Atemnot

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Atemnot

Atemnot bei Erwachsenen

 

Wenn das Atmen plötzlich schwerfällt

Atemnot gehört zu den häufigsten medizinischen Notfällen. Sie kann sich langsam entwickeln oder ganz plötzlich auftreten und reicht von einem leichten Luftmangel bis hin zum lebensbedrohlichen Atemstillstand. Die Ursachen sind vielfältig – von Asthma oder einer allergischen Reaktion bis hin zu Herzinfarkt, Lungenembolie oder einer schweren Infektion.

Atemnot sollte immer ernst genommen werden. Eine frühzeitige Erste Hilfe kann entscheidend sein.

 

Was passiert im Körper?

Damit der Körper ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, muss Luft ungehindert in die Lunge gelangen, damit Sauerstoff über die Lungenbläschen ins Blut aufgenommen werden kann. Ist einer dieser Schritte gestört, erhält der Körper nicht mehr genügend Sauerstoff.

Je nach Ursache können die Atemwege verengt sein, Flüssigkeit in der Lunge vorliegen, die Lunge selbst erkrankt sein oder Herz und Kreislauf nicht mehr ausreichend arbeiten. Der Körper versucht dies zunächst durch eine schnellere und tiefere Atmung auszugleichen. Reicht das nicht aus, kann es zu einem lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel kommen.

 

Häufige Ursachen

Atemnot kann unter anderem verursacht werden durch:

  • Asthma bronchiale,
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD),
  • allergische Reaktionen
  • Fremdkörper in den Atemwegen (Ersticken),
  • Lungenentzündung,
  • Lungenembolie,
  • Herzinfarkt,
  • akute Herzschwäche mit Lungenödem (Wasser in den Lungenbläschen)
  • Panikattacken oder Hyperventilation,
  • Rauchgasvergiftung,
  • Rippen- oder Brustkorbverletzungen
  • und viele andere

 

Symptome

Je nach Ursache können auftreten:

  • Luftnot oder das Gefühl, nicht ausreichend Luft zu bekommen,
  • schnelle oder angestrengte Atmung,
  • pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche,
  • Husten,
  • Schmerzen im Brustkorb,
  • Engegefühl in der Brust,
  • bläuliche Lippen oder Fingernägel,
  • Angst oder Unruhe,
  • Schweißausbruch,
  • Schwindel,
  • Bewusstseinsstörungen.

 

Warnzeichen für eine lebensbedrohliche Atemnot sind:

  • die betroffene Person kann nur noch einzelne Worte sprechen,
  • die Atmung wird sehr angestrengt oder setzt aus,
  • die Lippen oder Haut verfärben sich blau,
  • die Person wirkt verwirrt oder schläfrig,
  • Bewusstlosigkeit.

 

Erste Hilfe

    • Bewahre Ruhe und beruhige die betroffene Person. Angst verstärkt Atemnot häufig zusätzlich.
    • Rufe frühzeitig Hilfe hinzu und beobachte Atmung und Bewusstsein.
    • Bringe die betroffene Person in eine atemerleichternde Position. Meist hilft eine aufrechte Sitzhaltung mit abgestützten Armen, beispielsweise der Kutschersitz oder das Abstützen auf einer Tischplatte.
    • Lockere enge Kleidung.
    • Sorge nach Möglichkeit für frische Luft, ohne die betroffene Person auszukühlen.
    • Hat die Person ein verordnetes Notfallmedikament – beispielsweise ein Asthma-Spray oder Adrenalin-Autoinjektor – unterstütze sie bei der Anwendung.
    • Lasse die betroffene Person nicht allein.

 

  • Ist die Person bewusstlos, atmet aber normal, bringe sie in die stabile Seitenlage.
  • Atmet sie nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung und lasse möglichst einen AED holen.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler ist es, die betroffene Person flach hinzulegen. Dadurch verschlechtert sich die Atmung häufig zusätzlich.
  • Lasse die Person nicht alleine und zwinge sie nicht zum Gehen oder zu körperlicher Anstrengung.
  • Gib bewusstseinsgetrübten Personen nichts zu trinken oder zu essen.
  • Warte nicht ab, wenn sich die Atemnot verschlechtert.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • plötzlich starke Atemnot auftritt,
  • die Ursache unklar ist,
  • Brustschmerzen hinzukommen,
  • die Lippen oder Fingernägel blau anlaufen,
  • die betroffene Person kaum noch sprechen kann,
  • Bewusstseinsstörungen auftreten,
  • ein allergischer Schock vermutet wird,
  • ein Fremdkörper die Atemwege blockieren könnte,
  • sich die Atemnot trotz eigener Medikamente nicht rasch bessert,
  • die Atmung aussetzt oder nicht mehr normal ist.

 

Wann sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen?

Auch leichtere Atemnot sollte ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn:

  • sie erstmals auftritt,
  • sie wiederholt auftritt,
  • sie sich bei Belastung verschlechtert,
  • Husten, Fieber oder Brustschmerzen hinzukommen,
  • bekannte Herz- oder Lungenerkrankungen bestehen.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus werden Atmung, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und Blutdruck überwacht. Je nach Ursache erfolgen Blutuntersuchungen, ein EKG, eine Blutgasanalyse sowie bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Computertomographie. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann Sauerstoff, Inhalationen, Medikamente, Infusionen, Antibiotika, Blutverdünner oder eine Beatmung umfassen.

 

Merke

  • Atemnot ist immer ein Warnsignal und sollte ernst genommen werden.
  • Eine aufrechte Sitzposition erleichtert vielen Betroffenen das Atmen.
  • Unterstütze die Anwendung vorhandener Notfallmedikamente.
  • Verschlechtert sich die Atmung oder treten Bewusstseinsstörungen auf, handelt es sich um einen medizinischen Notfall.
  • Bei schwerer Atemnot, blauen Lippen oder fehlender normaler Atmung gilt: Sofort den Notruf 112 wählen und gegebenenfalls mit der Wiederbelebung beginnen.

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