Platzwunde

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Platzwunde

Platzwunde bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei einer Platzwunde

Eine Platzwunde entsteht, wenn die Haut durch eine stumpfe Gewalteinwirkung aufreißt. Häufig passiert dies bei einem Sturz, beim Sport oder nach einem Zusammenstoß mit einer anderen Person oder einem Gegenstand. Besonders häufig sind Platzwunden am Kopf, an der Stirn, am Kinn oder an den Augenbrauen.

Platzwunden können trotz ihrer oft geringen Größe stark bluten, da die Kopfhaut und das Gesicht sehr gut durchblutet sind. Das sieht häufig dramatischer aus, als es tatsächlich ist. Mit der richtigen Ersten Hilfe lassen sich die Blutung meist schnell stoppen und das Infektionsrisiko verringern.

 

Was passiert bei einer Platzwunde?

Durch den Aufprall wird die Haut zwischen dem verursachenden Gegenstand und dem darunterliegenden Knochen gequetscht. Dabei reißt sie unregelmäßig auf. Im Gegensatz zu einer Schnittwunde sind die Wundränder meist ausgefranst oder gezackt.

Je nach Stärke des Aufpralls können zusätzlich Prellungen, Blutergüsse oder – insbesondere am Kopf – auch eine Gehirnerschütterung oder andere Verletzungen entstanden sein.

 

Häufige Ursachen

Typische Ursachen sind:

  • Stürze beim Spielen oder Sport,
  • Zusammenstöße beim Fußball, Handball oder anderen Sportarten,
  • Fahrrad-, Roller- oder Skateboardunfälle,
  • Schläge gegen Möbel, Türen oder Treppen,
  • Verkehrsunfälle.

 

Symptome

Eine Platzwunde erkennst du meist an:

  • einer unregelmäßig aufgerissenen Haut,
  • einer oft starken Blutung,
  • Schmerzen,
  • Schwellung,
  • einem Bluterguss.

 

Ist die Platzwunde am Kopf entstanden, achte zusätzlich auf Anzeichen einer Gehirnerschütterung oder schwereren Kopfverletzung, zum Beispiel:

  • Bewusstlosigkeit,
  • Erbrechen,
  • starke Kopfschmerzen,
  • Schläfrigkeit,
  • Verwirrtheit,
  • Krampfanfälle,
  • Gedächtnislücken,
  • Sehstörungen oder Doppelbilder.

 

Erste Hilfe

    • Bewahre zunächst Ruhe und beruhige dein Kind.
    • Übe mit einer sterilen Kompresse oder einem sauberen Tuch für mehrere Minuten gleichmäßigen Druck auf die Wunde aus. Bei den meisten Platzwunden lässt sich die Blutung dadurch stoppen.
    • Spüle die Wunde nur dann vorsichtig mit sauberem Wasser, wenn sie sichtbar verschmutzt ist. Entferne nur lose Verschmutzungen und reibe nicht in der Wunde.
    • Decke die Wunde anschließend steril ab.
    • Ist die Blutung gestoppt, sollte die Platzwunde möglichst zeitnah ärztlich beurteilt werden. Je nach Größe und Lage muss sie mit Hautkleber, Steri-Strips®️, Klammern oder Nähten verschlossen werden. Dies sollte möglichst zeitnah nach der Verletzung erfolgen.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler ist es, die Wunde ständig anzuheben, um nachzusehen, ob sie noch blutet. Dadurch können sich bereits gebildete Blutgerinnsel wieder lösen. Übe stattdessen einige Minuten ununterbrochen Druck aus.
  • Verwende keine Watte direkt auf der Wunde, da Fasern haften bleiben können.
  • Desinfektionsmittel sollten nicht tief in die Wunde gegeben werden. Für die Erstversorgung reicht meist sauberes Wasser bei sichtbarer Verschmutzung und ein steriler Verband.
  • Unterschätze eine Platzwunde am Kopf nicht. Hinter der Wunde kann sich eine Gehirnerschütterung oder – selten – eine schwerere Kopfverletzung verbergen.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • dein Kind bewusstlos war oder bewusstlos ist,
  • es nicht normal atmet,
  • starke Blutungen trotz Druckverband nicht gestoppt werden können,
  • Knochen sichtbar sind,
  • ein Fremdkörper tief in der Wunde steckt,
  • Anzeichen einer schweren Kopfverletzung auftreten,
  • Krampfanfälle auftreten,
  • Blut oder klare Flüssigkeit aus Nase oder Ohren austritt,
  • der Unfall durch einen Verkehrsunfall oder einen Sturz aus großer Höhe verursacht wurde.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:

  • nahezu allen Platzwunden am Kopf oder im Gesicht,
  • klaffenden Wunden,
  • tiefen Wunden,
  • stark verschmutzten Wunden,
  • Tier- oder Menschenbissen,
  • anhaltender Blutung,
  • Verdacht auf eine Gehirnerschütterung,
  • unklarem Tetanus-Impfschutz.

 

Was passiert im Krankenhaus oder in der Arztpraxis?

Die Wunde wird gründlich untersucht und gereinigt. Anschließend entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob sie mit Hautkleber, Wundnahtstreifen (Steri-Strips®️), Klammern oder Nähten verschlossen werden sollte.

Zusätzlich wird geprüft, ob Hinweise auf eine Gehirnerschütterung oder andere Verletzungen vorliegen. Falls erforderlich, erfolgen weitere Untersuchungen und eine Beobachtung.

 

Merke

  • Platzwunden entstehen durch stumpfe Gewalteinwirkung und bluten häufig stark.
  • Starke Blutungen lassen sich meist durch direkten Druck auf die Wunde stoppen.
  • Öffne den Druck nicht ständig, um nachzusehen.
  • Platzwunden am Kopf oder im Gesicht sollten ärztlich beurteilt werden.
  • Achte immer auf Anzeichen einer Gehirnerschütterung oder schweren Kopfverletzung.
  • Bei Bewusstlosigkeit, starker Blutung oder Verdacht auf eine schwere Kopfverletzung gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.

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