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Blutung

Akute Blutungen bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei starken Blutungen

Stürze, Schnittverletzungen oder Unfälle beim Sport gehören zum Alltag von Schulkindern und Jugendlichen. Die meisten Wunden bluten nur wenig und lassen sich problemlos versorgen. Starke Blutungen können jedoch innerhalb kurzer Zeit zu einem erheblichen Blutverlust führen und lebensbedrohlich werden. Deshalb ist es wichtig, Blutungen schnell zu erkennen und sofort richtig zu handeln.

Die gute Nachricht: Bereits mit einfachen Erste-Hilfe-Maßnahmen können die meisten Blutungen wirksam gestoppt oder deutlich vermindert werden. Die wichtigste Maßnahme ist dabei der direkte Druck auf die Wunde.

 

Was passiert bei einer Blutung?

Blut transportiert Sauerstoff und Nährstoffe zu allen Organen. Wird ein Blutgefäß verletzt, versucht der Körper die Blutung sofort zu stoppen. Blutplättchen lagern sich an der Verletzungsstelle an und bilden gemeinsam mit Gerinnungsfaktoren ein Blutgerinnsel.

Bei größeren Verletzungen reicht dieser natürliche Schutz jedoch oft nicht aus. Je stärker die Blutung, desto schneller kann der Körper große Mengen Blut verlieren. Sinkt das Blutvolumen zu stark ab, werden lebenswichtige Organe nicht mehr ausreichend durchblutet. Es droht ein Schock, der unbehandelt lebensbedrohlich werden kann.

 

Häufige Ursachen

Akute Blutungen entstehen häufig durch:

  • Schnittverletzungen mit Messern oder Glasscherben
  • Stürze auf scharfe Gegenstände
  • Sportverletzungen
  • Tierbisse
  • Maschinen- oder Werkzeugverletzungen
  • Verkehrsunfälle

 

So erkennst du eine starke Blutung

Eine starke Blutung zeigt sich durch:

  • schnell austretendes Blut
  • stark durchnässte Kleidung oder Verbände
  • Blut, das trotz Druck weiter austritt
  • große Blutlachen

 

Zusätzlich können Anzeichen eines beginnenden Schocks auftreten:

  • Blässe
  • kalter Schweiß
  • schneller Puls
  • Unruhe oder Angst
  • Schwindel
  • zunehmende Müdigkeit
  • Bewusstseinsstörungen

 

Diese Warnzeichen bedeuten, dass der Blutverlust bereits Auswirkungen auf den Kreislauf hat.

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Bewahre Ruhe und verschaffe dir einen Überblick.
    • Ziehe – wenn möglich – Einmalhandschuhe an oder schütze deine Hände mit einer sauberen Barriere, um den Kontakt mit Blut zu vermeiden.
    • Übe sofort direkten Druck auf die Wunde aus. Verwende dafür eine sterile Kompresse oder notfalls ein sauberes Tuch. Ist nichts anderes verfügbar, darf der Druck auch direkt mit der Hand erfolgen.
    • Hält die Blutung an, lege einen Druckverband an. Entferne bereits aufgelegte Kompressen dabei nicht, sondern lege weiteres Verbandmaterial darüber und erhöhe den Druck.
    • Lagere die verletzte Extremität nach Möglichkeit ruhig. Ein Hochlagern kann unterstützend wirken, ersetzt aber niemals den direkten Druck auf die Wunde.
    • Beruhige dein Kind und achte darauf, dass es möglichst wenig bewegt wird.

 

Lebensbedrohliche Blutungen

Bei sehr starken Blutungen steht das schnelle Stoppen der Blutung an erster Stelle.

Lässt sich eine lebensbedrohliche Blutung trotz konsequentem direkten Druck und korrekt angelegtem Druckverband nicht kontrollieren, kann in Ausnahmefällen ein Abbindesystem (Tourniquet) erforderlich sein. Dieses sollte möglichst nur von Personen angewendet werden, die darin geschult sind. Ist kein Tourniquet verfügbar und handelt es sich um eine unmittelbar lebensbedrohliche Blutung an Arm oder Bein, muss der direkte Druck ohne Unterbrechung aufrechterhalten werden, bis der Rettungsdienst eintrifft.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler besteht darin, ständig nachzusehen, ob die Blutung bereits aufgehört hat. Dadurch wird das Blutgerinnsel immer wieder gelöst.
  • Auch sollten durchblutete Kompressen nicht entfernt werden. Sie bleiben auf der Wunde und werden mit weiterem Verbandmaterial überdeckt.
  • Versuche niemals, tief sitzende Fremdkörper – beispielsweise Glasscherben oder Metallteile – selbst zu entfernen. Sie können verletzte Blutgefäße teilweise verschließen. Entfernst du sie, kann die Blutung deutlich zunehmen. Stabilisiere den Fremdkörper stattdessen mit lockerem Verbandmaterial und übe den Druck um ihn herum aus.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • die Blutung stark oder spritzend ist,
  • sich die Blutung trotz direkten Drucks nicht stoppen lässt,
  • sehr viel Blut verloren geht,
  • ein Fremdkörper tief in der Wunde steckt,
  • eine Teil- oder vollständige Amputation vorliegt,
  • Anzeichen eines Schocks auftreten,
  • dein Kind bewusstlos wird oder nicht mehr normal atmet.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:

  • tiefen Schnitt- oder Risswunden,
  • Tier- oder Menschenbissen,
  • stark verschmutzten Wunden,
  • Wunden, die genäht oder geklebt werden müssen,
  • anhaltender Blutung,
  • Verletzungen von Gesicht, Händen oder Genitalbereich,
  • Unsicherheit bezüglich des Tetanus-Impfschutzes.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Nach der Blutstillung wird die Wunde gründlich untersucht und gereinigt. Je nach Art der Verletzung wird sie geklebt, genäht oder mit speziellen Wundverschlussstreifen versorgt. Bei größeren Blutverlusten werden Kreislauf und Blutwerte überwacht. Außerdem wird überprüft, ob eine Auffrischung der Tetanus-Impfung notwendig ist.

 

Merke

  • Direkter Druck auf die Wunde ist die wichtigste Maßnahme zur Blutstillung.
  • Entferne durchblutete Kompressen nicht – lege weiteres Material darüber.
  • Tief sitzende Fremdkörper niemals selbst entfernen.
  • Achte auf Anzeichen eines Schocks wie Blässe, kalten Schweiß oder Benommenheit.
  • Lässt sich eine starke Blutung nicht kontrollieren oder treten Schockzeichen auf, wähle sofort den Notruf 112.

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