Kopfverletzung / Gehirnerschütterung

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Kopfverletzung / Gehirnerschütterung

Kopfverletzungen bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf

Kopfverletzungen gehören zu den häufigsten Unfallursachen im Schulalter. Sie entstehen beim Fahrradfahren, auf dem Spielplatz, beim Sport, auf dem Trampolin oder einfach beim Toben mit Freunden. Die meisten verlaufen glücklicherweise harmlos. Dennoch sollten Eltern jede Kopfverletzung ernst nehmen, denn hinter einem scheinbar leichten Stoß kann sich in seltenen Fällen eine Gehirnerschütterung oder sogar eine Blutung im Schädel verbergen.

Die gute Nachricht: Mit etwas Hintergrundwissen kannst du die Situation meist gut einschätzen und erkennst, wann dein Kind beobachtet werden sollte und wann sofort ärztliche Hilfe erforderlich ist.

 

Was passiert bei einer Kopfverletzung?

Das Gehirn ist von Hirnhäuten und Gehirnflüssigkeit umgeben und dadurch gut geschützt. Bei einem heftigen Stoß oder einer starken Beschleunigung – etwa durch einen Sturz vom Fahrrad oder einen Zusammenprall beim Fußball – bewegt sich das Gehirn jedoch für einen kurzen Moment innerhalb des Schädels.

Dadurch können Nervenzellen vorübergehend in ihrer Funktion gestört werden. Ärzte sprechen dann von einer Gehirnerschütterung. Meist entstehen dabei keine bleibenden Schäden, das Gehirn benötigt jedoch Zeit zur Erholung.

Sehr selten reißen durch die Gewalteinwirkung Blutgefäße. Es kann sich dann eine Blutung zwischen Gehirn und Schädel oder direkt im Gehirn entwickeln. Diese führt zu einem steigenden Druck im Schädel und ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Gerade deshalb ist es wichtig, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen.

 

Häufige Ursachen

Im Schulalter entstehen Kopfverletzungen vor allem durch:

  • Stürze beim Fahrrad-, Roller- oder E-Scooter-Fahren
  • Sportunfälle, beispielsweise beim Fußball, Handball oder Reiten
  • Stürze vom Klettergerüst oder Trampolin
  • Zusammenstöße mit anderen Kindern
  • Stürze beim Skifahren oder Inlineskaten
  • Verkehrsunfälle

 

Das Risiko schwerer Kopfverletzungen lässt sich durch einen gut sitzenden Fahrrad- oder Skihelm deutlich reduzieren.

 

So erkennst du eine Kopfverletzung

Nach einem Stoß auf den Kopf hat dein Kind häufig Schmerzen an der Aufprallstelle. Typisch sind außerdem eine Beule, Schwellung oder eine Platzwunde.

Eine Gehirnerschütterung kann sich zusätzlich bemerkbar machen durch:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Benommenheit
  • Gedächtnislücken
  • Konzentrationsstörungen
  • Licht- oder Lärmempfindlichkeit
  • ungewöhnliche Müdigkeit
  • Unsicherheit beim Gehen

 

Wichtig zu wissen: Diese Beschwerden treten nicht immer sofort auf. Manche entwickeln sich erst innerhalb der nächsten Stunden.

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Bleibe zunächst ruhig und beruhige dein Kind.
    • Ist eine Wunde vorhanden, versorge sie entsprechend und stoppe Blutungen durch direkten Druck.
    • Kühle eine Beule mit einer Kühlkompresse oder einem feuchten Tuch. Lege Kühlpacks niemals direkt auf die Haut, sondern wickle sie in ein Tuch ein.
    • Beobachte dein Kind in den nächsten 24 bis 48 Stunden aufmerksam. Frage regelmäßig nach Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit und achte darauf, ob es sich altersentsprechend verhält.
    • Hat dein Kind das Bewusstsein verloren, reagiert ungewöhnlich oder atmet nicht normal, überprüfe sofort die Atmung und beginne gegebenenfalls mit den entsprechenden Erste-Hilfe-Maßnahmen.
    • Nach einer Gehirnerschütterung braucht das Gehirn Ruhe. Körperliche Belastung, intensiver Sport sowie längere Bildschirmzeiten können Beschwerden verstärken und sollten zunächst vermieden werden. Die Rückkehr in Schule und Sport sollte schrittweise erfolgen und sich nach den Beschwerden richten.

 

Häufige Fehler

  • Viele Eltern glauben, dass eine Gehirnerschütterung nur vorliegt, wenn das Kind bewusstlos war. Das stimmt nicht. Die meisten Gehirnerschütterungen verlaufen ohne Bewusstlosigkeit.
  • Ebenso falsch ist die Annahme, dass ein Kind nach einer Kopfverletzung grundsätzlich nicht schlafen darf. Schlaf ist wichtig für die Erholung des Gehirns. Entscheidend ist vielmehr, dass das Kind zuvor ärztlich untersucht wurde oder keine Warnzeichen zeigt und sich normal verhält.
  • Auch starke Schmerzen sollten nicht ignoriert werden, nur weil äußerlich kaum etwas zu sehen ist.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn dein Kind:

  • bewusstlos ist oder war und nicht rasch wieder vollständig wach wird,
  • nicht normal atmet,
  • einen Krampfanfall entwickelt,
  • wiederholt erbricht,
  • starke oder zunehmende Kopfschmerzen hat,
  • verwirrt wirkt oder ungewöhnlich schläfrig wird,
  • Lähmungen oder Gefühlsstörungen zeigt,
  • Blut oder klare Flüssigkeit aus Nase oder Ohren austritt,
  • unterschiedlich große Pupillen hat,
  • nach einem schweren Verkehrsunfall oder Sturz aus großer Höhe verletzt wurde.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:

  • Verdacht auf eine Gehirnerschütterung,
  • anhaltenden Kopfschmerzen,
  • Schwindel oder Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Erinnerungslücken,
  • jeder Bewusstlosigkeit – auch wenn sie nur kurz war,
  • Platzwunden, die möglicherweise geklebt oder genäht werden müssen,
  • Unsicherheit der Eltern.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Zunächst untersuchen die Ärzte das Bewusstsein, die Orientierung, die Pupillenreaktion und das Nervensystem. Je nach Unfallhergang und Beschwerden wird entschieden, ob eine Bildgebung, beispielsweise eine Computertomographie (CT), notwendig ist. Da ein CT mit einer Strahlenbelastung verbunden ist, wird es bei Kindern nur durchgeführt, wenn es medizinisch wirklich erforderlich ist.

Viele Kinder können nach einer unauffälligen Untersuchung wieder nach Hause. Die Eltern erhalten genaue Hinweise, auf welche Warnzeichen sie in den nächsten 24 bis 48 Stunden achten sollten.

 

Merke

  • Nicht jede Kopfverletzung führt zu einer Gehirnerschütterung.
  • Eine Gehirnerschütterung kann auch ohne Bewusstlosigkeit auftreten.
  • Beschwerden entwickeln sich manchmal erst Stunden nach dem Unfall.
  • Beobachte dein Kind in den ersten 24 bis 48 Stunden besonders aufmerksam.
  • Bei Bewusstlosigkeit, wiederholtem Erbrechen, zunehmender Schläfrigkeit oder neurologischen Auffälligkeiten gilt: Sofort den Rettungsdienst unter 112 rufen.

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