Psychogener Schock

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Psychogener Schock

Psychogener Schock bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei einem psychogenen Schock

Ein psychogener Schock – auch Schreckreaktion oder vasovagale Synkope genannt – ist eine vorübergehende Reaktion des Körpers auf eine starke seelische Belastung. Auslöser können beispielsweise der Anblick von Blut, starke Schmerzen, große Angst oder ein belastendes Erlebnis sein. Dabei kommt es zu einer plötzlichen Erweiterung der Blutgefäße und einer Verlangsamung des Herzschlags. Dadurch wird das Gehirn kurzzeitig schlechter durchblutet, was zu Schwindel oder sogar einer kurzen Ohnmacht führen kann.

Wichtig ist die Unterscheidung zum medizinischen Schock, der beispielsweise durch starke Blutungen, eine schwere allergische Reaktion oder eine Infektion verursacht wird. Ein medizinischer Schock ist lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden.

 

Was passiert im Körper?

Bei einem psychogenen Schock reagiert das vegetative Nervensystem übermäßig auf einen emotionalen Reiz. Der Blutdruck fällt plötzlich ab und das Herz schlägt langsamer. Das Gehirn erhält für kurze Zeit weniger Blut und Sauerstoff.

Viele Betroffene werden zunächst blass, fühlen sich schwindelig oder übel und sehen „schwarz vor Augen“. Häufig setzt sich die betroffene Person instinktiv hin oder fällt kurz in Ohnmacht. Meist normalisiert sich der Kreislauf innerhalb weniger Minuten wieder.

 

Häufige Ursachen

Ein psychogener Schock kann ausgelöst werden durch:

  • den Anblick von Blut oder Verletzungen,
  • starke Schmerzen,
  • Angst vor Spritzen oder Blutabnahmen,
  • große Aufregung oder Panik,
  • belastende Nachrichten oder emotionale Ereignisse,
  • langes Stehen in warmer Umgebung.

 

Symptome

Typische Anzeichen sind:

  • plötzliche Blässe,
  • kalter Schweiß,
  • Schwindel,
  • Übelkeit,
  • Ohrensausen,
  • verschwommenes Sehen oder „Schwarzwerden vor den Augen“,
  • Zittern,
  • Schwächegefühl,
  • kurzer Bewusstseinsverlust mit rascher Erholung.

 

Die Atmung ist meist normal oder leicht beschleunigt. Nach wenigen Minuten fühlen sich die meisten Kinder oder Jugendlichen wieder deutlich besser.

 

Erste Hilfe

    • Bewahre Ruhe und bleibe bei deinem Kind.
    • Lass dein Kind sofort hinsetzen oder hinlegen, damit es nicht stürzt. Liegt es bereits auf dem Rücken, können die Beine leicht erhöht werden, sofern keine Verletzungen dagegen sprechen.
    • Lockere einengende Kleidung und sorge für frische Luft.
    • Sprich beruhigend mit deinem Kind und erkläre, dass sich der Kreislauf meist rasch wieder stabilisiert.
    • Kontrolliere das Bewusstsein und die Atmung.
    • Ist dein Kind kurz bewusstlos gewesen, atmet aber normal, bringe es in die stabile Seitenlage und beobachte es bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder bis es wieder vollständig wach ist.
    • Dein Kind sollte nicht zu früh wieder aufstehen. Nach einer Ohnmacht sollte es zunächst einige Minuten liegen oder sitzen bleiben. Es kann etwas dauern bis die normale Kreislaufaktivität wieder da ist.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler ist es, ein schwindeliges Kind weiter stehen zu lassen. Dadurch kann es stürzen und sich zusätzlich verletzen.
  • Ebenso sollte einem bewusstlosen Kind niemals etwas zu trinken oder zu essen gegeben werden.
  • Nicht jede Ohnmacht ist harmlos. Vor allem nach einem Unfall, bei Brustschmerzen, Atemnot oder anhaltender Bewusstlosigkeit muss immer auch an andere Ursachen gedacht werden.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • dein Kind länger als etwa eine Minute bewusstlos bleibt,
  • es nicht normal atmet,
  • Krampfanfälle auftreten,
  • Brustschmerzen oder Atemnot bestehen,
  • die Ohnmacht nach einem Unfall aufgetreten ist,
  • sich dein Kind trotz Ruhe nicht erholt,
  • die Ursache unklar ist oder die Beschwerden wiederholt auftreten.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn:

  • dein Kind erstmals ohnmächtig geworden ist,
  • wiederholt Ohnmachtsanfälle auftreten,
  • Herzrasen oder Herzstolpern bestehen,
  • der Bewusstseinsverlust ohne erkennbaren Auslöser auftrat,
  • Verletzungen durch den Sturz entstanden sind.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus werden zunächst andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen. Dazu gehören unter anderem Herzrhythmusstörungen, Stoffwechselstörungen oder neurologische Erkrankungen. Je nach Situation werden Blutdruck, Herzfrequenz, Blutzucker und ein EKG kontrolliert. Bei einem typischen psychogenen Schock sind diese Untersuchungen meist unauffällig.

 

Merke

  • Ein psychogener Schock ist eine vorübergehende Kreislaufreaktion auf Angst, Schmerz oder starke Emotionen.
  • Typisch sind Blässe, Schwindel, kalter Schweiß und manchmal eine kurze Ohnmacht.
  • Lege dein Kind hin und beruhige es, die Beine lagerst du idealerweise erhöht
  • Kontrolliere immer Bewusstsein und Atmung.
  • Hält die Bewusstlosigkeit an oder atmet dein Kind nicht normal, rufe sofort den Notruf 112 und beginne gegebenenfalls mit der Wiederbelebung.
  • Verwechsle einen psychogenen Schock nicht mit einem medizinischen Schock – dieser ist lebensbedrohlich und erfordert sofortige notfallmedizinische Behandlung.

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