Ertrinken

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Ertrinken

Ertrinken bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei einem Ertrinkungsunfall

Ertrinken gehört weltweit zu den häufigsten unfallbedingten Todesursachen bei Kindern und Jugendlichen. Ein Ertrinkungsunfall verläuft oft nahezu lautlos. Anders als in Filmen rufen Betroffene und erst recht Kinder meist nicht um Hilfe oder schlagen auffällig mit den Armen. Schon wenige Minuten ohne ausreichende Sauerstoffversorgung können zu schweren Hirnschäden führen. Deshalb sind schnelles Erkennen, eine sichere Rettung und sofortige Erste Hilfe entscheidend.

 

Was passiert beim Ertrinken?

Beim Ertrinken gelangt Wasser in die Atemwege oder verhindert durch einen reflektorischen Verschluss des Kehlkopfes (Laryngospasmus) die Atmung. In beiden Fällen erhält der Körper nicht mehr ausreichend Sauerstoff. Besonders das Gehirn reagiert sehr empfindlich auf Sauerstoffmangel. Je länger die Sauerstoffversorgung unterbrochen ist, desto größer ist das Risiko bleibender Schäden.

Auch nach einer erfolgreichen Rettung können sich Stunden später Atemprobleme entwickeln – aber das ist selten. Dennoch sollte jedes Kind nach einem Ertrinkungsunfall ärztlich untersucht werden.

 

Häufige Ursachen

Ertrinkungsunfälle können entstehen durch:

  • fehlende oder unzureichende Aufsicht,
  • Überschätzung der eigenen Schwimmfähigkeiten,
  • Strömungen oder kaltes Wasser,
  • Sprünge in unbekannte Gewässer,
  • Krampfanfälle oder medizinische Notfälle im Wasser,
  • Alkohol- oder Drogenkonsum bei Jugendlichen,
  • Kentern von Booten oder Wassersportunfälle.

 

So erkennst du einen Ertrinkungsunfall

Typische Anzeichen sind:

  • das Kind geht unter oder kann sich nicht über Wasser halten,
  • panischer Gesichtsausdruck,
  • kaum oder keine Rufe um Hilfe,
  • senkrechte Körperhaltung im Wasser,
  • unkoordinierte Armbewegungen,
  • Husten oder Würgen nach der Rettung,
  • Atemnot,
  • bläuliche Lippen oder Haut,
  • Bewusstlosigkeit.

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Achte zunächst immer auf deine eigene Sicherheit. Springe nur ins Wasser, wenn du dich dadurch nicht selbst in Gefahr bringst. Nutze nach Möglichkeit Rettungsringe, Wurfleinen oder andere Schwimmhilfen und fordere weitere Personen zur Unterstützung auf.
    • Bringe das Kind möglichst schnell aus dem Wasser.
    • Ist das Kind ansprechbar, beruhige es, halte es warm und beobachte seine Atmung. Auch wenn es sich rasch erholt, sollte es ärztlich untersucht werden.

 

Ist das Kind bewusstlos, überprüfe sofort die Atmung.

Das Kind atmet normal

    • Notruf 112 wählen.
    • Das Kind in die stabile Seitenlage bringen.
    • Nasse Kleidung möglichst entfernen und das Kind warm halten.
    • Atmung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ständig kontrollieren.

 

Das Kind atmet nicht oder nicht normal

    • Beginne sofort mit der Wiederbelebung.
    • Bei Ertrinkungsunfällen steht der Sauerstoffmangel im Vordergrund. Deshalb empfehlen die aktuellen Leitlinien, mit fünf Beatmungen zu beginnen. Anschließend folgen Herzdruckmassagen und Beatmungen im Verhältnis 30 : 2 (bei einem Helfer) bzw. entsprechend den ERC-Empfehlungen. Nutze einen AED (Automatisierten Externen Defibrillator), sobald er verfügbar ist.
    • Führe die Wiederbelebung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder bis das Kind wieder normale Lebenszeichen zeigt fort.

 

Häufige Fehler

Ein häufiger Fehler ist es, wertvolle Zeit damit zu verbringen, Wasser aus der Lunge „herauszudrücken“. Dies ist wirkungslos und verzögert die notwendige Wiederbelebung.

Ebenso sollte das Kind nach einem Beinahe-Ertrinken nicht einfach nach Hause gebracht werden. Auch zunächst unauffällige Kinder können später Atemprobleme entwickeln.

Lass ein Kind nach einem Ertrinkungsunfall niemals unbeobachtet.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle immer den Notruf 112, wenn:

  • ein Kind aus dem Wasser gerettet werden musste,
  • Bewusstlosigkeit bestand oder besteht,
  • Atemnot auftritt,
  • Husten nach dem Ertrinkungsunfall anhält,
  • das Kind ungewöhnlich müde oder verwirrt wirkt,
  • eine Wiederbelebung notwendig ist.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Nach jedem Ertrinkungsunfall sollte dein Kind ärztlich untersucht werden – auch wenn es zunächst wieder fit erscheint. Manche Komplikationen entwickeln sich erst verzögert.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus werden Atmung, Sauerstoffsättigung, Herz-Kreislauf-System und Bewusstsein überwacht. Je nach Zustand können Blutuntersuchungen, eine Röntgenaufnahme der Lunge oder weitere Untersuchungen notwendig sein. Bei schweren Verläufen erhält das Kind Sauerstoff, Beatmung oder intensivmedizinische Behandlung.

 

Merke

  • Ein Ertrinkungsunfall verläuft oft lautlos.
  • Achte zuerst auf deine eigene Sicherheit.
  • Hole das Kind möglichst schnell aus dem Wasser.
  • Kontrolliere sofort Bewusstsein und Atmung.
  • Atmet das Kind nicht normal, beginne bei Ertrinkungsunfällen mit fünf Initialbeatmungen, anschließend erfolgt die Wiederbelebung nach den aktuellen ERC-Leitlinien.
  • Nach jedem Ertrinkungsunfall sollte dein Kind ärztlich untersucht werden – auch wenn es zunächst beschwerdefrei ist.
  • Bei jedem Ertrinkungsunfall gilt: Notruf 112 wählen.

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