Rettungsgriff bei Schulkindern und Jugendlichen
Eine verletzte Person sicher aus dem Gefahrenbereich bringen
Der Rettungsgriff dient dazu, eine verletzte oder bewusstlose Person schnell aus einer akuten Gefahrenzone zu bringen – beispielsweise bei Feuer, Rauchentwicklung, austretenden Gefahrstoffen, Einsturzgefahr oder im fließenden Verkehr. Dabei gilt immer: Eigenschutz hat Vorrang.
Ein Rettungsgriff ist nur dann sinnvoll, wenn am aktuellen Ort eine unmittelbare Lebensgefahr besteht. Besteht keine akute Gefahr, sollte das Kind möglichst nicht unnötig bewegt werden, da dabei Verletzungen – insbesondere der Wirbelsäule – verschlimmert werden können.
Wann wird der Rettungsgriff angewendet?
Ein Rettungsgriff kann notwendig sein bei:
- Feuer oder starker Rauchentwicklung,
- drohendem Verkehrsunfall,
- Einsturz- oder Explosionsgefahr,
- austretenden Gefahrstoffen,
- Stromunfällen (erst nachdem die Stromquelle sicher abgeschaltet wurde),
- anderen Situationen, in denen ein Verbleib am Unfallort lebensgefährlich ist.
So führst du den Rettungsgriff durch
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- Vergewissere dich zunächst, dass du dich nicht selbst in Gefahr bringst.
- Sprich dein Kind an und erkläre – wenn es ansprechbar ist – kurz, was du tust.
- Lege einen Arm des Kindes quer über seine Brust.
- Stelle dich hinter das Kind oder den Jugendlichen und greife mit beiden Händen unter den Achseln hindurch den Unterarm, der vor der Brust liegt.
- Ziehe das Kind langsam rückwärts aus dem Gefahrenbereich. Dabei sollte der Kopf möglichst mitgeführt und nicht unkontrolliert nach hinten fallen.
- Bringe das Kind anschließend an einen sicheren Ort und überprüfe sofort Bewusstsein und Atmung.
- Leiste danach die weitere notwendige Erste Hilfe und verständige gegebenenfalls den Rettungsdienst.
Häufige Fehler
- Ein häufiger Fehler ist es, verletzte Kinder ohne akute Gefahr unnötig zu bewegen. Dadurch können insbesondere Verletzungen der Wirbelsäule verschlimmert werden.
- Ebenso sollte niemals an Armen oder Beinen gezogen werden.
Vergiss nicht: Der Rettungsgriff dient ausschließlich dazu, eine Person aus einer unmittelbaren Gefahrenzone zu retten – nicht dazu, sie über längere Strecken zu transportieren.
Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?
Wähle sofort den Notruf 112, wenn:
- dein Kind bewusstlos ist,
- Atemprobleme bestehen,
- der Verdacht auf schwere Verletzungen besteht,
- dein Kind nach der Rettung starke Schmerzen hat,
- ein Verkehrsunfall, Brand oder anderer schwerer Unfall vorliegt,
- du dir unsicher bist.
Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?
Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn:
- dein Kind nach dem Unfall Schmerzen hat,
- der Verdacht auf Knochen-, Gelenk- oder Wirbelsäulenverletzungen besteht,
- Kopf, Brustkorb oder Bauch betroffen sind,
- Bewusstlosigkeit bestand,
- der Rettungsgriff nach einem schweren Unfall notwendig war.
Merke
- Der Rettungsgriff dient nur dazu, eine Person aus einer akuten Gefahrenzone zu retten.
- Eigenschutz hat immer Vorrang.
- Bewege dein Kind nur, wenn am Unfallort eine unmittelbare Lebensgefahr besteht.
- Kontrolliere nach der Rettung sofort Bewusstsein und Atmung.
- Leiste anschließend die erforderliche Erste Hilfe.
- Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder schweren Verletzungen gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.