Übelkeit / Erbrechen

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Übelkeit / Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Kindes- und Jugendalter. Meist steckt ein harmloser Magen-Darm-Infekt dahinter, manchmal können aber auch eine Lebensmittelvergiftung, eine Gehirnerschütterung, eine Blinddarmentzündung oder andere ernsthafte Erkrankungen die Ursache sein.

In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden innerhalb weniger Tage. Wichtig ist jedoch, dein Kind gut zu beobachten und vor allem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Warnzeichen wie starke Bauchschmerzen, Bewusstseinsstörungen oder Blut im Erbrochenen müssen immer ärztlich abgeklärt werden.

 

Was passiert im Körper?

Erbrechen ist ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers. Über ein Brechzentrum im Gehirn wird der Mageninhalt durch kräftige Muskelbewegungen über die Speiseröhre nach außen befördert. Dadurch versucht der Körper, schädliche Stoffe oder Krankheitserreger loszuwerden.

Das eigentliche Problem ist meist nicht das Erbrechen selbst, sondern der Verlust von Flüssigkeit und wichtigen Mineralstoffen. Besonders wenn zusätzlich Durchfall oder Fieber auftreten, kann es innerhalb kurzer Zeit zu einer Austrocknung (Dehydratation) kommen.

 

Häufige Ursachen

Übelkeit und Erbrechen können viele Ursachen haben, zum Beispiel:

  • Magen-Darm-Infektionen durch Viren oder Bakterien,
  • Lebensmittelvergiftungen,
  • Reisekrankheit,
  • Migräne,
  • Nebenwirkungen von Medikamenten,
  • starke Schmerzen,
  • Gehirnerschütterung nach einem Sturz,
  • Blinddarmentzündung oder andere Erkrankungen im Bauchraum,
  • Vergiftungen.

 

So erkennst du eine Austrocknung

Besonders wichtig ist es, auf Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels zu achten.

Warnzeichen sind:

  • starker Durst,
  • trockene Lippen und Mundschleimhaut,
  • eingesunkene Augen,
  • wenig oder dunkel gefärbter Urin,
  • Müdigkeit oder Benommenheit,
  • Schwindel,
  • kalte Hände und Füße.

 

Bei schwerem Flüssigkeitsmangel können zusätzlich schneller Puls, flache Atmung, Verwirrtheit oder Zeichen eines Schocks auftreten.

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Beruhige dein Kind und lasse es sich ausruhen.
    • Nach dem Erbrechen sollte der Magen zunächst kurz zur Ruhe kommen. Anschließend ist es sinnvoll, kleine Mengen Flüssigkeit in kurzen Abständen anzubieten – zum Beispiel alle zwei bis fünf Minuten einige Schlucke Wasser oder eine orale Elektrolytlösung aus der Apotheke. Große Mengen auf einmal können erneutes Erbrechen auslösen.
    • Sobald dein Kind die Flüssigkeit gut verträgt, kann es langsam wieder leichte Kost essen, beispielsweise Zwieback, Kartoffeln, Reis, Bananen oder andere leicht verdauliche Lebensmittel. Es ist nicht notwendig, mit dem Essen länger zu warten, wenn dein Kind wieder Appetit hat.
    • Achte darauf, wie häufig dein Kind erbricht und ob weitere Beschwerden wie Fieber, Durchfall oder Bauchschmerzen hinzukommen.

 

Was tun nach einer Kopfverletzung?

Erbricht dein Kind nach einem Sturz auf den Kopf oder einem Verkehrsunfall, sollte es besonders aufmerksam beobachtet werden. Wiederholtes Erbrechen kann ein Hinweis auf eine Gehirnerschütterung oder – selten – auf eine schwerere Kopfverletzung sein.

Treten zusätzlich starke Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen auf, muss sofort der Rettungsdienst alarmiert werden.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler ist es, nach dem Erbrechen große Mengen auf einmal trinken zu lassen. Dadurch beginnt das Erbrechen oft erneut.
  • Auch sehr fettige, stark gewürzte oder schwer verdauliche Speisen sollten zunächst vermieden werden.
  • Medikamente gegen Übelkeit sollten Kindern nur nach ärztlicher Empfehlung gegeben werden.
  • Bei anhaltendem Erbrechen besteht außerdem die Gefahr, eine ernsthafte Ursache zu übersehen. Deshalb sollte dein Kind ärztlich untersucht werden, wenn die Beschwerden nicht nachlassen oder Warnzeichen auftreten.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • dein Kind bewusstlos wird oder kaum noch reagiert,
  • das Erbrochene Blut enthält oder wie Kaffeesatz aussieht,
  • starke Atemprobleme auftreten oder Erbrochenes eingeatmet wurde,
  • Zeichen eines Schocks bestehen,
  • nach einer Kopfverletzung wiederholt Erbrechen zusammen mit Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen oder starken Kopfschmerzen auftritt,
  • eine Vergiftung vermutet wird.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:

  • wiederholtem Erbrechen über mehr als 24 Stunden,
  • Anzeichen einer Austrocknung,
  • starken oder zunehmenden Bauchschmerzen,
  • hohem Fieber,
  • Erbrechen nach einer Kopfverletzung,
  • Erbrechen zusammen mit Nackensteifigkeit oder Hautausschlag,
  • grünlichem (galligem) Erbrechen,
  • Blut im Erbrochenen,
  • Verdacht auf eine Vergiftung.

 

Was passiert in der Arztpraxis oder im Krankenhaus?

Die Ärztin oder der Arzt untersucht dein Kind gründlich und versucht, die Ursache der Beschwerden zu finden. Dabei werden unter anderem der Flüssigkeitshaushalt, der Bauch und der Allgemeinzustand beurteilt. Je nach Ursache können Blutuntersuchungen, Ultraschall oder weitere Untersuchungen notwendig sein. Bei stärkerem Flüssigkeitsverlust erhält dein Kind gegebenenfalls eine Elektrolytlösung oder Flüssigkeit über eine Infusion.

 

Merke

  • Erbrechen ist häufig harmlos, kann aber zu einem gefährlichen Flüssigkeitsmangel führen.
  • Gib nach dem Erbrechen zunächst kleine Mengen Flüssigkeit in kurzen Abständen.
  • Eine orale Elektrolytlösung eignet sich besonders gut, um Flüssigkeit und Mineralstoffe zu ersetzen.
  • Achte auf Warnzeichen wie starke Bauchschmerzen, Blut im Erbrochenen, Austrocknung oder Bewusstseinsstörungen.
  • Erbrechen nach einer Kopfverletzung oder bei Verdacht auf eine Vergiftung muss immer ärztlich abgeklärt werden.
  • Bei Atemnot, Schockzeichen oder Bewusstseinsverlust gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.

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