Knalltrauma und Trommelfellverletzung bei Schulkindern und Jugendlichen
Erste Hilfe nach einem Schlag aufs Ohr oder einem lauten Knall
Ein kräftiger Schlag mit der flachen Hand auf das Ohr, ein explodierender Feuerwerkskörper in der Nähe oder ein anderer plötzlich auftretender sehr lauter Knall können das empfindliche Gehör schädigen. Betroffene Kinder klagen oft sofort über starke Ohrenschmerzen, ein dumpfes Hörgefühl oder ein Pfeifen im Ohr. In manchen Fällen kann sogar das Trommelfell reißen.
Die meisten Knalltraumata heilen ohne bleibende Schäden aus. Dennoch sollte jede plötzliche Hörminderung oder ein Verdacht auf eine Trommelfellverletzung zeitnah ärztlich untersucht werden, da eine frühzeitige Behandlung die Heilung unterstützen und Folgeschäden vermeiden kann.
Was passiert im Ohr?
Schallwellen treffen zunächst auf das Trommelfell, eine dünne Membran zwischen äußerem Gehörgang und Mittelohr. Das Trommelfell überträgt die Schwingungen auf die Gehörknöchelchen und schließlich an das Innenohr, wo sie in Nervenimpulse umgewandelt werden.
Ein sehr lauter Knall oder ein plötzlicher Druckanstieg – beispielsweise durch einen Schlag mit der flachen Hand auf das Ohr – kann das Trommelfell stark belasten. Dabei kann es zu einer vorübergehenden Überdehnung, einem Einriss oder sogar zu einem vollständigen Trommelfellriss kommen.
Zusätzlich können die empfindlichen Sinneszellen im Innenohr durch den starken Schalldruck geschädigt werden. Dadurch entstehen typische Beschwerden wie Ohrgeräusche (Tinnitus) oder eine vorübergehende Hörminderung. In den meisten Fällen erholen sich diese Sinneszellen wieder, manchmal bleiben jedoch dauerhafte Hörschäden zurück.
Häufige Ursachen
Ein Knalltrauma oder eine Trommelfellverletzung entsteht häufig durch:
- einen Schlag mit der flachen Hand auf das Ohr
- Feuerwerkskörper oder Böller
- Schüsse oder Explosionen
- Airbags bei Verkehrsunfällen
- sehr laute Musik über Kopfhörer oder Lautsprecher
- Druckwellen bei Explosionen
- selten starke Druckschwankungen beim Tauchen oder Fliegen
So erkennst du ein Knalltrauma
Typische Beschwerden sind:
- plötzlich einsetzende Ohrenschmerzen
- Hörminderung auf einer oder beiden Seiten
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Druck- oder Völlegefühl im Ohr
- Schwindel
- Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen
Hinweise auf eine Trommelfellverletzung können sein:
- plötzliche Schmerzen nach einem Knall
- Blut oder wässrige Flüssigkeit aus dem Ohr
- deutliche Hörminderung
- pfeifende Geräusche beim Naseputzen
Erste Hilfe – Schritt für Schritt
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- Bringe dein Kind zunächst aus der Lärmquelle oder der Gefahrensituation.
- Beruhige dein Kind und vermeide weitere laute Geräusche.
- Stecke keine Watte, Taschentücher oder andere Gegenstände in den Gehörgang.
- Hat dein Kind lediglich Ohrenschmerzen oder ein dumpfes Hörgefühl, sollte das Ohr geschont und zeitnah durch eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt untersucht werden.
- Besteht der Verdacht auf eine Trommelfellverletzung oder tritt Blut aus dem Ohr aus, decke das Ohr locker mit einer sterilen Kompresse ab, ohne Druck auszuüben.
- Bis zur ärztlichen Untersuchung sollte kein Wasser in das betroffene Ohr gelangen. Verzichte daher auf Schwimmen oder Tauchen und halte das Ohr beim Duschen möglichst trocken.
Häufige Fehler
- Ein häufiger Fehler ist es, Ohrentropfen ohne ärztliche Empfehlung anzuwenden. Bei einer Verletzung des Trommelfells können manche Präparate in das Mittelohr gelangen und dort Schäden verursachen.
- Ebenso sollten Wattestäbchen oder andere Gegenstände niemals in den Gehörgang eingeführt werden.
- Auch starkes Schnäuzen sollte vermieden werden, da dadurch zusätzlicher Druck auf das Trommelfell entstehen kann.
Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?
Wähle sofort den Notruf 112, wenn dein Kind:
- nach einer Explosion oder einem schweren Unfall weitere Verletzungen hat,
- bewusstlos ist oder nicht normal atmet,
- starke Schwindelbeschwerden mit Erbrechen entwickelt,
- Blut oder klare Flüssigkeit aus dem Ohr nach einer schweren Kopfverletzung austritt,
- Anzeichen einer schweren Kopfverletzung zeigt.
Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?
Eine zeitnahe Untersuchung durch eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist erforderlich bei:
- jeder plötzlichen Hörminderung,
- Ohrgeräuschen (Tinnitus),
- Blut aus dem Ohr,
- Verdacht auf einen Trommelfellriss,
- anhaltenden Ohrenschmerzen,
- Schwindel,
- Beschwerden nach einem Schlag auf das Ohr oder einem lauten Knall.
Was passiert beim HNO-Arzt?
Zunächst wird das Ohr mit einem Otoskop untersucht. Dabei lässt sich erkennen, ob das Trommelfell unverletzt ist oder ein Einriss vorliegt. Zusätzlich wird das Hörvermögen überprüft. Je nach Befund können weitere Hörtests durchgeführt werden.
Die meisten kleinen Trommelfellverletzungen heilen innerhalb weniger Wochen von selbst. Größere Defekte oder ausgeprägte Hörstörungen müssen gelegentlich operativ behandelt werden.
Merke
- Ein Schlag auf das Ohr oder ein lauter Knall können das Trommelfell und das Innenohr schädigen.
- Plötzliche Hörminderung oder Ohrgeräusche sollten immer ärztlich abgeklärt werden.
- Stecke niemals Wattestäbchen oder andere Gegenstände in das verletzte Ohr.
- Halte das Ohr bei Verdacht auf einen Trommelfellriss trocken.
- Blut aus dem Ohr, starker Schwindel oder Beschwerden nach einer schweren Kopfverletzung sind Warnzeichen und erfordern sofortige medizinische Hilfe.