Nasenbluten bei Schulkindern und Jugendlichen
Erste Hilfe bei einer blutenden Nase
Nasenbluten gehört zu den häufigsten Notfällen im Kindes- und Jugendalter. Meist wirkt es dramatischer, als es tatsächlich ist. Schon kleine Verletzungen der Nasenschleimhaut können aufgrund ihrer sehr guten Durchblutung zu einer stärkeren Blutung führen. In den meisten Fällen lässt sich das Nasenbluten jedoch mit einfachen Erste-Hilfe-Maßnahmen innerhalb weniger Minuten stillen.
Trotzdem gibt es Situationen, in denen hinter Nasenbluten eine ernstere Verletzung steckt oder eine ärztliche Untersuchung notwendig ist. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie du richtig reagierst.
Was passiert bei Nasenbluten?
Die Nasenschleimhaut ist von einem dichten Netz feiner Blutgefäße durchzogen. Besonders im vorderen Bereich der Nasenscheidewand liegen viele kleine Gefäße dicht unter der Schleimhautoberfläche. Dieser Bereich wird als Locus Kiesselbachi bezeichnet und ist die häufigste Blutungsquelle bei Kindern und Jugendlichen.
Schon kleine Verletzungen, trockene Schleimhäute oder kräftiges Naseputzen können dazu führen, dass eines dieser feinen Blutgefäße platzt. Da die Schleimhaut sehr gut durchblutet ist, kann selbst eine kleine Verletzung überraschend stark bluten.
Häufige Ursachen
Nasenbluten entsteht häufig durch:
- Nasebohren
- kräftiges Schnäuzen
- trockene Heizungsluft
- Erkältungen
- Allergien
- kleine Stöße oder Schläge auf die Nase
- Sportverletzungen
- Fremdkörper in der Nase (vor allem bei jüngeren Kindern)
Seltener können auch Gerinnungsstörungen oder blutverdünnende Medikamente eine Rolle spielen.
So erkennst du Nasenbluten
Meist läuft hellrotes Blut aus einem Nasenloch, manchmal aus beiden. Gelegentlich fließt Blut auch in den Rachen. Das kann unangenehm sein und Übelkeit verursachen.
Nach einem stärkeren Schlag auf die Nase können zusätzlich auftreten:
- starke Schmerzen
- Schwellung
- eine sichtbare Fehlstellung der Nase
- Atembehinderung durch die Nase
Diese Beschwerden können auf einen Nasenbeinbruch hinweisen.
Erste Hilfe – Schritt für Schritt
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- Bleibe ruhig und beruhige dein Kind.
- Setze dein Kind aufrecht hin und lasse den Kopf leicht nach vorne beugen. Dadurch kann das Blut aus der Nase herauslaufen und wird nicht verschluckt. Blut im Magen kann Übelkeit oder Erbrechen verursachen.
- Drücke nun den weichen Teil der Nase, die Nasenflügel, direkt unterhalb des Nasenbeins mit Daumen und Zeigefinger zusammen. Halte den Druck mindestens 10 Minuten ohne zwischendurch nachzusehen aufrecht. Durch häufiges Nachschauen kann sich das gerade entstehende Blutgerinnsel wieder lösen.
- Eine kühle Kompresse im Nacken kann helfen die Blutung zu vermindern.
- Ist die Blutung nach zehn Minuten noch nicht gestoppt, drücke die Nase weitere zehn Minuten zusammen.
Häufige Fehler
- Ein häufiger Fehler ist es, den Kopf nach hinten zu legen. Dadurch läuft das Blut in den Rachen und wird verschluckt. Dies kann Husten, Übelkeit oder Erbrechen auslösen und erschwert zudem die Beurteilung der Blutungsstärke.
- Ebenso ungünstig ist es, die Nase ständig loszulassen, um nachzusehen, ob die Blutung bereits aufgehört hat. Dadurch wird das Blutgerinnsel immer wieder gelöst.
- Nach einer überstandenen Blutung sollte dein Kind für einige Stunden kräftiges Schnäuzen, Nasebohren oder intensive körperliche Belastung vermeiden, damit sich die verletzte Schleimhaut ungestört verschließen kann.
Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?
Wähle sofort den Notruf 112, wenn dein Kind:
- nach einem schweren Unfall starke Blutungen aus der Nase hat,
- bewusstlos ist oder nicht normal atmet,
- zusätzlich eine schwere Kopf- oder Gesichtsverletzung vermutet wird,
- große Mengen Blut verliert und Kreislaufprobleme entwickelt.
Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?
Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn:
- die Blutung trotz 20 Minuten korrekter Kompression nicht aufhört,
- Nasenbluten nach einem starken Schlag oder Sturz auftritt,
- die Nase sichtbar schief steht oder stark schmerzt,
- immer wieder Nasenbluten ohne erkennbare Ursache auftritt,
- zusätzlich leicht Blutergüsse oder andere Blutungen auftreten,
- dein Kind blutverdünnende Medikamente einnimmt.
Was passiert in der Arztpraxis oder im Krankenhaus?
Zunächst wird die Blutungsquelle gesucht. Häufig reicht bereits eine erneute Kompression oder eine abschwellende Nasentamponade. Hartnäckig blutende Gefäße können unter örtlicher Betäubung verödet werden. Bei wiederkehrendem Nasenbluten wird der Arzt außerdem nach möglichen Ursachen wie trockener Schleimhaut, Allergien oder einer Gerinnungsstörung suchen.
Merke
- Nasenbluten wirkt oft dramatisch, ist aber meist harmlos.
- Setze dein Kind aufrecht hin und neige den Kopf leicht nach vorne.
- Drücke den weichen Teil der Nase für mindestens 10 Minuten ohne Unterbrechung zusammen.
- Lege den Kopf nicht nach hinten, da Blut in den Rachen laufen kann.
- Hört die Blutung trotz korrekter Maßnahmen nach 20 Minuten nicht auf oder liegt eine Verletzung der Nase vor, sollte dein Kind ärztlich untersucht werden.