insektenstiche Beschwerden verursachen
Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen stechen meist nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Mit dem Stich gelangt Insektengift in die Haut und löst eine örtliche Entzündungsreaktion aus. Bei Säuglingen und Kindern können Rötung und Schwellung stärker ausfallen als bei Erwachsenen, ohne dass dies gleich eine Allergie bedeutet.
Die meisten Insektenstiche sind harmlos und heilen innerhalb weniger Tage ab. Gefährlich werden können jedoch Stiche im Mund- und Rachenraum oder eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie).
Symptome richtig erkennen
Typische Beschwerden sind Schmerzen, Rötung, Schwellung und Juckreiz an der Einstichstelle. Die Schwellung kann sich in den ersten 24 bis 48 Stunden noch vergrößern und anschließend langsam zurückgehen.
Alarmzeichen sind Atemnot, Husten, Heiserkeit, pfeifende Atmung, Schluckbeschwerden oder Schwellungen von Lippen, Zunge oder Rachen. Auch großflächige Quaddeln am ganzen Körper, wiederholtes Erbrechen, Blässe, kalter Schweiß, zunehmende Müdigkeit oder Bewusstseinsstörungen können auf eine schwere allergische Reaktion hinweisen.
Erste Hilfe
Bleibe ruhig und beruhige dein Kind.
Hat eine Biene gestochen, entferne den Stachel möglichst rasch. Streiche ihn vorsichtig mit dem Fingernagel oder einer festen Karte aus der Haut oder entferne ihn mit einer Pinzette. Wichtig ist, den Stachel schnell zu entfernen – die genaue Methode ist dabei weniger entscheidend.
Kühle die Einstichstelle 10 bis 20 Minuten mit einem feuchten, kühlen Tuch oder einem Kühlpack, das in ein Tuch eingewickelt ist. Lege Eis niemals direkt auf die Haut.
Lasse dein Kind möglichst nicht an der Einstichstelle kratzen, da dadurch Infektionen entstehen können.
Befindet sich der Stich im Mund oder Rachen, lasse dein Kind – sofern es sicher schlucken kann – kleine Schlucke kaltes Wasser trinken oder etwas Kaltes wie Wassereis zu sich nehmen. Dadurch kann die Schwellung vorübergehend gelindert werden. Rufe gleichzeitig sofort den Rettungsdienst unter 112, da die Atemwege schnell zuschwellen können.
Hat dein Kind aufgrund einer bekannten Insektengiftallergie ein ärztlich verordnetes Notfallmedikament, verabreiche es genau nach der individuellen Dosierung. Dazu gehören je nach Allergie ein Antihistaminikum, ein Kortisonpräparat und bei schweren allergischen Reaktionen ein Adrenalin-Autoinjektor.
Wann dein Kind zum Kinderarzt sollte
Eine kinderärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn die Schwellung außergewöhnlich groß wird, sich nach mehreren Tagen weiter ausbreitet oder die Einstichstelle stark gerötet, überwärmt oder eitrig ist. Auch anhaltende starke Schmerzen oder der Verdacht auf eine Infektion sollten ärztlich abgeklärt werden.
Nach einer erstmaligen stärkeren allergischen Reaktion sollte dein Kind ebenfalls kinderärztlich beziehungsweise allergologisch untersucht werden.
Wann sofort der Rettungsdienst erforderlich ist
Rufe sofort den Rettungsdienst unter 112, wenn dein Kind im Mund oder Rachen gestochen wurde oder Atemnot, Husten, Heiserkeit, pfeifende Atmung oder Schluckbeschwerden entwickelt.
Auch Schwellungen von Lippen, Zunge oder Rachen, großflächige Quaddeln am ganzen Körper, wiederholtes Erbrechen, Blässe, kalter Schweiß, zunehmende Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit oder Bewusstseinsstörungen sind Warnzeichen einer Anaphylaxie und müssen sofort behandelt werden.
Hat dein Kind einen Adrenalin-Autoinjektor erhalten, rufe nach der Anwendung immer den Rettungsdienst, auch wenn sich die Beschwerden zunächst bessern.
Beginne bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sofort mit der Wiederbelebung und folge den telefonischen Anweisungen der Rettungsleitstelle.
Insektenstichen vorbeugen
Lasse dein Kind im Freien möglichst nicht barfuß laufen und decke süße Speisen und Getränke ab. Hektische Bewegungen in der Nähe von Wespen oder Bienen erhöhen das Stichrisiko. Verwende im Sommer möglichst helle Kleidung und achte darauf, dass dein Kind nicht aus undurchsichtigen Getränkedosen oder Flaschen trinkt, in denen sich Insekten befinden könnten. Ist eine Insektengiftallergie bekannt, sollte das Notfallmedikament immer griffbereit sein.