Atemnot

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Atemnot

Atemnot bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe, wenn dein Kind schlecht Luft bekommt

Atemnot gehört zu den beängstigendsten Notfällen überhaupt. Wenn dein Kind plötzlich nach Luft ringt, schnell atmet oder kaum noch sprechen kann, geraten viele Eltern verständlicherweise in Panik. Dabei ist gerade jetzt ruhiges und schnelles Handeln entscheidend.

Atemnot ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Warnsignal des Körpers. Die Ursachen reichen von einem harmlosen Infekt bis hin zu lebensbedrohlichen Notfällen wie einem Asthmaanfall, einer schweren allergischen Reaktion oder einer Verlegung der Atemwege. Deshalb sollte jede plötzlich auftretende oder ausgeprägte Atemnot ernst genommen werden.

 

Was passiert bei Atemnot?

Damit alle Organe ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, muss Luft ungehindert über Mund und Nase durch Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien bis in die Lungenbläschen gelangen. Dort wird Sauerstoff ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid wieder abgegeben.

Ist dieser Vorgang gestört, versucht der Körper zunächst, dies auszugleichen. Das Kind atmet schneller und kräftiger, setzt zusätzliche Atemmuskeln ein und nimmt oft automatisch eine aufrechte Haltung ein. Reicht dies nicht mehr aus, sinkt die Sauerstoffversorgung des Körpers. Besonders Gehirn und Herz reagieren empfindlich auf Sauerstoffmangel. Deshalb kann schwere Atemnot innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden.

 

Häufige Ursachen

Atemnot kann viele Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören:

  • Asthma bronchiale
  • Infektionen der Atemwege, beispielsweise Bronchitis oder Lungenentzündung
  • schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie)
  • Fremdkörper in den Atemwegen
  • Hyperventilation durch Angst oder Panik
  • Einatmen von Rauch oder giftigen Gasen
  • Verletzungen des Brustkorbs
  • selten Herz- oder Lungenerkrankungen

 

So erkennst du Atemnot

Typische Anzeichen sind:

  • schnelle oder erschwerte Atmung
  • sichtbare Anstrengung beim Atmen
  • Einziehungen zwischen den Rippen, am Brustbein oder am Hals
  • Nasenflügeln (vor allem bei jüngeren Kindern)
  • pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche
  • Husten oder Heiserkeit
  • Engegefühl in der Brust
  • Schwierigkeiten, ganze Sätze zu sprechen
  • Angst oder Unruhe

 

Warnzeichen einer schweren Atemnot sind:

  • bläuliche Lippen oder Fingernägel
  • zunehmende Erschöpfung
  • Verwirrtheit oder Benommenheit
  • kaum noch hörbare Atemgeräusche
  • Bewusstlosigkeit

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Bleibe ruhig und beruhige dein Kind. Angst verstärkt häufig die Atemnot.
    • Rufe bei schwerer Atemnot frühzeitig den Rettungsdienst unter 112.
    • Bringe dein Kind in eine Position, in der es am besten atmen kann. Meist ist dies eine aufrechte Sitzhaltung oder der Kutschersitz mit abgestützten Armen. Lege ein Kind mit Atemnot nicht flach auf den Rücken, solange es selbstständig atmet.
    • Lockere enge Kleidung am Hals und sorge für frische Luft, ohne dein Kind auszukühlen.
    • Hat dein Kind eine bekannte Erkrankung wie Asthma oder eine schwere Allergie, hilf ihm bei der Anwendung der ärztlich verordneten Notfallmedikamente, beispielsweise eines Asthma-Notfallsprays oder eines Adrenalin-Autoinjektors.
  • Beobachte die Atmung kontinuierlich. Wird dein Kind bewusstlos, kontrolliere sofort die Atmung. Atmet es normal, bringe es in die stabile Seitenlage. Atmet es nicht normal, beginne unverzüglich mit der Wiederbelebung.

 

Häufige Fehler

  • Viele Eltern fordern ihr Kind auf, tief Luft zu holen. Das kann die Situation verschlechtern oder zusätzliche Angst auslösen. Hilfreicher ist es, ruhig zu sprechen und das Kind seine angenehmste Atemposition selbst finden zu lassen.
  • Gib einem Kind mit ausgeprägter Atemnot nichts zu essen oder zu trinken. Es könnte sich verschlucken.
  • Lasse ein Kind mit schwerer Atemnot niemals allein und zögere den Notruf nicht hinaus, wenn sich die Beschwerden verschlimmern.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn dein Kind:

  • plötzlich schwere Atemnot entwickelt,
  • kaum noch sprechen kann,
  • bläuliche Lippen oder Fingernägel hat,
  • nach Luft ringt,
  • einen Fremdkörper eingeatmet haben könnte,
  • Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion zeigt,
  • bewusstlos wird,
  • nicht mehr normal atmet.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Auch bei leichteren Beschwerden sollte dein Kind zeitnah ärztlich untersucht werden, wenn:

  • die Atemnot wiederholt auftritt,
  • Fieber und Husten hinzukommen,
  • pfeifende Atemgeräusche bestehen,
  • Brustschmerzen auftreten,
  • die Ursache unklar ist oder
  • die Beschwerden trotz Behandlung nicht vollständig verschwinden.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Zunächst werden Atmung, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und Kreislauf überprüft. Anschließend suchen die Ärztinnen und Ärzte nach der Ursache der Atemnot. Je nach Situation können Blutuntersuchungen, eine Röntgenaufnahme der Lunge, ein EKG oder eine Lungenfunktionsprüfung notwendig sein.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Sie kann Sauerstoff, Inhalationen, Medikamente gegen Asthma oder Allergien, Antibiotika oder – bei einer Atemwegsverlegung – weitere notfallmedizinische Maßnahmen umfassen.

 

Merke

  • Atemnot ist immer ein Warnsignal und sollte ernst genommen werden.
  • Bleibe ruhig und bringe dein Kind in eine aufrechte, für es angenehme Position.
  • Unterstütze dein Kind bei der Anwendung verordneter Notfallmedikamente.
  • Bei Bewusstlosigkeit: Atmung kontrollieren und gegebenenfalls stabile Seitenlage oder Wiederbelebung durchführen.
    Schwere oder plötzlich auftretende Atemnot ist ein Notfall – wähle sofort den Notruf 112.

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