Vergiftung Alkohol

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Vergiftung Alkohol

Alkoholvergiftung bei Erwachsenen

 

Wenn Alkohol lebensgefährlich wird

Alkohol gehört zu den häufigsten Ursachen für Notfälle im Alltag. Während geringe Mengen meist nur zu einer leichten Beeinträchtigung führen, kann übermäßiger Alkoholkonsum zu einer Alkoholvergiftung führen. Dabei werden Gehirn, Atmung und Kreislauf zunehmend beeinträchtigt. Im schlimmsten Fall kommt es zu Atemstillstand oder Kreislaufversagen.

Eine Alkoholvergiftung ist ein medizinischer Notfall. Je früher sie erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.

 

Was passiert im Körper?

Alkohol wird über den Magen und vor allem den Dünndarm ins Blut aufgenommen und gelangt von dort in alle Organe. Im Gehirn hemmt Alkohol die Funktion der Nervenzellen. Mit steigender Alkoholkonzentration werden zunächst Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen und Koordination beeinträchtigt.

Bei einer schweren Alkoholvergiftung werden lebenswichtige Funktionen unterdrückt. Die Atmung wird langsamer, der Schutzreflex gegen Erbrechen nimmt ab und das Bewusstsein kann bis zur Bewusstlosigkeit verloren gehen. Dadurch besteht die Gefahr, an Erbrochenem zu ersticken oder einen Atemstillstand zu erleiden.

 

Häufige Ursachen

Eine Alkoholvergiftung kann entstehen durch:

  • das Trinken großer Alkoholmengen in kurzer Zeit (Binge Drinking),
  • das schnelle Trinken hochprozentiger alkoholischer Getränke,
  • das Mischen verschiedener alkoholischer Getränke,
  • Alkohol in Kombination mit Medikamenten oder Drogen,
  • Alkoholkonsum auf nüchternen Magen.

 

Symptome

Je nach Schwere können auftreten:

  • unsicherer Gang,
  • verwaschene Sprache,
  • Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • starke Müdigkeit,
  • Verwirrtheit,
  • verlangsamte Reaktionen,
  • kalte oder blasse Haut,
  • flache oder verlangsamte Atmung,
  • Bewusstlosigkeit.

 

Schwere Alkoholvergiftungen können zu Atemstillstand und Kreislaufversagen führen.

 

Erste Hilfe

    • Bewahre Ruhe und lasse die betroffene Person nicht allein.
    • Sprich sie an und überprüfe, ob sie ansprechbar ist.
    • Ist die Person bewusstlos, atmet aber normal, bringe sie sofort in die stabile Seitenlage. So kann Erbrochenes aus dem Mund abfließen und das Risiko des Erstickens wird verringert.
    • Kontrolliere regelmäßig Atmung und Bewusstsein.
    • Halte die betroffene Person warm, da Alkohol die Wärmeabgabe des Körpers erhöht und eine Unterkühlung begünstigt.
    • Ist die Person wach, orientiert und kann sicher schlucken, darf sie kleine Schlucke Wasser trinken. Weitere alkoholische Getränke dürfen keinesfalls gegeben werden.
    • Atmet die betroffene Person nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler ist es, eine bewusstlose Person einfach schlafen zu lassen.
  • Ebenso helfen kalte Duschen, starker Kaffee oder Energydrinks nicht dabei, den Alkohol schneller abzubauen. Sie können den Zustand sogar verschlechtern.
  • Versuche niemals, einer bewusstlosen Person Getränke oder Nahrung einzuflößen.
  • Lasse eine stark alkoholisierte Person nicht unbeaufsichtigt – insbesondere nicht im Freien oder im Winter.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • die betroffene Person bewusstlos ist,
  • sie nicht normal oder nur sehr langsam atmet,
  • sie trotz Ansprechen nicht richtig reagiert,
  • wiederholt erbricht und zunehmend benommen wird,
  • Krampfanfälle auftreten,
  • eine Kopfverletzung oder ein anderer Unfall vorliegt,
  • zusätzlich Medikamente oder Drogen eingenommen wurden,
  • Unsicherheit besteht, ob eine lebensbedrohliche Alkoholvergiftung vorliegt.

 

Wann sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen?

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:

  • starker Alkoholisierung mit anhaltender Benommenheit,
  • Verletzungen nach Stürzen,
  • wiederholtem Erbrechen,
  • Verdacht auf eine Mischintoxikation mit Medikamenten oder Drogen,
  • anhaltender Verwirrtheit oder Gedächtnislücken.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus werden Bewusstsein, Atmung, Kreislauf und Blutzucker überwacht. Bei Bedarf erhält die betroffene Person Sauerstoff, Infusionen oder Medikamente gegen Übelkeit. Ist die Person weiter bewusstlos oder ist die Atmung unzureichend, werden die Atemwege gesichert und gegebenenfalls eine Beatmung eingeleitet. Gleichzeitig werden andere Ursachen für die Bewusstseinsstörung, wie eine Kopfverletzung, Unterzuckerung oder ein Schlaganfall, ausgeschlossen.

 

Merke

  • Eine Alkoholvergiftung kann lebensbedrohlich sein.
  • Typische Warnzeichen sind starke Benommenheit, wiederholtes Erbrechen, verlangsamte Atmung und Bewusstlosigkeit.
  • Eine bewusstlose Person mit normaler Atmung gehört sofort in die stabile Seitenlage.
  • Kaffee, kalte Duschen oder Energydrinks machen niemanden schneller nüchtern.
  • Bei Bewusstlosigkeit, auffälliger Atmung oder Verdacht auf eine schwere Alkoholvergiftung gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.

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