Brustkorbverletzung

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Brustkorbverletzung

Brustkorbverletzungen bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei Verletzungen des Brustkorbs

Ein Sturz vom Fahrrad, ein Zusammenstoß beim Fußball oder ein Verkehrsunfall – Verletzungen des Brustkorbs können harmlos sein, aber auch lebensbedrohliche Folgen haben. Da sich im Brustkorb lebenswichtige Organe wie Herz und Lunge befinden, sollten Schmerzen oder Atembeschwerden nach einem Unfall immer ernst genommen werden.

Auch wenn äußerlich nur wenige Verletzungen sichtbar sind, können Rippen, Lunge oder andere Organe betroffen sein. Deshalb ist eine sorgfältige Beobachtung besonders wichtig.

 

Was passiert bei einer Brustkorbverletzung?

Der Brustkorb schützt Herz, Lunge und große Blutgefäße. Bei einem heftigen Aufprall können Prellungen der Muskulatur oder der Rippen entstehen. Stärkere Gewalteinwirkungen können zu Rippenbrüchen oder – seltener bei Kindern – zu Verletzungen der Lunge oder anderer Organe führen.

Kinder haben einen elastischeren Brustkorb als Erwachsene. Dadurch brechen die Rippen zwar seltener, gleichzeitig können die darunterliegenden Organe trotzdem verletzt werden.

 

Häufige Ursachen

Brustkorbverletzungen entstehen häufig durch:

  • Stürze mit dem Fahrrad, Roller oder E-Scooter,
  • Verkehrsunfälle,
  • Sportunfälle,
  • Zusammenstöße beim Spielen,
  • Stürze aus größerer Höhe,
  • direkte Schläge oder Tritte gegen den Brustkorb.

 

So erkennst du eine Brustkorbverletzung

Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen im Brustkorb,
  • Schmerzen beim Einatmen,
  • flache oder schnelle Atmung,
  • Druckschmerz,
  • Schwellung oder Bluterguss,
  • Schonhaltung.

 

Warnzeichen für eine schwere Verletzung sind:

  • starke Atemnot,
  • bläuliche Lippen oder Haut,
  • zunehmende Schmerzen,
  • Husten mit blutigem Auswurf,
  • auffällige Bewegungen des Brustkorbs,
  • Bewusstseinsstörungen,
  • Zeichen eines Schocks wie Blässe, kalte Haut und Benommenheit.

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Bewahre Ruhe und beruhige dein Kind.
    • Lasse dein Kind die Position einnehmen, in der es am besten atmen kann. Meist ist dies eine aufrechte oder leicht nach vorne gebeugte Sitzposition. Zwinge dein Kind nicht zum Hinlegen, wenn dadurch die Atemnot zunimmt.
    • Kontrolliere regelmäßig die Atmung.
    • Lockere enge Kleidung und sorge für frische Luft.
    • Offene Wunden am Brustkorb sollten locker mit einer sterilen Wundauflage abgedeckt werden. Übe nur dann direkten Druck aus, wenn eine starke äußere Blutung gestillt werden muss und dies die Atmung nicht beeinträchtigt.
    • Beruhige dein Kind und vermeide unnötige Bewegungen.

 

Besonderheit: Atemnot

Hat dein Kind Schwierigkeiten beim Atmen, wird die Atmung zunehmend schneller oder fällt das Sprechen schwer, handelt es sich um einen medizinischen Notfall.

Wähle sofort den Notruf 112.

Wird dein Kind bewusstlos, kontrolliere sofort die Atmung.

  • Atmet es normal, bringe es in die stabile Seitenlage.
  • Atmet es nicht oder nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung nach den aktuellen ERC-Leitlinien.

 

Häufige Fehler

Ein häufiger Fehler ist es, Brustschmerzen nach einem Sturz als harmlose Prellung abzutun. Gerade nach einem Verkehrsunfall oder einem heftigen Aufprall können auch innere Verletzungen vorliegen.

Ebenso sollte der Brustkorb nicht fest mit Bandagen oder elastischen Binden umwickelt werden. Früher wurde dies gelegentlich empfohlen, heute weiß man, dass dadurch die Atmung eingeschränkt und das Risiko für Komplikationen erhöht werden kann.

Kinder mit Atemnot sollten außerdem nicht zum Hinlegen gezwungen werden. Sie dürfen die Haltung einnehmen, in der ihnen das Atmen am leichtesten fällt.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • Atemnot besteht,
  • starke Brustschmerzen nach einem Unfall auftreten,
  • das Kind bewusstlos ist,
  • die Atmung auffällig oder sehr schnell ist,
  • Husten mit Blut auftritt,
  • der Brustkorb sichtbar verformt ist,
  • eine schwere Verletzung nach einem Verkehrsunfall oder Sturz vermutet wird,
  • Anzeichen eines Schocks bestehen.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:

  • anhaltenden Schmerzen im Brustkorb,
  • Schmerzen beim Atmen,
  • Druckschmerzen über den Rippen,
  • Blutergüssen nach einem stärkeren Aufprall,
  • Verdacht auf eine Rippenverletzung,
  • jeder Brustkorbverletzung nach einem Verkehrsunfall oder Sturz aus größerer Höhe.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Die Ärztin oder der Arzt untersucht zunächst Atmung, Kreislauf und den Brustkorb. Je nach Unfallhergang und Beschwerden können Ultraschall, Röntgen oder eine Computertomographie (CT) erforderlich sein, um Verletzungen der Rippen, der Lunge oder anderer Organe auszuschließen. Die Behandlung richtet sich nach der Art der Verletzung und reicht von einer wirksamen Schmerztherapie bis zur Versorgung schwerer innerer Verletzungen.

 

Merke

  • Brustkorbverletzungen können äußerlich harmlos aussehen und dennoch schwerwiegend sein.
  • Atemnot nach einem Unfall ist immer ein Notfall.
  • Lass dein Kind die Position einnehmen, in der es am besten atmen kann.
  • Den Brustkorb nicht fest abbinden oder einwickeln.
  • Beobachte Atmung und Bewusstsein bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.
  • Bei Atemnot, Bewusstlosigkeit, Schockzeichen oder Verdacht auf eine schwere Verletzung gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.

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