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Verätzungen entstehen, wenn aggressive chemische Stoffe mit Haut, Augen, Mund oder anderen Körperregionen in Kontakt kommen. Sie können im Haushalt, beispielsweise durch Abflussreiniger oder Entkalker, ebenso auftreten wie im Betrieb durch Industriechemikalien, Reinigungsmittel oder Laborchemikalien.
Je nach Art, Konzentration und Einwirkdauer können Verätzungen von oberflächlichen Hautschäden bis hin zu tiefen Gewebezerstörungen reichen. Besonders gefährlich sind Verätzungen der Augen, der Atemwege oder nach dem Verschlucken ätzender Stoffe.
Säuren und Laugen greifen das Gewebe auf unterschiedliche Weise an. Säuren verursachen meist eine oberflächlichere Eiweißgerinnung, während Laugen häufig tiefer in das Gewebe eindringen und dort ausgedehnte Schäden verursachen können.
Je länger die Chemikalie einwirkt, desto größer ist meist der Gewebeschaden. Deshalb ist ein möglichst schnelles Entfernen des Stoffes entscheidend.
Verätzungen entstehen häufig durch:
Je nach betroffenem Körperbereich können auftreten:
Bei Augenverätzungen zusätzlich:
Nach dem Verschlucken:
Beim Einatmen ätzender Dämpfe:
Verätzungen der Haut
Augenverätzungen
Verschluckte Chemikalien
Eingeatmete Chemikalien
Wähle sofort den Notruf 112, wenn:
Zusätzlich sollte möglichst früh ein Giftinformationszentrum kontaktiert werden. Halte dazu den Namen des Stoffes oder die Verpackung bereit.
Bei einem Vergiftungsverdacht und einer noch stabilen, gut ansprechbaren Person ist die Giftinformationszentrale deine wichtigste Anlaufstelle. Die Fachleute beurteilen das Risiko und erklären dir, ob die Person zu Hause beobachtet werden darf oder sofort medizinisch behandelt werden muss.
Berlin: 030 19240
Bonn: 0228 19240
Erfurt: 0361 730730
Freiburg: 0761 19240
Göttingen: 0551 19240
Mainz: 06131 19240
München: 089 19240
Vergiftungsinformationszentrale Wien: 01 406 43 43
Aus dem Ausland: +43 1 406 43 43
Tox Info Suisse: 145
Aus dem Ausland: +41 44 251 51 51
Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:
Im Krankenhaus werden die betroffenen Bereiche weiter gespült und die Schwere der Verätzung beurteilt. Hautverätzungen werden steril versorgt, Augenverätzungen augenärztlich behandelt. Nach dem Verschlucken ätzender Stoffe kann eine Spiegelung der Speiseröhre oder des Magens erforderlich sein, um innere Verletzungen festzustellen. Bei schweren Verätzungen erfolgen Schmerztherapie, Infusionen und gegebenenfalls operative Maßnahmen.

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