Asthma bronchiale / Asthmaanfall

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Asthma bronchiale / Asthmaanfall

Asthma bronchiale bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei einem Asthmaanfall

Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Lungenerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Viele betroffene Kinder können mit einer guten Behandlung ein völlig normales und aktives Leben führen. Kommt es jedoch zu einem Asthmaanfall, können sich die Atemwege innerhalb kurzer Zeit stark verengen. Das Kind bekommt schlecht Luft, entwickelt Husten oder pfeifende Atemgeräusche und wirkt häufig ängstlich. Für Eltern ist das oft eine beunruhigende Situation.

Die gute Nachricht: Die meisten Asthmaanfälle lassen sich mit den verordneten Notfallmedikamenten rasch behandeln. Entscheidend ist, den Anfall frühzeitig zu erkennen und richtig zu handeln.

 

Was passiert bei Asthma?

Asthma ist eine chronische Entzündung der Atemwege. Die Bronchien reagieren dabei überempfindlich auf verschiedene Reize.

Während eines Asthmaanfalls laufen gleichzeitig mehrere Prozesse ab:

  • Die Muskulatur der Bronchien zieht sich zusammen (Bronchospasmus).
  • Die Schleimhaut schwillt an.
  • Es wird vermehrt zäher Schleim gebildet.

 

Dadurch werden die Atemwege enger. Besonders das Ausatmen fällt schwer, da die Luft nicht mehr ungehindert aus der Lunge entweichen kann. Es entsteht das typische pfeifende Atemgeräusch (Giemen) beim Ausatmen. Das Kind versucht durch schnellere Atmung den erhöhten Atemwiderstand auszugleichen.

Je schwerer der Anfall ist, desto größer wird die Atemarbeit. Unbehandelt kann der Körper erschöpfen, sodass die Atmung schließlich nicht mehr ausreicht. Deshalb müssen schwere Asthmaanfälle sofort behandelt werden.

 

Häufige Auslöser

Ein Asthmaanfall kann durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • Virusinfektionen der Atemwege
  • Pollen
  • Hausstaubmilben
  • Tierhaare
  • Schimmelpilze
  • körperliche Belastung
  • kalte Luft
  • Zigarettenrauch
  • Luftverschmutzung
  • starke Gerüche
  • emotionale Belastung oder Stress

 

Viele Kinder kennen ihre persönlichen Auslöser bereits und vermeiden diese möglichst.

 

So erkennst du einen Asthmaanfall

Typische Beschwerden sind:

  • Atemnot
  • erschwerte Ausatmung
  • pfeifende oder giemende Atemgeräusche
  • anhaltender Husten
  • Engegefühl in der Brust
  • schnelle Atmung
  • sichtbare Anstrengung beim Atmen
  • Einsatz der Atemhilfsmuskulatur (Einziehungen zwischen den Rippen oder am Hals)
  • Schwierigkeiten, ganze Sätze zu sprechen

 

Bei einem schweren Asthmaanfall können zusätzlich auftreten:

  • starke Unruhe oder Angst
  • Blaufärbung von Lippen oder Fingern
  • zunehmende Erschöpfung
  • Benommenheit oder Bewusstseinsstörungen

 

Eine stille Lunge ist ein besonders ernstes Warnzeichen. Sie bedeutet nicht, dass sich die Atmung verbessert hat, sondern dass kaum noch Luft durch die stark verengten Atemwege strömt.

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Bleibe ruhig und beruhige dein Kind. Angst verstärkt häufig die Atemnot.
    • Bringe dein Kind in eine aufrechte Sitzposition. Viele Kinder nehmen von selbst eine Haltung ein, bei der sie die Arme auf den Knien oder auf einem Tisch abstützen (Kutschersitz). Diese Position erleichtert die Atmung.
    • Lockere einengende Kleidung und sorge für frische, aber nicht kalte Luft.
    • Hilf deinem Kind, sein ärztlich verordnetes Asthma-Notfallspray (meist ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum wie Salbutamol) anzuwenden. Bei Schulkindern verbessert ein Spacer (Vorschaltkammer) die Wirkstoffaufnahme und erleichtert die Anwendung erheblich.
    • Die Dosierung richtet sich nach dem individuellen Asthma-Notfallplan des behandelnden Arztes. Liegt ein solcher Plan vor, sollte er konsequent befolgt werden.
    • Sprich ruhig mit deinem Kind und fordere es zu langsamen Atemzügen auf. Vermeide hektische Anweisungen oder körperliche Anstrengung.
    • Bessern sich die Beschwerden rasch nach Anwendung des Notfallsprays, sollte dein Kind dennoch weiter beobachtet werden.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler besteht darin, das Kind flach hinzulegen. Dadurch wird die Atmung zusätzlich erschwert.
  • Ebenso ungünstig ist es, das Kind zum schnellen oder tiefen Einatmen aufzufordern. Wichtig ist vielmehr eine ruhige und kontrollierte Atmung.
  • Das Notfallspray sollte nicht aus Angst vor Nebenwirkungen zurückgehalten werden. Es ist genau für solche Situationen vorgesehen.
  • Auch sollte niemals das Asthmaspray eines anderen Kindes verwendet werden, wenn keine ärztliche Verordnung vorliegt.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • das Notfallspray keine oder nur eine geringe Wirkung zeigt,
  • die Atemnot rasch zunimmt,
  • dein Kind kaum noch sprechen kann,
  • die Lippen oder Fingernägel blau werden,
  • dein Kind sehr erschöpft wirkt,
  • kaum noch Atemgeräusche hörbar sind (“stille Lunge”),
  • Bewusstseinsstörungen auftreten,
  • dein Kind nicht mehr normal atmet.

 

Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte dein Kind in einer für es angenehmen aufrechten Position bleiben. Das verordnete Notfallspray kann entsprechend des individuellen Notfallplans erneut angewendet werden.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine kinderärztliche Untersuchung ist sinnvoll,

  • wenn erstmals Asthmabeschwerden auftreten,
  • nach jedem mittelschweren oder schweren Asthmaanfall,
  • wenn Notfallsprays häufiger benötigt werden als üblich,
  • wenn die Beschwerden trotz der gewohnten Medikamente zunehmen,
  • bei wiederholtem nächtlichem Husten oder Belastungsatemnot.

 

Eine gute Langzeitbehandlung kann viele Asthmaanfälle verhindern.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus werden Atmung, Sauerstoffsättigung und Kreislauf überwacht. Je nach Schwere des Anfalls erhält das Kind Sauerstoff, wiederholte Inhalationen mit bronchienerweiternden Medikamenten sowie häufig zusätzlich Kortison. Bei schweren Verläufen können weitere Medikamente oder eine intensivmedizinische Behandlung notwendig werden.

Nach der Stabilisierung wird überprüft, ob die bisherige Asthmatherapie angepasst werden muss und ob ein individueller Asthma-Notfallplan vorliegt.

 

Merke

  • Asthma ist eine chronische Entzündung der Atemwege mit anfallsweiser Verengung der Bronchien.
  • Die Ausatmung ist meist stärker beeinträchtigt als die Einatmung.
  • Das verordnete Notfallspray sollte frühzeitig angewendet werden.
  • Eine aufrechte Haltung erleichtert die Atmung.
  • Eine stille Lunge, zunehmende Erschöpfung oder fehlende Wirkung des Notfallsprays sind Warnzeichen eines lebensbedrohlichen Asthmaanfalls – in diesem Fall sofort 112 wählen.

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