Warum allergische Reaktionen entstehen
Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf eigentlich harmlose Stoffe überempfindlich. Zu den häufigsten Auslösern im Säuglings- und Kleinkindalter gehören Nahrungsmittel wie Kuhmilch, Hühnerei, Erdnüsse, Baumnüsse oder Weizen. Auch Insektenstiche, Medikamente oder seltener Latex können allergische Reaktionen auslösen.
Die Beschwerden reichen von einer leichten Hautreaktion bis hin zu einer Anaphylaxie, einer schweren allergischen Reaktion, die lebensbedrohlich werden kann. Deshalb ist es wichtig, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen.
Symptome richtig erkennen
Leichte allergische Reaktionen zeigen sich häufig durch Hautrötungen, Juckreiz, Quaddeln oder Schwellungen an Lippen, Augenlidern oder im Gesicht.
Auch Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfall können erste Anzeichen einer Nahrungsmittelallergie sein.
Gefährlich wird es, wenn die Atemwege oder der Kreislauf betroffen sind. Alarmzeichen sind Husten, Heiserkeit, pfeifende Atmung, Atemnot, Schluckbeschwerden, Schwellungen von Zunge oder Rachen, starke Müdigkeit, Blässe, kalter Schweiß oder Bewusstseinsstörungen. Diese Beschwerden können auf eine Anaphylaxie hinweisen.
Erste Hilfe
Bleibe ruhig und entferne – wenn möglich – den Auslöser. Entferne beispielsweise einen Bienenstachel möglichst rasch, indem du ihn vorsichtig herausstreichst oder mit einer Pinzette entfernst. Vermeide es, den Giftsack dabei zusammenzudrücken.
Beruhige dein Kind und beobachte aufmerksam, ob sich die Beschwerden ausbreiten oder verschlimmern.
Bei einer Schwellung nach einem Insektenstich kannst du die betroffene Stelle 10 bis 20 Minuten mit einem feuchten, kühlen Tuch oder einem Kühlpack, das in ein Tuch eingewickelt ist, kühlen. Lege Eis niemals direkt auf die Haut.
Befindet sich der Stich im Mund oder Rachen, lasse dein Kind – sofern es sicher schlucken kann – kleine Schlucke kaltes Wasser trinken oder etwas Kaltes wie Wassereis zu sich nehmen. Dadurch kann die Schwellung vorübergehend gelindert werden. Rufe gleichzeitig sofort den Rettungsdienst unter 112, da die Atemwege schnell zuschwellen können.
Hat dein Kind bereits ein ärztlich verordnetes Notfallmedikament, verabreiche die Medikamente genau nach dem individuellen Plan. Dazu gehören je nach Allergie ein Antihistaminikum, ein Kortisonpräparat und bei schweren allergischen Reaktionen ein Adrenalin-Autoinjektor. Nach der Anwendung eines Adrenalin-Autoinjektors muss dein Kind immer ärztlich überwacht werden.
Bei Atemnot sollte dein Kind möglichst aufrecht sitzen und ruhig atmen. Zeigt es Anzeichen eines Kreislaufversagens, lege es flach hin und lagere – sofern keine Atemnot besteht – die Beine leicht hoch.
Lasse dein Kind bis zum Eintreffen medizinischer Hilfe nicht allein und beobachte Atmung und Bewusstsein. Atmet dein Kind nicht mehr normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung und folge den Anweisungen der Rettungsleitstelle.
Wann dein Kind zum Kinderarzt sollte
Leichte Hautreaktionen wie einzelne Quaddeln oder Rötungen ohne Atem- oder Kreislaufbeschwerden sollten zeitnah kinderärztlich abgeklärt werden. Gleiches gilt nach einer erstmaligen allergischen Reaktion oder wenn der Auslöser unklar ist.
Der Kinderarzt kann weitere Untersuchungen veranlassen und mit dir besprechen, wie allergieauslösende Stoffe künftig vermieden werden können. Bei bestätigten schweren Allergien erhältst du einen individuellen Notfallplan und gegebenenfalls ein Notfallset.
Wann sofort der Rettungsdienst erforderlich ist
Rufe sofort den Rettungsdienst unter 112, wenn dein Kind Atemnot entwickelt oder Husten, Heiserkeit, pfeifende Atmung oder Schluckbeschwerden nach Kontakt mit einem möglichen Allergen auftreten.
Auch Schwellungen von Zunge, Lippen oder Rachen, wiederholtes Erbrechen zusammen mit Hautreaktionen, ausgeprägte Quaddeln am ganzen Körper, Blässe, kalter Schweiß, zunehmende Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit oder Bewusstseinsstörungen sind Warnzeichen einer schweren allergischen Reaktion.
Hat dein Kind einen Adrenalin-Autoinjektor erhalten, rufe nach der Anwendung immer den Rettungsdienst, auch wenn sich die Beschwerden zunächst bessern. Es können erneut schwere Symptome auftreten.