Zahnverletzung

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Zahnverletzung

Zahnverletzungen –
Erste Hilfe bei Säuglingen und Kindern

 

Warum Zahnverletzungen so häufig sind

Zahnverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen im Kindesalter. Besonders häufig sind die oberen Schneidezähne betroffen. Die meisten Unfälle passieren beim Krabbeln, Laufenlernen, Toben, Klettern oder Fahrradfahren. Obwohl Blut im Mund oft dramatisch aussieht, sind viele Zahnverletzungen weniger schwer als zunächst vermutet. Dennoch sollte jede Verletzung der Zähne oder des Zahnfleisches zeitnah zahnärztlich untersucht werden, um Folgeschäden an Milch- oder bleibenden Zähnen zu vermeiden.

 

Symptome richtig erkennen

Nach einem Sturz auf den Mund können Zähne abgesplittert, gelockert, verschoben oder vollständig ausgeschlagen sein. Auch Verletzungen des Zahnfleisches, der Lippen oder der Zunge sind häufig. Da die Mundschleimhaut sehr gut durchblutet ist, können bereits kleine Wunden stark bluten.

Achte außerdem darauf, ob dein Kind den Mund normal öffnen und schließen kann oder Schmerzen beim Beißen hat. Eine dunkle Verfärbung eines Zahnes kann sich erst Tage oder Wochen nach dem Unfall entwickeln und auf eine Verletzung des Zahnnervs hinweisen.

 

Erste Hilfe

Bleibe ruhig und beruhige dein Kind. Drücke bei einer Blutung eine sterile Kompresse oder ein sauberes Stofftuch vorsichtig auf die Wunde, bis die Blutung nachlässt. Kühle Lippen oder Wangen von außen mit einem Kühlpack, das in ein Tuch eingewickelt ist, um Schmerzen und Schwellungen zu reduzieren.
Ist ein Stück des Zahnes abgebrochen, bewahre das Zahnfragment möglichst feucht auf, idealerweise in einer Zahnrettungsbox. Ist diese nicht verfügbar, eignet sich kalte H-Milch als kurzfristige Aufbewahrung.

Ein ausgeschlagener Milchzahn darf niemals wieder eingesetzt werden, da dadurch der darunterliegende bleibende Zahnkeim verletzt werden kann.

Ein ausgeschlagener bleibender Zahn sollte dagegen möglichst sofort in einer Zahnrettungsbox aufbewahrt und schnell zahnärztlich versorgt werden. Ist keine Zahnrettungsbox vorhanden, kann der Zahn kurzfristig in kalter H-Milch transportiert werden. Berühre den Zahn dabei nur an der Zahnkrone und niemals an der Wurzel.

 

Wann dein Kind zum Kinder- oder Zahnarzt sollte

Nach jeder Zahnverletzung sollte dein Kind möglichst noch am selben Tag kinderzahnärztlich oder zahnärztlich untersucht werden. Dies gilt auch dann, wenn zunächst nur eine kleine Ecke abgesplittert erscheint oder der Zahn lediglich leicht gelockert ist.

Eine ärztliche Untersuchung ist außerdem notwendig, wenn ein Zahn seine Position verändert hat, Schmerzen bestehen, das Zahnfleisch stark verletzt ist oder sich ein Zahn in den folgenden Tagen dunkel verfärbt. Durch eine frühzeitige Behandlung lassen sich viele spätere Komplikationen verhindern.

 

Wann sofort der Rettungsdienst erforderlich ist

Rufe sofort den Rettungsdienst unter 112, wenn dein Kind nach dem Unfall bewusstlos war, sich nicht wecken lässt, wiederholt erbricht oder Anzeichen einer Kopfverletzung zeigt. Auch starke, nicht stillbare Blutungen, Atemprobleme durch Blut oder ausgeschlagene Zähne, sichtbare Fehlstellungen des Kiefers oder der Verdacht auf einen Kieferbruch müssen sofort notärztlich behandelt werden.

Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigst Du dein Kind, stillst – wenn möglich – die Blutung mit einer Kompresse und beobachtest Atmung sowie Bewusstsein.

 

Zahnverletzungen vorbeugen

Viele Zahnverletzungen lassen sich nicht vollständig vermeiden. Beim Fahrrad-, Roller- oder Inlineskaten schützt ein gut sitzender Helm vor schweren Gesichtsverletzungen. Beim Sport mit erhöhtem Verletzungsrisiko kann zusätzlich ein individuell angepasster Mundschutz sinnvoll sein. Zu Hause helfen rutschfeste Teppiche, Treppenschutzgitter und das Sichern scharfer Möbelkanten dabei, Stürze zu vermeiden. Bereits einfache Schutzmaßnahmen können das Risiko schwerer Zahnverletzungen deutlich senken.

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