Schnittwunde bei Schulkindern und Jugendlichen
Erste Hilfe bei einer Schnittwunde
Schnittwunden gehören zu den häufigsten Verletzungen im Alltag. Sie entstehen meist beim Schneiden mit Messern, Scheren, Glas oder anderen scharfen Gegenständen. Während kleine Schnittverletzungen oft problemlos zu Hause versorgt werden können, benötigen tiefere oder stark blutende Wunden eine ärztliche Behandlung.
Mit der richtigen Ersten Hilfe kannst du die Blutung stoppen, das Infektionsrisiko verringern und eine gute Wundheilung fördern.
Was passiert bei einer Schnittwunde?
Bei einer Schnittwunde wird die Haut durch einen scharfen Gegenstand durchtrennt. Im Gegensatz zu einer Platzwunde sind die Wundränder meist glatt und sauber. Je nach Tiefe können auch Blutgefäße, Sehnen, Nerven oder Muskeln verletzt werden.
Kleine oberflächliche Schnittwunden heilen häufig innerhalb weniger Tage. Tiefere Verletzungen müssen oft genäht, geklebt oder mit Wundnahtstreifen versorgt werden.
Häufige Ursachen
Typische Ursachen sind:
- Küchenmesser,
- Scheren,
- Glasscherben,
- Cutter- oder Bastelmesser,
- Dosenkanten,
- scharfkantige Metallteile,
- Werkzeuge,
- Gartenarbeiten.
Symptome
Eine Schnittwunde erkennst du an:
- glatten Wundrändern,
- einer Blutung,
- Schmerzen,
- sichtbarer Durchtrennung der Haut.
Je nach Tiefe können zusätzlich auftreten:
- starke oder pulsierende Blutungen,
- Gefühlsstörungen oder Taubheit,
- eingeschränkte Beweglichkeit von Fingern oder Gelenken,
- sichtbare Sehnen, Fettgewebe oder Muskeln.
Erste Hilfe
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- Bewahre zunächst Ruhe und beruhige dein Kind.
- Übe mit einer sterilen Kompresse oder einem sauberen Tuch direkten Druck auf die Wunde aus. In den meisten Fällen lässt sich die Blutung dadurch innerhalb weniger Minuten stoppen.
- Ist die Wunde verschmutzt, spüle sie vorsichtig mit sauberem, fließendem Leitungswasser aus. Entferne dabei nur lose Verschmutzungen. Festsitzende Fremdkörper sollten nicht selbst entfernt werden.
- Decke die Wunde anschließend mit einer sterilen Wundauflage ab und befestige sie mit einem Verband oder Pflaster.
- Kleine, glatte Schnittwunden können häufig mit einem Pflaster versorgt werden.
- Klaffende Wunden oder Wunden unter Spannung sollten zeitnah ärztlich beurteilt werden. Sie können je nach Verletzung mit Hautkleber, Wundnahtstreifen (Steri-Strips®️) oder einer Naht verschlossen werden. Ein Wundverschluss sollte möglichst innerhalb weniger Stunden erfolgen.
Häufige Fehler
- Ein häufiger Fehler ist es, die Wunde ständig anzuheben, um nachzusehen, ob sie noch blutet. Dadurch kann sich die Blutgerinnung immer wieder lösen. Halte den Druck stattdessen mehrere Minuten gleichmäßig aufrecht.
- Verwende keine Watte direkt auf der Wunde, da Fasern zurückbleiben können.
- Hausmittel wie Puder, Mehl, Zahnpasta oder Salben gehören nicht in eine frische Wunde.
- Entferne keine tief sitzenden oder größeren Fremdkörper selbst. Sie können Blutgefäße verschließen und stärkere Blutungen verhindern. Stabilisiere den Fremdkörper stattdessen vorsichtig und lasse ihn ärztlich entfernen.
Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?
Wähle sofort den Notruf 112, wenn:
- die Blutung trotz kräftigen Drucks nicht gestoppt werden kann,
- hellrotes Blut stoßweise aus der Wunde spritzt,
- ein großer Fremdkörper in der Wunde steckt,
- eine Teilamputation oder Amputation vorliegt,
- der Verdacht auf eine Verletzung größerer Blutgefäße besteht,
- dein Kind bewusstlos wird oder Anzeichen eines Schocks zeigt.
Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?
Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:
- tiefen oder klaffenden Schnittwunden,
- Wunden im Gesicht,
- Verletzungen an Händen, Fingern, Gelenken oder im Genitalbereich,
- sichtbaren Sehnen, Muskeln oder Fettgewebe,
- Taubheitsgefühl oder Bewegungseinschränkungen,
- stark verschmutzten Wunden,
- Tier- oder Menschenbissen,
- unklarem Tetanus-Impfschutz,
- Anzeichen einer Wundinfektion wie zunehmender Rötung, Schwellung, Eiter oder Fieber.
Was passiert im Krankenhaus oder in der Arztpraxis?
Die Wunde wird gründlich untersucht und gereinigt. Anschließend entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob sie mit Hautkleber, Wundnahtstreifen (Steri-Strips®️), einer Naht oder – bei größeren Verletzungen – operativ versorgt werden muss.
Außerdem wird geprüft, ob Sehnen, Nerven oder Blutgefäße verletzt wurden und ob eine Tetanus-Impfung aufgefrischt werden sollte. Bei stark verschmutzten Wunden oder Bissverletzungen kann zusätzlich eine antibiotische Behandlung erforderlich sein.
Merke
- Schnittwunden entstehen durch scharfe Gegenstände und haben meist glatte Wundränder.
- Stille die Blutung durch direkten Druck auf die Wunde.
- Spüle verschmutzte Wunden mit sauberem Leitungswasser und decke sie steril ab.
- Entferne tief sitzende Fremdkörper nicht selbst.
- Klaffende, tiefe oder stark blutende Schnittwunden sollten ärztlich versorgt werden.
- Bei unstillbarer Blutung, spritzender Blutung oder schweren Verletzungen gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.