Blutungen an Arm oder Bein –
Erste Hilfe bei Säuglingen und Kindern
Warum Blutungen entstehen
Stürze und kleinere Verletzungen gehören zum Alltag von Säuglingen und Kindern. Beim Spielen, Toben oder Fahrradfahren können Schürf-, Schnitt-, Platz- oder Risswunden entstehen. Die meisten Blutungen sind harmlos und lassen sich mit einfachen Erste-Hilfe-Maßnahmen gut versorgen. Stärkere Blutungen können jedoch innerhalb kurzer Zeit zu einem erheblichen Blutverlust führen und müssen sofort behandelt werden.
Symptome richtig erkennen
Oberflächliche Schürfwunden bluten meist nur leicht und hören nach kurzer Zeit von selbst auf. Tiefere Schnitt- oder Risswunden können stärker bluten und klaffen häufig auseinander.
Achte nicht nur auf die Wunde, sondern auch auf den Allgemeinzustand deines Kindes. Blasse oder graue Haut, kalter Schweiß, schnelle Atmung, zunehmende Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit können Anzeichen eines größeren Blutverlustes oder eines Schocks sein und erfordern sofortiges Handeln.
Erste Hilfe
Bleibe ruhig und beruhige dein Kind. Lege oder setze es möglichst hin.
Übe mit einer sterilen Kompresse oder einem sauberen Tuch direkten Druck auf die Wunde aus. Dies ist die wichtigste Maßnahme, um eine Blutung zu stoppen. Lagere den verletzten Arm oder das Bein möglichst hoch, sofern dadurch keine stärkeren Schmerzen entstehen oder ein Knochenbruch vermutet wird.
Hört die Blutung nicht auf, lege einen Druckverband an.
Steckt ein Fremdkörper tief in der Wunde, ziehe ihn nicht heraus. Stabilisiere ihn vorsichtig mit Verbandmaterial und lasse ihn von einem Arzt entfernen. Es kann sein, dass der Fremdkörper die Blutung im ersten Moment tamponiert und stabilisiert.
Ein Tourniquet (Abbindesystem) sollte bei Kindern nur in absoluten Ausnahmefällen, beispielsweise bei lebensbedrohlichen Blutungen, eingesetzt werden und gehört in die Hände entsprechend geschulter Personen.
Wann dein Kind zum Kinderarzt sollte
Lass dein Kind ärztlich untersuchen, wenn die Wunde tief ist, stark klafft oder möglicherweise genäht oder geklebt werden muss. Auch Tier- oder Menschenbisse, stark verschmutzte Wunden sowie Verletzungen mit Glas oder anderen schmutzigen Gegenständen sollten ärztlich versorgt werden.
Suche außerdem einen Kinderarzt auf, wenn die Blutung zwar gestoppt werden konnte, sich die Wunde später rötet, anschwillt, überwärmt oder Eiter austritt. Dabei sollte auch der Tetanus-Impfschutz überprüft werden.
Wann sofort der Rettungsdienst erforderlich ist
Rufe sofort den Rettungsdienst unter 112, wenn sich eine starke Blutung trotz konsequentem Druck auf die Wunde oder trotz Druckverband nicht stillen lässt.
Auch spritzende Blutungen, größere Amputationsverletzungen oder sehr tiefe Wunden mit sichtbaren Knochen, Sehnen oder Muskeln sind Notfälle.
Alarmzeichen sind außerdem blasse oder graue Haut, kalter Schweiß, schnelle oder flache Atmung, Schwindel, zunehmende Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit oder Bewusstseinsstörungen. Diese Beschwerden können auf einen größeren Blutverlust oder einen Schock hinweisen.
Nach schweren Verletzungen mit gleichzeitigem Verdacht auf einen Knochenbruch, nach Unfällen mit Maschinen oder bei eingespießten Fremdkörpern sollte dein Kind ebenfalls sofort notärztlich versorgt werden.
Blutungen vorbeugen
Viele Verletzungen lassen sich durch eine sichere Umgebung vermeiden. Schütze scharfe Kanten, bewahre Messer, Werkzeuge und Gartengeräte außerhalb der Reichweite deines Kindes auf und achte beim Spielen und Fahrradfahren auf eine altersgerechte Schutzausrüstung. Kleine Schürfwunden gehören zwar zum Großwerden dazu – mit der richtigen Ersten Hilfe kannst du deinem Kind in einer Notsituation schnell und sicher helfen