Knochenbruch

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Knochenbruch

Knochenbruch oder Prellung bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe nach einem Sturz oder Sportunfall

Stürze gehören zum Alltag von Schulkindern und Jugendlichen. Ob beim Fußball, Radfahren, Skaten oder Klettern – schnell ist ein Arm abgestützt oder das Knie gegen eine Kante gestoßen. Nicht jede schmerzhafte Verletzung ist ein Knochenbruch. Häufig handelt es sich um eine Prellung, Verstauchung oder Bänderverletzung. Dennoch lassen sich beide Verletzungen von außen oft nur schwer unterscheiden.

Die wichtigste Regel lautet deshalb: Behandle jede Verletzung so, als könnte ein Knochen gebrochen sein, bis das Gegenteil ärztlich festgestellt wurde. So vermeidest du weitere Schäden und unnötige Schmerzen.

 

Was passiert bei einer Prellung oder einem Knochenbruch?

Bei einer Prellung (Kontusion) wirken starke Kräfte auf Muskeln, Fettgewebe oder Knochen, ohne dass der Knochen bricht. Dabei werden kleine Blutgefäße verletzt. Es entstehen Schmerzen, Schwellungen und häufig ein Bluterguss.

Bei einem Knochenbruch (Fraktur) ist die Stabilität des Knochens unterbrochen. Der Bruch kann vollständig oder unvollständig sein. Kinderknochen sind elastischer als die von Erwachsenen. Deshalb treten bei ihnen häufiger sogenannte Grünholzfrakturen auf. Dabei bricht der Knochen nicht vollständig, sondern verbiegt sich teilweise – ähnlich wie ein frischer Ast.

Zusätzlich können bei einem Bruch Muskeln, Bänder, Nerven oder Blutgefäße verletzt werden.

 

Häufige Ursachen

Knochenbrüche und Prellungen entstehen häufig durch:

  • Stürze beim Fahrrad-, Roller- oder Skateboardfahren
  • Sportunfälle
  • Stürze vom Klettergerüst
  • Umknicken beim Laufen
  • Zusammenstöße beim Sport
  • Verkehrsunfälle

 

Besonders häufig betroffen sind Handgelenk, Unterarm, Schlüsselbein, Sprunggelenk und Finger.

 

So erkennst du einen Knochenbruch

Eine sichere Unterscheidung zwischen Prellung und Bruch ist oft erst durch eine ärztliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Röntgenaufnahme möglich.

Ein Knochenbruch kann sich zeigen durch:

  • starke Schmerzen
  • deutliche Schwellung
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Fehlstellung oder ungewöhnliche Achse
  • Schonhaltung
  • Schmerzen bereits bei kleinsten Bewegungen
  • Knirschen oder Reiben (nicht absichtlich prüfen!)

 

Hinweise auf eine Prellung sind häufig:

  • Schmerzen an der Aufprallstelle
  • Bluterguss
  • Schwellung
  • eingeschränkte Belastbarkeit

 

Auch eine Prellung kann sehr schmerzhaft sein. Umgekehrt kann ein Knochenbruch anfangs überraschend wenig Schmerzen verursachen.

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Beruhige dein Kind und verhindere unnötige Bewegungen der verletzten Körperregion.
    • Bewege oder richte eine vermutete Fraktur niemals selbst gerade.
    • Ist ein Arm verletzt, kann er mit einem Dreieckstuch oder einer Armschlinge ruhiggestellt werden. Ein verletztes Bein sollte möglichst nicht belastet werden.
    • Kühle die verletzte Stelle mit einer Kühlkompresse oder einem Coldpack, das in ein Tuch gewickelt ist. Lege Eis niemals direkt auf die Haut, da es zu Kälteschäden kommen kann.
    • Offene Wunden sollten steril abgedeckt werden. Ragt ein Knochen aus der Haut, versuche niemals, ihn zurückzuschieben.
    • Bei Verdacht auf eine Verletzung der Wirbelsäule sollte dein Kind möglichst nicht bewegt werden.

 

  • Häufige Fehler
  • Viele Eltern versuchen, die Beweglichkeit zu testen oder den Arm “vorsichtig einmal durchzubewegen”. Dadurch können Schmerzen verstärkt und weitere Verletzungen verursacht werden.
  • Ebenso sollten sichtbare Fehlstellungen niemals selbst eingerenkt werden.
  • Auch intensive Massagen oder Wärmeanwendungen sind unmittelbar nach einer frischen Verletzung ungeeignet, da sie Schwellungen und Blutungen verstärken können.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn dein Kind:

  • eine offene Fraktur hat,
  • eine deutliche Fehlstellung des Arms oder Beins zeigt,
  • starke Blutungen bestehen,
  • starke Schmerzen nach einem schweren Unfall hat,
  • eine Verletzung der Wirbelsäule vermutet wird,
  • Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen auftreten,
  • Finger oder Zehen kalt, blass oder blau werden,
  • bewusstlos ist oder weitere schwere Verletzungen vorliegen.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist erforderlich bei:

  • Verdacht auf einen Knochenbruch,
  • anhaltenden starken Schmerzen,
  • deutlicher Schwellung,
  • eingeschränkter Beweglichkeit,
  • Belastungsunfähigkeit,
  • Verletzungen im Bereich von Gelenken,
  • allen Verletzungen, bei denen Unsicherheit besteht.

 

Was passiert im Krankenhaus oder in der Arztpraxis?

Nach der körperlichen Untersuchung wird meist eine Röntgenaufnahme angefertigt. Bei komplizierten Verletzungen können zusätzlich Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig sein.

Prellungen werden in der Regel mit Schonung, Kühlung und einer ausreichenden Schmerztherapie behandelt.

Ein Knochenbruch wird – je nach Art der Fraktur – ruhiggestellt, beispielsweise mit einem Gips oder einer Schiene. Manche Brüche müssen operativ versorgt werden. Kinderknochen besitzen jedoch ein außergewöhnlich gutes Heilungspotenzial, sodass selbst Brüche mit einer leichten Fehlstellung häufig vollständig ausheilen.

 

Merke

  • Nicht jede schmerzhafte Verletzung ist ein Knochenbruch – sicher unterscheiden lässt sich dies oft erst ärztlich.
  • Richte einen vermuteten Bruch niemals selbst ein.
  • Ruhigstellen und Kühlen sind die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen.
  • Offene Frakturen, Fehlstellungen oder Durchblutungsstörungen sind medizinische Notfälle.
  • Kann dein Kind eine Extremität nach einem Unfall nicht mehr belasten oder bewegen, sollte sie zeitnah ärztlich untersucht werden.

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