Insektenstich

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Insektenstich

Insektenstiche bei Erwachsenen

 

Wenn ein Insektenstich harmlos ist – oder zum Notfall wird

Insektenstiche durch Bienen, Wespen, Hornissen oder Hummeln sind meist schmerzhaft, aber ungefährlich. Typischerweise verursachen sie eine kleine Schwellung, Rötung und Juckreiz, die innerhalb weniger Tage wieder abklingen.

Gefährlich werden Insektenstiche jedoch, wenn sie im Mund- oder Rachenraum auftreten oder eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) auslösen. In diesen Fällen können die Atemwege anschwellen oder es kommt zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufversagen.

 

Was passiert im Körper?

Mit dem Stich gelangt Insektengift in die Haut. Es löst eine lokale Entzündungsreaktion aus, wodurch Schmerzen, Rötung und Schwellung entstehen.

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überschießend auf das Gift. Dabei werden große Mengen an Botenstoffen wie Histamin freigesetzt. Diese können zu Hautausschlag, Schwellungen, Atemnot und einem gefährlichen Blutdruckabfall führen.

Ein Stich im Mund- oder Rachenraum kann auch ohne Allergie problematisch sein, da die Schleimhäute stark anschwellen und die Atemwege verengen können.

 

Häufige Ursachen

Insektenstiche entstehen häufig durch:

  • Bienen,
  • Wespen,
  • Hornissen,
  • Hummeln.

 

Das Risiko steigt beim Essen oder Trinken im Freien, beim Barfußlaufen über Wiesen sowie bei Garten- oder Waldarbeiten.

 

Symptome

Normale Reaktion

    • stechender Schmerz,
    • Rötung,
    • Schwellung,
    • Juckreiz,
    • leichte Überwärmung.

 

Größere lokale Reaktion

    • Schwellung von mehr als 10 cm,
    • zunehmende Schwellung über mehrere Stunden,
    • Schmerzen und Spannungsgefühl.

 

Stich im Mund- oder Rachenraum

    • Schmerzen im Mund,
    • Schluckbeschwerden,
    • Heiserkeit,
    • Schwellung der Lippen oder Zunge,
    • Atemnot,
    • pfeifende Atmung.

 

Allergische Reaktion (Anaphylaxie)

    • Juckreiz am ganzen Körper,
    • Nesselsucht,
    • Schwellungen von Lippen, Zunge oder Gesicht,
    • Atemnot,
    • Heiserkeit,
    • Schwindel,
    • Übelkeit oder Erbrechen,
    • schneller Puls,
    • Blutdruckabfall,
    • Bewusstlosigkeit.

 

Erste Hilfe

Bewahre Ruhe und beruhige die betroffene Person.

 

Stachel entfernen

Hat eine Biene ihren Stachel hinterlassen, entferne ihn möglichst rasch – beispielsweise durch vorsichtiges Wegstreifen mit einer Bankkarte oder dem Fingernagel. Dabei sollte der Giftbeutel möglichst nicht zusammengedrückt werden.

Wespen und Hornissen hinterlassen in der Regel keinen Stachel.

 

Kühlen

Kühle die Einstichstelle mit einem Kühlpack, das in ein Tuch eingewickelt ist, oder mit kaltem Wasser. Dies lindert Schmerzen und Schwellungen.

Thermaler Stichheiler
Wenn verfügbar Nutze einen thermalen Stichheiler. Ein thermaler Stichheiler lindert Juckreiz und Schwellungen bei Insektenstichen, indem er die betroffene Hautstelle kurzzeitig auf ca. 51 °C erwärmt – dies zersetzt die Proteinbausteine des Insektengifts und stoppt die Histaminausschüttung des Körpers. Die besten Ergebnisse werden dabei direkt nach dem Stich erzielt, bevor sich das Gift verteilt.

 

Stich im Mund- oder Rachenraum

Wähle sofort den Notruf 112.

  • Lasse die betroffene Person Eiswürfel oder Crushed Ice lutschen, sofern sie sicher schlucken kann. Kalte Getränke können zusätzlich angenehm sein.
  • Beobachte die Atmung kontinuierlich und bereite dich darauf vor, bei einer Verschlechterung sofort weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten.

 

Allergische Reaktion

  • Hat die betroffene Person ein ärztlich verordnetes Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor, Antihistaminikum oder Kortison, unterstütze sie bei der Anwendung.
  • Nach der Anwendung des Adrenalin-Autoinjektors muss immer der Rettungsdienst verständigt werden – auch wenn sich die Beschwerden rasch bessern.
  • Ist die betroffene Person bewusstlos, atmet aber normal, bringe sie in die stabile Seitenlage.
  • Atmet sie nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung und lasse möglichst einen AED holen.

 

Häufige Fehler

  • Entferne den Bienenstachel nicht verzögert – je schneller er entfernt wird, desto weniger Gift gelangt in den Körper.
  • Kratze die Einstichstelle nicht auf.
  • Unterschätze niemals einen Stich im Mund- oder Rachenraum oder erste Anzeichen einer allergischen Reaktion.
  • Warte nach einer Adrenalin-Gabe nicht auf eine erneute Verschlechterung, sondern lasse die betroffene Person ärztlich überwachen.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • ein Stich im Mund- oder Rachenraum erfolgt ist,
  • Atemnot besteht,
  • Heiserkeit oder Schluckbeschwerden auftreten,
  • Schwellungen von Lippen, Zunge oder Gesicht entstehen,
  • Hautausschlag am ganzen Körper auftritt,
  • Schwindel oder Kreislaufbeschwerden bestehen,
  • Bewusstseinsstörungen auftreten,
  • der Adrenalin-Autoinjektor angewendet wurde.

 

Wann sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen?

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:

  • einer ausgeprägten lokalen Schwellung,
  • Anzeichen einer Infektion,
  • mehreren gleichzeitig erfolgten Stichen,
  • jeder allergischen Reaktion,
  • Unsicherheit über die Schwere der Beschwerden.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus werden Atmung, Kreislauf und Sauerstoffversorgung überwacht. Bei einer allergischen Reaktion können Adrenalin, Sauerstoff, Infusionen sowie weitere Medikamente wie Antihistaminika und Kortikosteroide verabreicht werden. Nach einer Anaphylaxie erfolgt in der Regel eine Überwachung, da die Beschwerden erneut auftreten können. Bei einem Stich im Mund- oder Rachenraum wird besonders auf eine zunehmende Schwellung der Atemwege geachtet.

 

Merke

  • Die meisten Insektenstiche sind harmlos und heilen innerhalb weniger Tage ab.
  • Einen Bienenstachel möglichst rasch entfernen und die Einstichstelle kühlen.
  • Ein Stich im Mund- oder Rachenraum ist immer ein Notfall.
  • Bei einer allergischen Reaktion den Adrenalin-Autoinjektor anwenden, falls vorhanden, und anschließend sofort den Notruf 112 wählen.
  • Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Kreislaufprobleme nach einem Insektenstich sind lebensbedrohliche Warnzeichen.

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