Schwächeanfall bei Erwachsenen
Wenn plötzlich die Kraft nachlässt
Ein plötzlicher Schwächeanfall kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein – von leichter Benommenheit bis hin zur Unfähigkeit, sicher zu stehen oder zu gehen. Häufig steckt eine harmlose Ursache wie Flüssigkeitsmangel oder Kreislaufschwäche dahinter. Er kann jedoch auch das erste Anzeichen eines Herzinfarkts, Schlaganfalls, einer Unterzuckerung oder anderer schwerer Erkrankungen sein.
Deshalb sollte ein plötzlich auftretender Schwächeanfall immer ernst genommen werden.
Was passiert im Körper?
Ein Schwächeanfall entsteht, wenn Gehirn, Muskeln oder andere Organe vorübergehend nicht ausreichend mit Sauerstoff, Blut oder Energie versorgt werden oder das Nervensystem gestört ist.
Je nach Ursache kann der Blutdruck plötzlich abfallen, der Blutzucker zu niedrig sein oder Herz, Gehirn oder Stoffwechsel betroffen sein. Die Beschwerden reichen von allgemeiner Schwäche bis hin zu einer meist kurzen Ohnmacht.
Häufige Ursachen
Ein Schwächeanfall kann unter anderem ausgelöst werden durch:
- Flüssigkeitsmangel,
- Hitze,
- niedrigen Blutdruck,
- langes Stehen,
- Unterzuckerung,
- Infektionen,
- Herzrhythmusstörungen,
- Herzinfarkt,
- Schlaganfall,
- Blutverlust,
- Nebenwirkungen von Medikamenten,
- starke körperliche oder seelische Belastung.
Symptome
Je nach Ursache können auftreten:
- plötzliche Schwäche,
- Schwindel,
- Benommenheit,
- Zittern,
- kalter Schweiß,
- Blässe,
- Herzrasen,
- Übelkeit,
- verschwommenes Sehen,
- Gangunsicherheit,
- das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden.
Warnzeichen für eine ernsthafte Ursache sind:
- Brustschmerzen,
- Atemnot,
- Lähmungen oder Taubheitsgefühle,
- Sprach- oder Sehstörungen,
- starke Kopfschmerzen,
- Bewusstseinsstörungen,
- anhaltende Verwirrtheit.
Erste Hilfe
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- Bewahre Ruhe und beruhige die betroffene Person.
- Lass sie sich sofort hinsetzen oder hinlegen, damit sie nicht stürzt.
- Sind keine Atemnot oder Brustschmerzen vorhanden und besteht kein Verdacht auf eine Verletzung, können die Beine leicht hochgelagert werden. Dadurch fließt Blut vermehrt zum Gehirn, was häufig eine schnelle Besserung der Beschwerden mit sich bringt.
- Lockere einengende Kleidung und sorge für frische Luft.
- Ist die Person vollständig wach und kann sicher schlucken, darf sie kleine Schlucke Wasser trinken.
- Besteht bei einer Person mit Diabetes der Verdacht auf eine Unterzuckerung und ist sie wach, gib schnell wirksame Kohlenhydrate, beispielsweise Traubenzucker oder ein zuckerhaltiges Getränk.
Beobachte Atmung und Bewusstsein.
- Wird die betroffene Person bewusstlos, atmet aber normal, bringe sie in die stabile Seitenlage.
- Atmet sie nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung und lasse möglichst einen AED holen.
Häufige Fehler
- Lasse die betroffene Person nicht weitergehen oder Auto fahren.
- Gib bewusstseinsgetrübten Personen nichts zu essen oder zu trinken.
- Unterschätze einen plötzlich auftretenden Schwächeanfall nicht, insbesondere wenn weitere Beschwerden hinzukommen.
Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?
Wähle sofort den Notruf 112, wenn:
- die Schwäche plötzlich und ohne erkennbare Ursache auftritt,
- Brustschmerzen oder Atemnot bestehen,
- der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht,
- Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen auftreten,
- die betroffene Person bewusstlos wird,
- sie nicht normal atmet,
- Schockzeichen auftreten,
- sich der Zustand rasch verschlechtert oder die Beschwerden trotz Ruhe nicht bessern.
Wann sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen?
Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:
- erstmaligem Schwächeanfall,
- wiederkehrenden Beschwerden,
- anhaltender Schwäche,
- bekannten Herz-, Stoffwechsel- oder neurologischen Erkrankungen,
- unklarer Ursache.
Was passiert im Krankenhaus?
Im Krankenhaus werden Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Blutzucker kontrolliert. Je nach Beschwerden erfolgen Blutuntersuchungen, ein EKG sowie gegebenenfalls weitere Untersuchungen wie Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann von Flüssigkeitsgabe bis zur Behandlung eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls reichen.
Merke
- Ein Schwächeanfall ist ein Symptom und kann viele Ursachen haben.
- Lasse die betroffene Person sofort hinsetzen oder hinlegen und beobachte ihren Zustand.
- Gib nur wachen Personen etwas zu trinken oder – bei vermuteter Unterzuckerung – schnell wirksame Kohlenhydrate.
- Achte besonders auf Warnzeichen wie Brustschmerzen, Atemnot oder neurologische Ausfälle.
- Bei Bewusstlosigkeit, Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall oder einer raschen Verschlechterung gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.