Verbände bei Schulkindern und Jugendlichen
Wunden richtig verbinden
Ein Verband schützt eine Wunde vor Schmutz und Krankheitserregern, stillt Blutungen und unterstützt die Heilung. Nach der Reinigung einer Verletzung gehört das sterile Abdecken der Wunde zu den wichtigsten Maßnahmen der Ersten Hilfe. Welcher Verband geeignet ist, hängt von der Art und Größe der Verletzung ab.
Warum sind Verbände wichtig?
Nach einer Verletzung verliert die Haut ihre natürliche Schutzfunktion. Keime können leichter eindringen und eine Infektion verursachen. Gleichzeitig kann eine Wunde weiter bluten oder durch Bewegung immer wieder aufreißen.
Ein richtig angelegter Verband schützt die Wunde, nimmt Blut und Wundflüssigkeit auf und verhindert, dass die verletzte Haut zusätzlich gereizt wird.
Welche Verbände gibt es?
Für die Erste Hilfe kommen verschiedene Verbandmaterialien zum Einsatz:
- Pflaster eignen sich für kleine, oberflächliche Schnitt- oder Schürfwunden.
- Sterile Wundauflagen oder Kompressen werden auf größere oder stärker blutende Wunden gelegt.
- Fixierbinden halten eine Wundauflage sicher an ihrem Platz.
- Elastische Binden dienen zusätzlich zur leichten Stabilisierung von Gelenken oder zur Fixierung von Verbänden.
- Druckverbände werden bei stärkeren Blutungen eingesetzt, um durch gezielten Druck die Blutung zu stoppen.
- Dreieckstücher können zum Fixieren eines verletzten Arms oder zum Befestigen eines Verbandes verwendet werden.
So legst du einen Verband richtig an
- Wasche oder desinfiziere nach Möglichkeit zunächst deine Hände.
- Stillt die Wunde noch nicht, übe zunächst direkten Druck mit einer sterilen Kompresse aus.
- Lege anschließend eine sterile Wundauflage direkt auf die Verletzung. Berühre dabei möglichst nur die Außenseite der Kompresse.
- Fixiere die Wundauflage mit einer Mull- oder Fixierbinde. Der Verband sollte fest sitzen, aber nicht einschnüren.
- Kontrolliere anschließend, ob Finger oder Zehen warm und normal durchblutet bleiben. Sie sollten ihre normale Farbe behalten und sich frei bewegen lassen.
Verband wechseln
Ein Verband sollte gewechselt werden, wenn:
- er verschmutzt ist,
- er durchnässt ist,
- er sich gelöst hat,
- unangenehmer Geruch entsteht,
- die Wunde ärztlich kontrolliert werden soll.
Bei jeder Verbandkontrolle solltest du auf Anzeichen einer Infektion achten.
Woran erkennst du eine Wundinfektion?
Warnzeichen sind:
- zunehmende Rötung,
- Schwellung,
- Überwärmung,
- stärker werdende Schmerzen,
- Eiter,
- Fieber.
Treten diese Beschwerden auf, sollte dein Kind ärztlich untersucht werden.
Häufige Fehler
- Ein häufiger Fehler ist es, die Wunde mit unsterilen Materialien abzudecken.
- Ebenso sollte die Wundauflage nicht ständig angehoben werden, um nachzusehen. Dadurch können immer wieder Keime eindringen und die Heilung verzögert werden.
- Verbände dürfen außerdem nicht zu straff angelegt werden. Kalte, blasse oder blau verfärbte Finger oder Zehen können ein Hinweis darauf sein, dass der Verband die Durchblutung einschränkt.
- Auch Watte sollte nicht direkt auf offene Wunden gelegt werden, da Fasern in der Wunde haften bleiben können.
Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?
Wähle sofort den Notruf 112, wenn:
- starke Blutungen trotz Druckverband nicht gestoppt werden können,
- hellrotes Blut stoßweise aus der Wunde spritzt,
- eine Amputation oder Teilamputation vorliegt,
- ein großer Fremdkörper in der Wunde steckt,
- dein Kind bewusstlos wird oder nicht normal atmet,
- Anzeichen eines Schocks auftreten.
Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?
Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei:
- tiefen oder klaffenden Wunden,
- Bissverletzungen,
- stark verschmutzten Wunden,
- Stichverletzungen,
- Wunden mit Fremdkörpern,
- Verletzungen im Gesicht oder an den Händen,
- Anzeichen einer Infektion,
- unklarem oder unvollständigem Tetanus-Impfschutz.
Was passiert im Krankenhaus oder in der Arztpraxis?
Die Wunde wird gründlich untersucht und gereinigt. Je nach Verletzung kann sie mit Hautkleber, Wundnahtstreifen (Steri-Strips®️), Klammern oder Nähten verschlossen werden. Außerdem wird der Tetanus-Impfschutz überprüft und bei Bedarf aufgefrischt. Bei größeren oder infizierten Wunden können weitere Behandlungen oder Antibiotika notwendig sein.
Merke
- Ein Verband schützt die Wunde, stillt Blutungen und unterstützt die Heilung.
- Verwende möglichst sterile Wundauflagen und befestige sie sicher, aber nicht zu fest.
- Kontrolliere regelmäßig die Durchblutung von Fingern oder Zehen.
- Wechsle verschmutzte oder durchnässte Verbände zeitnah.
- Achte auf Anzeichen einer Wundinfektion.
- Bei starken Blutungen oder schweren Verletzungen gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.