Menstruationsbeschwerden

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Menstruationsbeschwerden

Menstruationsbeschwerden bei Mädchen und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei Regelschmerzen und Menstruationsbeschwerden

Für viele Mädchen und Jugendliche beginnt die Menstruation zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr. Während manche ihre Periode kaum bemerken, leiden andere unter starken Unterbauchschmerzen, Übelkeit oder Kreislaufbeschwerden. In den meisten Fällen sind diese Beschwerden harmlos und lassen sich gut behandeln. Manchmal können jedoch ungewöhnlich starke Schmerzen oder Blutungen auf eine Erkrankung hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wichtig ist, Beschwerden ernst zu nehmen und gleichzeitig zu wissen, welche Maßnahmen helfen und wann ärztliche Hilfe erforderlich ist.

 

Was passiert im Körper?

Während der Menstruation stößt die Gebärmutter ihre Schleimhaut ab. Dazu zieht sich die Gebärmutter immer wieder zusammen. Diese Kontraktionen werden durch körpereigene Botenstoffe, sogenannte Prostaglandine, ausgelöst. Sie sind die Hauptursache für die typischen Regelschmerzen.

Je mehr Prostaglandine gebildet werden, desto stärker können die Schmerzen sein. Manche Mädchen leiden zusätzlich unter Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen.

 

Häufige Beschwerden

Typische Menstruationsbeschwerden sind:

  • krampfartige Schmerzen im Unterbauch,
  • ziehende Schmerzen im Rücken,
  • Müdigkeit,
  • Übelkeit,
  • Kopfschmerzen,
  • leichter Schwindel,
  • Durchfall oder weicher Stuhl,
  • Stimmungsschwankungen.

 

Diese Beschwerden beginnen häufig kurz vor oder mit Einsetzen der Blutung und bessern sich nach ein bis drei Tagen.

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Beruhige dein Kind und erkläre, dass Regelschmerzen häufig auftreten und in den meisten Fällen harmlos sind.
    • Wärme, beispielsweise durch eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf dem Unterbauch, wird von vielen Mädchen als angenehm empfunden.
    • Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder sanfte Dehnübungen kann die Beschwerden ebenfalls lindern. Absolute Bettruhe ist meist nicht notwendig.
    • Achte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Mahlzeiten.
    • Sind die Schmerzen stärker, können nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt beziehungsweise entsprechend der Packungsbeilage geeignete Schmerzmittel eingesetzt werden. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen gelten als Mittel der ersten Wahl, da sie die Bildung von Prostaglandinen hemmen und damit die Ursache der Schmerzen behandeln. Sie wirken am besten, wenn sie möglichst früh nach Beginn der Beschwerden eingenommen werden. NSAR sollten jedoch nicht angewendet werden, wenn medizinische Gegenanzeigen bestehen, etwa bestimmte Magen-, Nieren- oder Blutgerinnungsstörungen.

 

Wann sind Regelschmerzen nicht mehr normal?

Eine ärztliche Untersuchung sollte erfolgen, wenn:

  • die Schmerzen plötzlich sehr stark sind,
  • Schmerzmittel kaum helfen,
  • die Beschwerden zu Schulfehlzeiten oder erheblichen Einschränkungen führen,
  • die Schmerzen erst Monate oder Jahre nach den ersten Regelblutungen neu auftreten,
  • Fieber, übel riechender Ausfluss oder starke Schmerzen beim Wasserlassen hinzukommen.

 

In solchen Fällen können beispielsweise Endometriose, Entzündungen oder andere gynäkologische Erkrankungen die Ursache sein.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler ist es, starke Menstruationsschmerzen als „normal“ abzutun. Zwar sind Regelschmerzen häufig, sie sollten jedoch nicht dazu führen, dass Mädchen regelmäßig den Schulbesuch oder ihre Freizeitaktivitäten aufgeben müssen.
  • Ebenso sollten Schmerzmittel nicht deutlich höher dosiert oder häufiger eingenommen werden als empfohlen.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • dein Kind bewusstlos wird,
  • starke Kreislaufprobleme oder Schockzeichen auftreten,
  • plötzlich stärkste Unterbauchschmerzen mit blasser, kalter Haut und Kreislaufversagen bestehen,
  • gleichzeitig starke Blutungen auftreten und dein Kind sehr schwach oder benommen wirkt.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine zeitnahe ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:

  • sehr starken oder wiederkehrenden Regelschmerzen,
  • ungewöhnlich starken oder sehr langen Blutungen,
  • Blutungen zwischen den Regelblutungen,
  • erstmalig sehr starken Beschwerden,
  • Verdacht auf Endometriose,
  • anhaltender Übelkeit oder Erbrechen,
  • Fieber oder übel riechendem Ausfluss.

 

Was passiert in der Arztpraxis?

Die Ärztin oder der Arzt fragt nach dem Zeitpunkt der Beschwerden, der Stärke der Blutung und weiteren Symptomen. Je nach Alter und Beschwerden kann eine körperliche Untersuchung oder eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. Ziel ist es, harmlose Regelschmerzen von behandlungsbedürftigen Erkrankungen zu unterscheiden. Bei Bedarf werden geeignete Schmerzmittel oder weitere Behandlungsmöglichkeiten empfohlen.

 

Merke

  • Leichte bis mäßige Regelschmerzen sind häufig und meist harmlos.
  • Wärme, Bewegung und ausreichend Flüssigkeit können die Beschwerden lindern.
  • Ibuprofen oder andere geeignete NSAR sind bei stärkeren Schmerzen häufig die wirksamsten Medikamente, sofern keine Gegenanzeigen bestehen.
  • Sehr starke Schmerzen oder ungewöhnlich starke Blutungen sollten ärztlich abgeklärt werden.
  • Bei Bewusstlosigkeit, Schockzeichen oder plötzlich stärksten Unterbauchschmerzen gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.

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