Asthma bronchiale bei Erwachsenen
Wenn die Atemwege plötzlich eng werden
Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Die Bronchien reagieren dabei überempfindlich auf bestimmte Reize und können sich plötzlich verengen. Gleichzeitig schwillt die Schleimhaut an und bildet vermehrt Schleim. Die Folge sind Atemnot, Husten und pfeifende Atemgeräusche.
In Deutschland gehört Asthma zu den häufigsten Atemwegserkrankungen.
Ein Asthmaanfall kann sich innerhalb weniger Minuten entwickeln. Mit einer schnellen und richtigen Behandlung lassen sich die Beschwerden meist gut kontrollieren. Ein schwerer Asthmaanfall kann jedoch lebensbedrohlich werden und erfordert sofortige medizinische Hilfe.
Was passiert im Körper?
Bei Asthma sind die Bronchien dauerhaft entzündlich verändert und besonders empfindlich. Treffen Auslöser wie Allergene, Infekte oder körperliche Belastung auf die Atemwege, ziehen sich die Muskeln der Bronchien zusammen. Gleichzeitig schwillt die Schleimhaut an und produziert zähen Schleim.
Dadurch werden die Atemwege enger. Vor allem das Ausatmen fällt schwer, Luft bleibt in der Lunge eingeschlossen und es entsteht das Gefühl, nicht ausreichend Luft zu bekommen.
Häufige Ursachen
Ein Asthmaanfall kann ausgelöst werden durch:
- Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare,
- Atemwegsinfektionen,
- körperliche Anstrengung,
- kalte Luft,
- Zigarettenrauch,
- Luftschadstoffe oder starke Gerüche,
- Stress oder starke emotionale Belastung,
- bestimmte Medikamente, beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS) oder Betablocker bei empfindlichen Personen.
Symptome
Typische Beschwerden sind:
- Atemnot,
- pfeifende oder giemende Atemgeräusche besonders bei der Ausatmung,
- Engegefühl in der Brust,
- Husten, insbesondere nachts oder morgens,
- verlängertes Ausatmen,
- beschleunigte Atmung,
- Schwierigkeiten, ganze Sätze zu sprechen.
Warnzeichen eines schweren Asthmaanfalls sind:
- zunehmende Atemnot trotz Notfallspray,
- kaum hörbare Atemgeräusche (“stumme Lunge”),
- bläuliche Lippen oder Finger,
- starke Erschöpfung,
- Verwirrtheit,
- Bewusstseinsstörungen.
Erste Hilfe
-
- Bewahre Ruhe und beruhige die betroffene Person. Angst verstärkt die Atemnot häufig zusätzlich.
- Hilf der betroffenen Person eine atemerleichternde Haltung einzunehmen. Viele Betroffene empfinden den Kutschersitz oder das Abstützen der Arme auf einem Tisch oder einer Stuhllehne als angenehm.
- Lockere einengende Kleidung.
- Unterstütze die betroffene Person dabei, ihr verordnetes Asthma-Notfallspray (meist ein schnell wirksames bronchienerweiterndes Spray wie Salbutamol) anzuwenden. Die Anwendung sollte entsprechend dem persönlichen Asthma-Notfallplan und der ärztlichen Verordnung erfolgen.
- Bleibe bei der Person und beobachte Atmung und Bewusstsein.
- Bessern sich die Beschwerden nicht rasch oder verschlechtern sie sich, muss sofort der Rettungsdienst verständigt werden.
- Ist die betroffene Person bewusstlos, atmet aber normal, bringe sie in die stabile Seitenlage.
- Atmet sie nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung.
Häufige Fehler
- Ein häufiger Fehler ist es, die betroffene Person flach hinzulegen. Meist fällt das Atmen im Sitzen deutlich leichter.
- Lasse die Person nicht allein und dränge sie nicht zu körperlicher Anstrengung.
- Verzögere den Notruf nicht, wenn sich die Atemnot trotz Notfallspray nicht rasch bessert.
Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?
Wähle sofort den Notruf 112, wenn:
- die Atemnot rasch zunimmt,
- das Notfallspray keine oder nur eine geringe Wirkung zeigt,
- die betroffene Person kaum noch sprechen kann,
- Lippen oder Finger blau anlaufen,
- eine „stumme Lunge“ mit kaum hörbaren Atemgeräuschen besteht,
- Bewusstseinsstörungen auftreten,
- die betroffene Person nicht normal atmet.
Wann sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen?
Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn:
- erstmals Asthmabeschwerden auftreten,
- Asthmaanfälle häufiger oder schwerer werden,
- das Notfallspray zunehmend häufiger benötigt wird,
- Beschwerden trotz der verordneten Medikamente bestehen,
- nach jedem schweren Asthmaanfall.
Was passiert im Krankenhaus?
Im Krankenhaus werden Sauerstoffsättigung, Atmung und Kreislauf überwacht. Die Behandlung umfasst meist die wiederholte Inhalation bronchienerweiternder Medikamente sowie Kortison zur Abschwächung der Entzündung. Bei Bedarf werden zusätzlich Sauerstoff und weitere Medikamente verabreicht. Schwere Asthmaanfälle erfordern eine intensivmedizinische Überwachung und in seltenen Fällen eine Beatmung.
Merke
- Ein Asthmaanfall entsteht durch eine plötzliche Verengung der Atemwege.
- Atemnot, pfeifende Atmung und Engegefühl in der Brust sind typische Symptome.
- Unterstütze die betroffene Person bei einer atemerleichternden Sitzposition und der Anwendung des verordneten Notfallsprays.
- Verschlechtert sich die Atemnot oder wirkt das Notfallspray nicht ausreichend, muss sofort medizinische Hilfe angefordert werden.
- Bei schwerer Atemnot, blauen Lippen oder Bewusstseinsstörungen gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.