Stromschlag / Stromunfall

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Stromschlag / Stromunfall

Stromunfall bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei einem Stromunfall

Stromunfälle gehören zwar zu den selteneren Notfällen im Kindes- und Jugendalter, können jedoch lebensbedrohlich sein. Schon geringe Strommengen können Herzrhythmusstörungen auslösen. Hochspannung kann zusätzlich schwere Verbrennungen und innere Verletzungen verursachen. Nicht immer sind die Schäden von außen sichtbar. Deshalb sollte jeder Stromunfall ernst genommen werden.

 

Was passiert bei einem Stromunfall?

Fließt elektrischer Strom durch den Körper, kann er Muskeln, Nerven, Blutgefäße und innere Organe schädigen. Besonders empfindlich reagieren Herz und Gehirn. Der Strom kann Herzrhythmusstörungen, Muskelkrämpfe, Atemstillstand oder Bewusstlosigkeit verursachen.

An den Ein- und Austrittsstellen des Stroms entstehen häufig kleine Verbrennungen. Im Körper können jedoch deutlich größere Schäden vorliegen, die äußerlich zunächst nicht erkennbar sind.

 

Häufige Ursachen

Stromunfälle entstehen beispielsweise durch:

  • defekte Elektrogeräte,
  • beschädigte Kabel,
  • Steckdosen,
  • unsachgemäßen Umgang mit elektrischen Geräten,
  • Hochspannungsleitungen oder Oberleitungen,
  • Blitzschlag.

 

So erkennst du einen Stromunfall

Mögliche Symptome sind:

  • Schmerzen oder Kribbeln,
  • Verbrennungen der Haut,
  • Muskelkrämpfe,
  • Taubheitsgefühle,
  • Herzrasen oder Herzstolpern,
  • Schwindel,
  • Atemnot,
  • Bewusstlosigkeit,
  • Krampfanfälle.

 

Erste Hilfe – je nach Stromquelle

Stromunfall durch Niederspannung (z. B. Steckdose oder Haushaltsgeräte)

    • Niederspannungsunfälle entstehen meist im Haushalt oder in der Schule. Auch sie können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen verursachen.
    • Berühre dein Kind nicht, solange es noch Kontakt zur Stromquelle hat.
    • Schalte zunächst den Strom ab, beispielsweise über den Sicherungskasten oder ziehe den Netzstecker.
    • Ist dies nicht möglich, trenne dein Kind mit einem trockenen, nicht leitenden Gegenstand, beispielsweise einem Holz- oder Kunststoffstiel, von der Stromquelle. Verwende niemals Metall oder feuchte Gegenstände.
    • Erst wenn der Stromfluss sicher unterbrochen ist, darfst du dein Kind berühren.
    • Kontrolliere anschließend Bewusstsein und Atmung.
    • Ist dein Kind wach, beruhige es und versorge vorhandene Verbrennungen. Kleinere Verbrennungen können 10 Minuten mit handwarmem bis kühlem Leitungswasser gekühlt werden. Decke die Wunde anschließend möglichst steril ab.

 

Ist dein Kind bewusstlos, kontrolliere die Atmung.

    • Atmet dein Kind normal, bringe es in die stabile Seitenlage und rufe den Notruf 112.
    • Atmet es nicht oder nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung nach den aktuellen ERC-Leitlinien und setze einen AED/Defibrillator ein, sobald dieser verfügbar ist.

 

Auch nach einem scheinbar harmlosen Stromunfall sollte dein Kind ärztlich untersucht werden. Rhythmusstörungen können auch zeitverzögert auftreten.

 

Stromunfall durch Hochspannung (z. B. Hochspannungsleitungen oder Bahnstrom)

Hochspannungsunfälle sind lebensgefährlich – auch für Helfende.

Bereits die Annäherung kann durch einen sogenannten Lichtbogen zu einem tödlichen Stromschlag führen.

Deshalb gilt:

    • Nähere dich deinem Kind nicht.
    • Halte mindestens 20 Meter Abstand zur Unfallstelle.
    • Berühre keine Leitungen oder Gegenstände, die mit der Stromquelle in Kontakt stehen könnten.
    • Warne andere Personen vor der Gefahrenstelle.
    • Wähle sofort den Notruf 112.
    • Warte, bis die Feuerwehr oder der Energieversorger bestätigt hat, dass die Anlage spannungsfrei ist. Erst dann darf Hilfe geleistet werden.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler ist es, das Kind anzufassen, obwohl der Strom noch fließt. Dadurch kann auch die helfende Person einen Stromschlag erleiden.
  • Ebenso sollten Verbrennungen nicht mit Salben, Puder oder Hausmitteln behandelt werden.
  • Auch kleine Stromverletzungen sollten nicht unterschätzt werden, da Herzrhythmusstörungen oder innere Verletzungen zunächst unbemerkt bleiben können.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • dein Kind bewusstlos ist,
  • Atemnot besteht,
  • Herzrhythmusstörungen vermutet werden,
  • Krampfanfälle auftreten,
  • größere Verbrennungen vorhanden sind,
  • es sich um einen Hochspannungsunfall handelt,
  • dein Kind aus größerer Höhe gestürzt ist,
  • sich der Zustand verschlechtert.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist nach jedem Niederspannungsunfall sinnvoll. Besonders wichtig ist sie bei:

  • Stromdurchgang durch den Körper,
  • Verbrennungen,
  • Beschwerden wie Schwindel oder Herzrasen,
  • Bewusstlosigkeit – auch wenn sie nur kurz bestand.

 

Nach einem Hochspannungsunfall erfolgt grundsätzlich eine Behandlung durch den Rettungsdienst und im Krankenhaus.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus werden Herzrhythmus, Atmung und Kreislauf überwacht. Häufig werden ein EKG sowie Blutuntersuchungen durchgeführt. Verbrennungen und mögliche innere Verletzungen werden behandelt. Je nach Unfallhergang kann eine mehrstündige oder stationäre Überwachung notwendig sein.

 

Merke

  • Berühre dein Kind erst, wenn der Stromfluss sicher unterbrochen ist.
  • Eigenschutz hat immer Vorrang.
  • Bei Hochspannungsunfällen gilt: Nicht nähern – Abstand halten – Notruf 112 wählen.
  • Kontrolliere nach einem Niederspannungsunfall sofort Bewusstsein und Atmung.
  • Beginne bei fehlender oder nicht normaler Atmung unverzüglich mit der Wiederbelebung.
  • Auch nach einem scheinbar harmlosen Stromunfall sollte dein Kind ärztlich untersucht werden.

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