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Ein Krampfanfall gehört zu den Situationen, die Eltern besonders erschrecken. Plötzlich verliert das Kind das Bewusstsein, stürzt zu Boden, der Körper versteift sich und beginnt rhythmisch zu zucken. Oft wirkt die Atmung unregelmäßig und die Lippen können sich leicht bläulich verfärben. Obwohl ein solcher Anfall dramatisch aussieht, endet er in den meisten Fällen nach wenigen Minuten von selbst.
Das Wichtigste ist jetzt: Ruhe bewahren, Verletzungen verhindern und den Anfall nicht aufzuhalten versuchen. Mit den richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen kannst du dein Kind wirksam schützen, bis der Anfall beendet ist oder medizinische Hilfe eintrifft.
Unser Gehirn arbeitet mit elektrischen Signalen, über die Nervenzellen miteinander kommunizieren. Bei einem epileptischen Anfall kommt es vorübergehend zu einer überschießenden, unkontrollierten elektrischen Aktivität vieler Nervenzellen. Dadurch werden Bewegungen, Wahrnehmung oder das Bewusstsein gestört.
Je nachdem, welche Hirnregion betroffen ist, können die Anfälle sehr unterschiedlich aussehen. Manche Kinder starren nur für wenige Sekunden ins Leere, andere zeigen unkontrollierte Zuckungen einzelner Körperteile. Der klassische generalisierte (den ganzen Körper betreffend) tonisch-klonische Anfall beginnt meist mit einer Versteifung des Körpers (tonische Phase), gefolgt von rhythmischen Muskelzuckungen (klonische Phase).
Nach dem Anfall benötigen Gehirn und Körper Zeit zur Erholung. Viele Kinder schlafen anschließend ein oder sind für einige Zeit verwirrt und erschöpft. Diese sogenannte Nachschlaf- oder Erholungsphase ist meist normal.
Ein Krampfanfall bedeutet nicht automatisch, dass ein Kind an Epilepsie leidet.
Mögliche Ursachen sind:
Bei Kindern mit bekannter Epilepsie können Schlafmangel, ausgelassene Medikamente oder flackerndes Licht individuelle Auslöser sein.
Ein generalisierter Krampfanfall zeigt sich häufig durch:
Nach dem Anfall sind viele Kinder zunächst schläfrig, verwirrt oder erinnern sich nicht an das Ereignis.
Wähle sofort den Notruf 112, wenn:
Eine ärztliche Untersuchung ist grundsätzlich nach jedem erstmaligen Krampfanfall erforderlich.
Auch Kinder mit bekannter Epilepsie sollten ärztlich vorgestellt werden, wenn:
Zunächst werden Atmung, Kreislauf und Bewusstsein überprüft. Anschließend suchen die Ärztinnen und Ärzte nach der Ursache des Krampfanfalls. Je nach Situation können Blutuntersuchungen, ein EEG zur Messung der Hirnströme sowie bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig sein.
Bei Kindern mit bekannter Epilepsie wird überprüft, ob die bisherige Behandlung angepasst werden muss. Ziel ist es, weitere Anfälle möglichst zu verhindern und gleichzeitig eine normale Entwicklung und Teilhabe am Alltag zu ermöglichen.

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