Bauchschmerzen

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Bauchschmerzen

Bauchschmerzen bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei Bauchschmerzen – und warum Bauchschmerzen nach einem Sturz besonders ernst genommen werden müssen

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Schul- und Jugendalter. Meist steckt eine harmlose Ursache dahinter, beispielsweise ein Magen-Darm-Infekt, Verstopfung oder vorübergehende Verdauungsbeschwerden. Manchmal können Bauchschmerzen jedoch auf eine ernsthafte Erkrankung oder eine innere Verletzung hinweisen. Besonders nach einem Sturz auf den Bauch – etwa auf den Lenker eines Fahrrads oder Rollers – ist Vorsicht geboten.

Gerade sogenannte Lenkerverletzungen wirken von außen oft harmlos. Tatsächlich können sie schwere Verletzungen innerer Organe verursachen, obwohl zunächst nur geringe Schmerzen oder ein kleiner Bluterguss sichtbar sind. Deshalb sollte jede Bauchverletzung nach einem Sturz aufmerksam beobachtet werden.

 

Was passiert im Körper?

Im Bauchraum liegen lebenswichtige Organe wie Leber, Milz, Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Nieren und Harnblase. Sie sind zwar teilweise durch Rippen und Bauchmuskulatur geschützt, können bei einem heftigen Aufprall jedoch verletzt werden.

Ein direkter Schlag – beispielsweise durch den Lenker eines Fahrrads oder Rollers – wirkt auf eine sehr kleine Fläche. Dadurch entsteht ein hoher Druck, der Organe quetschen oder einreißen kann. Besonders gefährdet sind die Milz, die Leber und die Bauchspeicheldrüse. Solche Verletzungen können zu inneren Blutungen oder zum Austritt von Verdauungssäften führen und sind nicht immer sofort erkennbar.

Auch ohne Unfall können Bauchschmerzen zahlreiche Ursachen haben. Dazu gehören Infektionen, Verstopfung, Blinddarmentzündung, Harnwegsinfektionen oder – bei Jugendlichen – gynäkologische Erkrankungen.

 

Häufige Ursachen

Bauchschmerzen entstehen häufig durch:

  • Magen-Darm-Infekte
  • Verstopfung
  • Blähungen
  • Blinddarmentzündung
  • Harnwegsinfektionen
  • Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Menstruationsbeschwerden
  • Stress oder starke emotionale Belastung

 

Nach einem Unfall können Bauchschmerzen auf Folgendes hinweisen:

  • Prellung der Bauchwand
  • Verletzung von Leber oder Milz
  • Verletzung der Bauchspeicheldrüse
  • Darmverletzung
  • innere Blutungen

 

So erkennst du gefährliche Bauchschmerzen

Harmlose Bauchschmerzen bessern sich häufig innerhalb kurzer Zeit und das Kind wirkt insgesamt munter.

Warnzeichen sind hingegen:

  • starke oder zunehmende Schmerzen
  • Schmerzen nach einem Sturz oder Schlag auf den Bauch
  • sichtbarer Abdruck des Fahrrad- oder Rollerlenkers (“Lenkerzeichen”)
  • gespannte oder harte Bauchdecke
  • wiederholtes Erbrechen
  • Blut im Erbrochenen, Urin oder Stuhl
  • blasse, kaltschweißige Haut
  • Schwindel oder Kreislaufprobleme
  • zunehmende Müdigkeit oder Benommenheit
  • Schmerzen in der linken Schulter (Hinweis auf eine mögliche Milzverletzung)
  • Schmerzen in der rechten Schulter (möglicher Hinweis auf eine Leberverletzung)

 

Besonders wichtig: Nach einer Lenkerverletzung können sich Beschwerden erst Stunden nach dem Unfall entwickeln. Deshalb sollte ein Kind nach einem solchen Unfall auch bei zunächst geringen Beschwerden ärztlich untersucht werden.

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Bleibe ruhig und frage dein Kind genau nach dem Unfallhergang und den Beschwerden.
    • Lass dein Kind eine Position einnehmen, die die Schmerzen möglichst lindert. Viele Kinder ziehen dabei die Beine leicht an.
    • Hat dein Kind einen Schlag auf den Bauch erhalten, sollte es körperlich ruhig bleiben. Verzichte auf Sport oder Toben.
    • Gib zunächst keine größeren Mengen zu essen oder zu trinken, bis eine ernsthafte Verletzung ausgeschlossen wurde.
    • Beobachte dein Kind aufmerksam. Werden die Schmerzen stärker oder treten Warnzeichen auf, suche sofort ärztliche Hilfe.
    • Bei Verdacht auf eine innere Verletzung sollte dein Kind möglichst nicht selbst laufen oder Fahrrad fahren.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler ist es, einen Sturz auf den Bauch als harmlose Prellung abzutun. Gerade nach einem Aufprall auf einen Fahrrad- oder Rollerlenker können schwere Organverletzungen zunächst unauffällig verlaufen.
  • Auch Schmerzmittel sollten nicht vorschnell gegeben werden, da sie wichtige Warnzeichen verschleiern können.
  • Wärmeflaschen oder Heizkissen sind nach einer Bauchverletzung ungeeignet und sollten erst verwendet werden, wenn eine ernsthafte Ursache sicher ausgeschlossen wurde.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn dein Kind:

  • nach einem Bauchtrauma starke Schmerzen hat,
  • bewusstseinsgestört oder bewusstlos ist,
  • blass, kaltschweißig oder kreislaufinstabil wirkt,
  • eine harte, gespannte Bauchdecke entwickelt,
  • Blut erbricht oder Blut im Stuhl oder Urin hat,
  • wiederholt erbricht,
  • Anzeichen eines Schocks zeigt,
  • starke Schmerzen nach einer Lenkerverletzung entwickelt.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist erforderlich:

  • bei Bauchschmerzen nach jedem stärkeren Schlag oder Sturz auf den Bauch,
  • nach einer Verletzung durch einen Fahrrad- oder Rollerlenker,
  • bei anhaltenden oder zunehmenden Bauchschmerzen,
  • bei Verdacht auf eine Blinddarmentzündung,
  • bei wiederholtem Erbrechen,
  • bei Fieber zusammen mit starken Bauchschmerzen,
  • wenn die Ursache unklar ist.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Zunächst werden Kreislauf, Blutdruck und der Bauch untersucht. Die Ärztinnen und Ärzte achten besonders auf Druckschmerzen, eine gespannte Bauchdecke und Hinweise auf innere Blutungen.

Je nach Unfallhergang können eine Ultraschalluntersuchung (FAST-Sonografie), Blutuntersuchungen oder – bei Verdacht auf schwere Organverletzungen – eine Computertomographie (CT) erforderlich sein. Viele Bauchprellungen können konservativ behandelt werden. Innere Blutungen oder Organverletzungen müssen jedoch manchmal operativ versorgt werden.

 

Merke

  • Die meisten Bauchschmerzen sind harmlos – nach einem Unfall gelten jedoch andere Regeln.
  • Ein Schlag durch einen Fahrrad- oder Rollerlenker kann trotz unauffälliger Haut schwere innere Verletzungen verursachen.
  • Beschwerden können sich erst Stunden nach dem Unfall entwickeln.
  • Gib nach einer Bauchverletzung zunächst keine größeren Mahlzeiten und beobachte dein Kind sorgfältig.
  • Starke Schmerzen, Schockzeichen, eine harte Bauchdecke oder Beschwerden nach einer Lenkerverletzung gehören sofort ärztlich abgeklärt – im Zweifel über den Notruf 112.

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