Stromschlag / Stromunfall

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Stromschlag / Stromunfall

Stromunfall bei Erwachsenen

 

Wenn elektrischer Strom lebensgefährlich wird

Stromunfälle können im Haushalt, bei Heimwerkerarbeiten oder im Betrieb auftreten. Schon geringer Strom kann Herzrhythmusstörungen, Muskelkrämpfe oder Verbrennungen verursachen. Hochspannungsunfälle können innerhalb von Sekunden zu schwersten inneren Verletzungen, Herzstillstand oder tödlichen Verbrennungen führen.

Entscheidend ist dabei: Eigenschutz hat immer Vorrang. Solange die Stromquelle nicht sicher ausgeschaltet ist, darf die betroffene Person nicht berührt werden.

 

Was passiert im Körper?

Fließt elektrischer Strom durch den Körper, kann er Nerven, Muskeln, Herz und innere Organe schädigen. Der Stromweg entscheidet darüber, welche Organe betroffen sind. Fließt der Strom beispielsweise von einer Hand zur anderen oder von der Hand zum Fuß, kann das Herz im Stromkreis liegen und lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen entwickeln.

Neben sichtbaren Verbrennungen entstehen häufig tiefe Gewebeschäden, die äußerlich zunächst kaum erkennbar sind.

 

Häufige Ursachen

Stromunfälle entstehen häufig durch:

  • defekte Elektrogeräte,
  • beschädigte Stromkabel,
  • Arbeiten an elektrischen Anlagen,
  • Heimwerkerarbeiten,
  • fehlende Sicherheitsmaßnahmen,
  • Stromleitungen im Freien,
  • Hochspannungsanlagen im Betrieb,
  • Freileitungen oder Oberleitungen.

 

Symptome

Je nach Stromstärke können auftreten:

  • Schmerzen,
  • Verbrennungen,
  • Ein- und Austrittsstellen des Stroms,
  • Muskelkrämpfe,
  • Herzrasen oder Herzstolpern,
  • Atemnot,
  • Bewusstlosigkeit,
  • Krampfanfälle,
  • Herz-Kreislauf-Stillstand.

 

Nach Hochspannungsunfällen können zusätzlich schwere Verbrennungen, Knochenbrüche durch Muskelkrämpfe oder innere Organverletzungen auftreten.

 

Erste Hilfe

Niederspannung (z. B. Haushaltsstrom mit 230 Volt)

  • Unterbrich zunächst die Stromzufuhr, indem du den Stecker ziehst oder die Sicherung ausschaltest.
  • Ist dies nicht möglich, trenne die betroffene Person mit einem trockenen, nicht leitenden Gegenstand (z. B. einem Holzbesenstiel oder Kunststoffgegenstand) von der Stromquelle. Berühre sie dabei niemals direkt.

Kontrolliere anschließend Bewusstsein und Atmung.

    • Atmet die Person normal, versorge sichtbare Verbrennungen steril und beruhige sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.
    • Atmet sie nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung und lasse möglichst einen AED holen.

 

Hochspannung (z. B. Betriebe, Bahnanlagen, Freileitungen)

  • Betritt den Gefahrenbereich niemals selbst.
  • Bereits eine Annäherung kann durch einen sogenannten Lichtbogen lebensgefährlich sein – auch ohne direkten Kontakt mit der Leitung.
  • Halte einen großen Sicherheitsabstand ein und warte, bis die Anlage durch Fachpersonal abgeschaltet und ausdrücklich freigegeben wurde.
  • Wähle sofort den Notruf 112 und informiere über einen Hochspannungsunfall.
  • Erst wenn der Bereich offiziell als spannungsfrei bestätigt wurde, darf Erste Hilfe geleistet werden.

 

Häufige Fehler

  • Berühre niemals eine Person, solange sie noch unter Strom stehen könnte.
  • Betritt bei Hochspannungsanlagen oder gerissenen Freileitungen niemals den Gefahrenbereich.
  • Unterschätze Stromverletzungen nicht. Auch wenn die betroffene Person zunächst beschwerdefrei erscheint, können lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen noch Stunden oder Tage nach dem Unfall auftreten.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Nach jedem Stromunfall sollte der Rettungsdienst verständigt werden.

Dies gilt insbesondere bei:

  • Bewusstlosigkeit,
  • Atemnot,
  • Herzbeschwerden,
  • Verbrennungen,
  • Hochspannungsunfällen,
  • Stromdurchgang durch den Brustkorb,
  • Schwangerschaft,
  • Stürzen infolge des Stromschlags,
  • anhaltenden Schmerzen oder Muskelkrämpfen.

 

Wann sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen?

Nach jedem Stromunfall ist eine ärztliche Untersuchung empfehlenswert, auch wenn zunächst keine Beschwerden bestehen. Häufig werden ein EKG und – je nach Unfallhergang – Blutuntersuchungen durchgeführt, um Herz- oder Muskelschäden auszuschließen.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus werden Herzrhythmus, Blutdruck und Sauerstoffversorgung überwacht. Je nach Unfall erfolgen ein EKG, Blutuntersuchungen sowie die Behandlung von Verbrennungen. Bei Hochspannungsverletzungen werden zusätzlich tiefe Gewebeschäden, Muskelverletzungen, Knochenbrüche und Nierenschäden ausgeschlossen. Schwere Verbrennungen oder Herzrhythmusstörungen erfordern häufig eine intensivmedizinische Behandlung.

 

Merke

  • Eigenschutz hat bei jedem Stromunfall oberste Priorität.
  • Bei Niederspannung zuerst die Stromquelle ausschalten, bevor du die betroffene Person berührst.
  • Bei Hochspannung oder Oberleitungen niemals den Gefahrenbereich betreten – Lebensgefahr durch Lichtbogen!
  • Auch äußerlich kleine Stromverletzungen können schwere innere Schäden verursachen.
  • Nach jedem Stromunfall sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Bei Bewusstlosigkeit, Atemstillstand, Hochspannung oder schweren Verbrennungen gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.

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