Unterkühlung

Unter ärztlicher Leitung, ohne Anmeldung, vollkommen kostenfrei und ohne zeitliche Beschränkung – erlebe uneingeschränkten Wissensgewinn

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Unterkühlung

Unterkühlung bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei einer Unterkühlung

Eine Unterkühlung (Hypothermie) entsteht, wenn der Körper mehr Wärme verliert, als er produzieren kann. Besonders bei kaltem Wetter, nasser Kleidung oder nach einem Aufenthalt in kaltem Wasser kann die Körpertemperatur gefährlich absinken. Je stärker die Unterkühlung ausgeprägt ist, desto langsamer arbeiten Gehirn, Herz und andere Organe. Eine schwere Unterkühlung ist lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden.

 

Was passiert bei einer Unterkühlung?

Der menschliche Körper hält seine Kerntemperatur normalerweise bei etwa 37 °C. Sinkt sie ab, versucht der Körper zunächst durch Zittern mehr Wärme zu erzeugen und die Durchblutung von Händen und Füßen zu verringern, um die lebenswichtigen Organe zu schützen.

Nimmt die Unterkühlung zu, verlangsamen sich Stoffwechsel, Atmung und Herzschlag. Das Kind wird zunehmend müde, verwirrt und reagiert immer langsamer. Bei einer schweren Unterkühlung kann es zu Bewusstlosigkeit und Herzstillstand kommen.

 

Häufige Ursachen

Eine Unterkühlung kann entstehen durch:

  • längeren Aufenthalt bei Kälte,
  • nasse Kleidung,
  • Ertrinkungsunfälle oder Aufenthalt in kaltem Wasser,
  • Winter- und Bergsport,
  • starke Erschöpfung,
  • Alkohol- oder Drogenkonsum bei Jugendlichen,
  • längeres bewegungsarmes Liegen im Freien nach einem Unfall.

 

So erkennst du eine Unterkühlung

Leichte Unterkühlung:

    • starkes Zittern,
    • kalte, blasse Haut,
    • kalte Hände und Füße,
    • Frieren,
    • Müdigkeit.

 

Fortgeschrittene Unterkühlung:

    • nachlassendes oder fehlendes Zittern,
    • Verwirrtheit,
    • verwaschene Sprache,
    • auffällige Schläfrigkeit,
    • Unsicherheit beim Gehen,
    • langsame Atmung,
    • langsamer Puls.

 

Schwere Unterkühlung:

    • Bewusstlosigkeit,
    • keine normale Atmung,
    • Herz-Kreislauf-Stillstand.

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Bringe dein Kind möglichst schnell aus der Kälte, dem Wind oder dem Wasser.
    • Entferne nasse Kleidung vorsichtig und ersetze sie durch trockene, warme Kleidung oder Decken.
    • Wärme dein Kind langsam auf. Decke insbesondere Kopf und Rumpf gut zu. Zusätzliche Wärmequellen wie Decken oder Wärmepackungen dürfen verwendet werden, sollten aber nicht direkt auf die Haut gelegt werden.
    • Ist dein Kind wach und vollständig ansprechbar, kann es warme, zuckerhaltige Getränke in kleinen Schlucken trinken. Die Getränke sollten nicht heiß sein. Alkohol ist selbstverständlich ungeeignet und führt zu weiterem Wärmeverlust.
    • Lass dein Kind sich möglichst wenig anstrengen und vermeide unnötige Bewegungen.

 

Ist dein Kind bewusstlos, kontrolliere sofort die Atmung.

    • Atmet dein Kind normal, bringe es vorsichtig in die stabile Seitenlage und halte es warm.
    • Atmet es nicht oder nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung nach den aktuellen ERC-Leitlinien.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler ist es, stark unterkühlte Kinder mit sehr heißem Wasser, Heizkissen oder direkt am Feuer schnell aufwärmen zu wollen. Dadurch können Kreislaufprobleme entstehen.
  • Ebenso sollten Arme und Beine nicht kräftig massiert oder intensiv gerieben werden. Die Erwärmung sollte sich vor allem auf den Rumpf konzentrieren.
  • Alkohol hilft nicht gegen Unterkühlung. Er erweitert die Blutgefäße und beschleunigt den Wärmeverlust.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • dein Kind bewusstlos ist,
  • es nicht normal atmet,
  • das Zittern aufgehört hat und dein Kind zunehmend schläfrig oder verwirrt wirkt,
  • eine Unterkühlung nach einem Ertrinkungsunfall vorliegt,
  • dein Kind längere Zeit extremer Kälte ausgesetzt war,
  • sich der Zustand verschlechtert.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:

  • jeder mäßigen oder schweren Unterkühlung,
  • Unterkühlung nach einem Ertrinkungsunfall,
  • anhaltendem Zittern oder Frieren,
  • Verwirrtheit,
  • Bewusstlosigkeit,
  • Unsicherheit über das Ausmaß der Unterkühlung.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus werden Körpertemperatur, Atmung, Herzrhythmus und Kreislauf überwacht. Je nach Schweregrad erfolgt eine kontrollierte Erwärmung mit warmen Decken, angewärmten Infusionen oder weiteren speziellen Verfahren. Gleichzeitig werden mögliche Begleitverletzungen oder andere Erkrankungen behandelt.

 

Merke

  • Bringe dein Kind möglichst schnell aus der Kälte und entferne nasse Kleidung.
  • Wärme dein Kind langsam auf und decke besonders den Rumpf gut zu.
  • Wache Kinder dürfen warme, zuckerhaltige Getränke trinken – jedoch keine alkoholischen Getränke.
  • Reibe Arme und Beine nicht kräftig und wärme nicht mit sehr heißen Wärmequellen.
  • Kontrolliere regelmäßig Bewusstsein und Atmung.
  • Bei Bewusstlosigkeit, fehlender normaler Atmung oder einer schweren Unterkühlung gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.

Ähnliche Videos

Erste Hilfe Notfallbegleiter 45 Küche

Küche   Die Küche kindersicher machen Die Küche ist das Herz vieler Familien – und gleichzeitig einer der unfallträchtigsten Räume im Haushalt. Heiße Flüssigkeiten, scharfe Gegenstände, …

Unsere Notfallbegleiter