Septischer Schock bei Schulkindern und Jugendlichen
Erste Hilfe bei einer Blutvergiftung mit Kreislaufversagen
Ein septischer Schock ist die schwerste Form einer Sepsis (Blutvergiftung) und ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall. Er entsteht nicht dadurch, dass Bakterien über eine Eintrittsporte wie eine Wunde oder eine Entzündung in das Blut gelangen und sich massenhaft vermehren. Das Immunsystem reagiert mit einer überschießenden Entzündungsreaktion. Dadurch werden Blutgefäße und Organe geschädigt. Der Blutdruck fällt ab und lebenswichtige Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Ein septischer Schock entwickelt sich häufig aus einer zunächst harmlos wirkenden Infektion. Deshalb ist es wichtig, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und sofort den Rettungsdienst zu alarmieren.
Was passiert im Körper?
Bei einer Sepsis reagiert das Immunsystem übermäßig auf eine Infektion, beispielsweise durch Bakterien, seltener auch durch Viren oder Pilze. Entzündungsstoffe werden im gesamten Körper freigesetzt. Die Blutgefäße erweitern sich und werden durchlässiger, Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus und der Blutdruck sinkt.
Dadurch erhalten lebenswichtige Organe wie Gehirn, Herz, Nieren und Lunge nicht mehr genügend Sauerstoff. Ohne schnelle Behandlung kann es innerhalb kurzer Zeit zu einem Multiorganversagen kommen.
Häufige Ursachen
Ein septischer Schock kann sich unter anderem entwickeln aus:
- einer Lungenentzündung,
- einer Hirnhautentzündung,
- einer Harnwegs- oder Nierenbeckenentzündung,
- einer schweren Haut- oder Weichteilinfektion,
- einer Bauchfellentzündung,
- einer infizierten Wunde,
- andere
Das Risiko ist erhöht bei Kindern mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Erkrankungen oder nach größeren Operationen.
Symptome
Ein septischer Schock beginnt oft mit den Anzeichen einer Infektion und verschlechtert sich dann rasch.
Warnzeichen sind:
- hohes oder auch ungewöhnlich niedriges Fieber,
- Schüttelfrost,
- ausgeprägte Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit,
- Verwirrtheit oder ungewöhnliches Verhalten,
- sehr schnelle Atmung,
- Atemnot,
- schneller Herzschlag,
- kalte, blasse oder marmorierte Haut,
- kalte Hände und Füße,
- wenig oder kein Urin,
- starke Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Im weiteren Verlauf können Bewusstseinsstörungen und Bewusstlosigkeit auftreten.
Erste Hilfe
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- Bewahre Ruhe und rufe sofort den Rettungsdienst (112).
- Lass dein Kind möglichst ruhig liegen und vermeide unnötige Anstrengung.
- Kontrolliere regelmäßig Bewusstsein und Atmung.
- Lockere beengende Kleidung und sorge für frische Luft.
- Ist dein Kind bewusstlos, atmet aber normal, bringe es in die stabile Seitenlage.
- Atmet dein Kind nicht normal oder setzt die Atmung aus, beginne sofort mit der Wiederbelebung.
- Gib einem bewusstseinsgestörten Kind nichts zu trinken oder zu essen.
Häufige Fehler
- Ein häufiger Fehler ist es, eine schwere Sepsis für einen gewöhnlichen Infekt zu halten und den rasch schlechter werdenden Allgemeinzustand zu unterschätzen.
- Ebenso gefährlich ist es, bei deutlicher Benommenheit oder Bewusstseinsstörungen Getränke einzuflößen. Dabei kann sich das Kind verschlucken.
- Warte nicht darauf, dass das Fieber weiter ansteigt. Auch Kinder mit normaler oder sogar erniedrigter Körpertemperatur können einen septischen Schock entwickeln.
Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?
Wähle sofort den Notruf 112, wenn:
- dein Kind sehr krank wirkt und sich rasch verschlechtert,
- Bewusstseinsstörungen auftreten,
- dein Kind ungewöhnlich schläfrig oder kaum weckbar ist,
- eine sehr schnelle oder erschwerte Atmung besteht,
- die Haut blass, kalt oder marmoriert ist,
- Hände und Füße auffallend kalt sind,
- kaum noch Urin ausgeschieden wird,
- Bewusstlosigkeit eintritt.
Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?
Jeder Verdacht auf eine Sepsis oder einen septischen Schock muss sofort ärztlich abgeklärt werden. Ein Abwarten oder eine Behandlung zu Hause ist nicht ausreichend. Das gilt auch für den Abend oder das Wochenende.
Auch wenn sich dein Kind nach einer Infektion plötzlich deutlich schlechter fühlt oder ungewöhnlich schläfrig wird, sollte es umgehend ärztlich untersucht werden.
Was passiert im Krankenhaus?
Im Krankenhaus beginnt die Behandlung sofort. Dazu gehören die Gabe von Sauerstoff, Infusionen zur Stabilisierung des Kreislaufs und – bei einer bakteriellen Ursache – möglichst früh Antibiotika. Zusätzlich werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um die Ursache der Infektion zu finden und die Organfunktionen zu überwachen.
Bei einem septischen Schock erfolgt die Behandlung meist auf einer Intensivstation. Dort können bei Bedarf kreislaufunterstützende Medikamente, eine künstliche Beatmung oder weitere intensivmedizinische Maßnahmen notwendig werden.
Merke
- Ein septischer Schock ist die schwerste Form einer Sepsis und ein lebensbedrohlicher Notfall.
- Nicht nur hohes Fieber, sondern auch ungewöhnliche Schläfrigkeit, schnelle Atmung, kalte oder marmorierte Haut und ein rasch schlechter werdender Allgemeinzustand sind wichtige Warnzeichen.
- Rufe bei Verdacht sofort den Rettungsdienst 112.
- Kontrolliere Bewusstsein und Atmung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.
- Bei fehlender normaler Atmung beginne sofort mit der Wiederbelebung.
- Je früher eine Sepsis erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen.