Augenverletzung

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Augenverletzung

Augenverletzungen bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei Verletzungen des Auges

Unsere Augen gehören zu den empfindlichsten Organen des Körpers. Schon kleine Verletzungen können sehr schmerzhaft sein und das Sehvermögen beeinträchtigen. Im Schulalter entstehen Augenverletzungen häufig beim Sport, beim Basteln, beim Experimentieren in der Schule oder durch spielerische Rangeleien. Die meisten Verletzungen sind harmlos und heilen gut aus. Manche können jedoch das Augenlicht dauerhaft gefährden und müssen sofort augenärztlich behandelt werden.

Mit den richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen kannst du entscheidend dazu beitragen, weitere Schäden zu verhindern.

 

Was passiert bei einer Augenverletzung?

Die Hornhaut auf der Vorderseite des Auges ist durchsichtig und enthält besonders viele Nervenenden. Deshalb verursachen selbst kleine Kratzer oder Fremdkörper oft starke Schmerzen, Tränenfluss und ein Fremdkörpergefühl.

Dringen Chemikalien oder spitze Gegenstände in das Auge ein, können tiefere Strukturen wie Hornhaut, Linse oder Netzhaut verletzt werden. Solche Verletzungen stellen einen augenärztlichen Notfall dar, da unbehandelt bleibende Schäden das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen können.

 

Häufige Ursachen

Augenverletzungen entstehen bei Schulkindern und Jugendlichen häufig durch:

  • Sand, Staub oder kleine Steinchen
  • Äste oder Pflanzen
  • Sportverletzungen, beispielsweise durch Bälle, Schläger oder Ellbogen
  • Feuerwerkskörper oder Knallkörper
  • Bastelarbeiten mit Scheren oder Draht
  • Chemikalien wie Reinigungsmittel oder Säuren
  • UV-Strahlung, beispielsweise beim Schweißen oder in großer Höhe ohne geeigneten Augenschutz

 

Auch Kontaktlinsen können kleine Verletzungen der Hornhaut verursachen oder Infektionen begünstigen.

 

So erkennst du eine Augenverletzung

Je nach Ursache können unterschiedliche Beschwerden auftreten.

Typische Symptome sind:

  • starke Augenschmerzen
  • Fremdkörpergefühl
  • Tränenfluss
  • Rötung
  • Lichtempfindlichkeit
  • verschwommenes Sehen
  • Schwellung der Lider
  • Schwierigkeiten, das Auge zu öffnen

 

Warnzeichen für eine schwere Augenverletzung sind:

  • deutliche Sehverschlechterung
  • Doppelbilder
  • Blut im Auge
  • sichtbare Verletzungen des Augapfels
  • ein eingedrungener Fremdkörper
  • unregelmäßige Pupillen
  • starke Schmerzen nach einem stumpfen Schlag auf das Auge

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

Beruhige dein Kind zunächst und verhindere, dass es am Auge reibt. Dadurch könnten Fremdkörper tiefer eindringen oder die Hornhaut zusätzlich verletzen.

Kleine lose Fremdkörper wie Staub oder Sand können häufig durch vorsichtiges Spülen mit sauberem Wasser oder steriler Kochsalzlösung entfernt werden. Lässt sich der Fremdkörper nicht ausspülen oder bleiben Beschwerden bestehen, sollte das Auge augenärztlich untersucht werden.

Nach einem stumpfen Schlag, beispielsweise durch einen Ball, kannst du das geschlossene Auge vorsichtig mit einer kühlen Kompresse kühlen. Lege Kühlpacks niemals direkt auf die Haut.

Gelangen Chemikalien in das Auge, musst du sofort handeln. Spüle das Auge unverzüglich mit reichlich sauberem Leitungswasser – mindestens 15 bis 20 Minuten lang. Beachte den Eigenschutz! Halte dabei die Augenlider möglichst geöffnet und lasse das Wasser vom inneren zum äußeren Augenwinkel fließen, damit das andere Auge nicht mit der Chemikalie in Kontakt kommt. Kontaktlinsen sollten – wenn möglich – während des Spülens entfernt werden.

Steckt ein Fremdkörper im Auge oder besteht der Verdacht auf eine durchdringende Augenverletzung, darfst du den Fremdkörper niemals entfernen. Übe keinen Druck auf das Auge aus und decke es locker mit einer sterilen Augenkompresse oder einem sauberen Becher als Schutz ab.

 

Häufige Fehler

Ein häufiger Fehler ist es, am Auge zu reiben. Dadurch können kleine Hornhautverletzungen deutlich größer werden.

Auch festsitzende Fremdkörper sollten niemals selbst entfernt werden.

Nach einer Verätzung darf keine Zeit verloren gehen. Die Spülung sollte sofort beginnen – nicht erst nach Rücksprache mit einem Arzt.

Verwende keine Augensalben oder Augentropfen, wenn die Ursache der Verletzung unklar ist oder eine schwere Augenverletzung vermutet wird.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn dein Kind:

  • eine schwere Augenverletzung nach einem Unfall erlitten hat,
  • ein Gegenstand im Auge steckt,
  • nach einer Verätzung starke Schmerzen oder Sehstörungen hat,
  • das Auge offensichtlich verletzt oder geöffnet erscheint,
  • nach einer Augenverletzung bewusstlos wird oder weitere schwere Verletzungen vorliegen.

 

Wann ist eine augenärztliche Untersuchung notwendig?

Eine augenärztliche Untersuchung sollte erfolgen bei:

  • allen anhaltenden Schmerzen,
  • jeder Sehverschlechterung,
  • Lichtempfindlichkeit,
  • Blut im Auge,
  • Fremdkörpern, die sich nicht ausspülen lassen,
  • Verletzungen durch Chemikalien,
  • Verletzungen durch spitze Gegenstände,
  • starken Schlägen auf das Auge,
  • Kontaktlinsenträgern mit anhaltenden Beschwerden.

 

Was passiert beim Augenarzt?

Der Augenarzt überprüft zunächst die Sehschärfe sowie die Beweglichkeit und Reaktion der Pupillen. Anschließend wird das Auge mit einer Spaltlampe untersucht. Kleine Hornhautverletzungen lassen sich mithilfe eines speziellen Farbstoffs sichtbar machen. Je nach Verletzung können antibiotische Augentropfen, schmerzlindernde Medikamente oder – bei schwereren Verletzungen – eine operative Behandlung erforderlich sein.

 

Merke

  • Augenverletzungen immer ernst nehmen.
  • Reibe niemals am verletzten Auge.
  • Chemikalien sofort mindestens 15 bis 20 Minuten mit Wasser ausspülen.
  • Eingedrungene Fremdkörper niemals selbst entfernen.
  • Schmerzen, Sehstörungen oder Verletzungen durch Chemikalien gehören immer augenärztlich untersucht.

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