Amputation

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Amputation

Amputation bei Erwachsenen

 

Wenn ein Körperteil ganz oder teilweise abgetrennt wird

Eine Amputation gehört zu den schwersten Verletzungen überhaupt. Dabei wird ein Finger, eine Hand, ein Arm, ein Fuß oder ein anderes Körperteil ganz oder teilweise vom Körper getrennt. Solche Verletzungen entstehen häufig bei Arbeitsunfällen mit Maschinen, Kreissägen oder Pressen, aber auch bei Verkehrs-, Landwirtschafts- oder schweren Freizeitunfällen.

Neben dem Verlust des Körperteils besteht die größte unmittelbare Gefahr in einem starken Blutverlust. Schnelles und richtiges Handeln kann lebensrettend sein und die Chancen erhöhen, das abgetrennte Körperteil später wieder anzunähen.

 

Was passiert im Körper?

Durch die Amputation werden Haut, Muskeln, Nerven, Blutgefäße und häufig auch Knochen durchtrennt. Verletzungen grosser Blutgefäße können innerhalb kurzer Zeit zu einem erheblichen Blutverlust führen. Gleichzeitig besteht ein hohes Risiko für einen Schock.

Das abgetrennte Körperteil wird nicht mehr durchblutet. Damit entsteht ein Sauerstoffmangel und das Gewebe stirbt ab. Je schneller es fachgerecht gekühlt und in einer spezialisierten Klinik versorgt wird, desto größer sind die Chancen einer erfolgreichen Replantation.

 

Häufige Ursachen

Amputationen entstehen häufig durch:

  • Arbeitsunfälle mit Maschinen,
  • Kreissägen oder Kettensägen,
  • Pressen oder Walzen,
  • Landwirtschaftsmaschinen,
  • Verkehrsunfälle,
  • Explosionen,
  • schwere Quetschverletzungen.

 

Symptome

Je nach Verletzung können auftreten:

  • vollständige oder teilweise Abtrennung eines Körperteils,
  • starke Blutungen,
  • starke Schmerzen,
  • freiliegende Knochen oder Sehnen,
  • Schockzeichen wie Blässe, kalter Schweiß oder schneller Puls,
  • Bewusstseinsstörungen bei starkem Blutverlust.

 

Erste Hilfe

    • Achte zunächst auf deinen Eigenschutz und sichere die Unfallstelle.
    • Wähle sofort den Notruf 112.
    • Blutung stoppen
    • Übe sofort kräftigen direkten Druck auf die Wunde aus.
    • Lege einen Druckverband an.
    • Lässt sich eine lebensbedrohliche Blutung dadurch nicht kontrollieren, kann als letzte Maßnahme ein Tourniquet (Abbindesystem) oberhalb der Verletzung angelegt werden. Es sollte nur verwendet werden, wenn eine starke Blutung anders nicht zu stoppen ist oder ein Druckverband nicht möglich ist.
    • Lagere die betroffene Extremität, wenn möglich, hoch.
    • Halte die betroffene Person warm und beruhige sie.

 

Das amputierte Körperteil sichern

    • Suche das abgetrennte Körperteil, wenn die betroffene Person gut und sicher versorgt ist.
    • Spüle es nicht ab und reinige es nicht.
    • Wickle es locker in eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch.
    • Lege das eingewickelte Körperteil in einen wasserdichten Plastikbeutel und verschließe diesen.
    • Lege den Beutel anschließend in einen zweiten Behälter oder Beutel mit kaltem Wasser und Eiswürfeln.
    • Ziel ist es durch das kalte Wasser den Sauerstoffverbrauch im Gewebe des Körperteils zu vermindern. Das Körperteil darf aber niemals direkten Kontakt mit Eis oder gefrorenen Kühlakkus haben, da dies das Gewebe zusätzlich schädigt.
    • Beschrifte den Beutel nach Möglichkeit mit Name und Uhrzeit und gib ihn dem Rettungsdienst mit.

 

Ist die betroffene Person bewusstlos, atmet aber normal, bringe sie – sofern möglich und ohne die Blutstillung zu gefährden – in die stabile Seitenlage.

Atmet sie nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung und lasse möglichst einen AED holen.

 

Häufige Fehler

  • Verzögere die Blutstillung nicht, um zuerst das amputierte Körperteil zu suchen.
  • Lege das Körperteil niemals direkt auf Eis oder in Eiswasser.
  • Reinige oder desinfiziere das amputierte Körperteil nicht.
  • Entferne keine tief sitzenden Fremdkörper aus der Wunde.
  • Unterschätze auch Teilamputationen nicht – sie müssen ebenfalls sofort ärztlich behandelt werden.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Bei jeder vollständigen oder teilweisen Amputation gilt sofort: Notruf 112.

Dies gilt unabhängig davon,

  • welcher Körperteil betroffen ist,
  • wie stark die Blutung erscheint,
  • ob das abgetrennte Körperteil gefunden wurde oder nicht.

 

Wann sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen?

Jede Amputation oder Teilamputation muss unverzüglich in einem Krankenhaus behandelt werden. Eine eigene Anfahrt ist nur in absoluten Ausnahmefällen bei kleinsten Verletzungen sinnvoll. In der Regel sollte der Rettungsdienst den Transport übernehmen.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus wird zunächst die Blutung endgültig gestillt und der Kreislauf stabilisiert. Anschließend beurteilen spezialisierte Unfallchirurgen, ob das abgetrennte Körperteil wieder angenäht werden kann. Hierfür werden unter dem Operationsmikroskop Blutgefäße, Nerven, Sehnen und Knochen rekonstruiert. Ist eine Replantation nicht möglich, erfolgt die chirurgische Versorgung des Amputationsstumpfes und anschließend die weitere Rehabilitation mit gegebenenfalls einer Prothesenversorgung.

 

Merke

  • Bei einer Amputation zählt jede Minute.
  • Zuerst die lebensbedrohliche Blutung stoppen, dann das amputierte Körperteil sichern.
  • Das Körperteil sauber verpacken und indirekt kühlen – niemals direkt auf Eis legen.
  • Auch Teilamputationen sind medizinische Notfälle.
  • Bei jeder Amputation gilt: Sofort den Notruf 112 wählen und die betroffene Person bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreuen.

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