Vitalzeichen

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Vitalzeichen

Vitalzeichen bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Vitalzeichen richtig beurteilen

Vitalzeichen geben wichtige Hinweise darauf, wie gut Herz, Lunge und Gehirn arbeiten. Nach einem Unfall oder bei einer akuten Erkrankung helfen sie dabei, den Zustand eines Kindes oder Jugendlichen richtig einzuschätzen und eine Verschlechterung frühzeitig zu erkennen.

Du musst nicht jedes Vitalzeichen exakt messen. Oft reicht es bereits, aufmerksam zu beobachten. Veränderungen der Atmung, des Bewusstseins oder der Hautfarbe können auf einen medizinischen Notfall hinweisen.

 

Welche Vitalzeichen gibt es?

Zu den wichtigsten Vitalzeichen gehören:

  • Bewusstsein,
  • Atmung,
  • Herzfrequenz (Puls),
  • Hautfarbe und Hauttemperatur,
  • Körpertemperatur.

 

Auch Schmerzen und das allgemeine Verhalten liefern wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand.

 


Bewusstsein

Das Bewusstsein ist eines der wichtigsten Vitalzeichen.

Sprich dein Kind laut an und beobachte, wie es reagiert.

Ein gesundes Kind:

  • öffnet die Augen,
  • antwortet altersgerecht,
  • erkennt Personen,
  • bewegt sich gezielt.

 

Warnzeichen sind:

  • ungewöhnliche Schläfrigkeit,
  • Verwirrtheit,
  • keine Reaktion auf Ansprache,
  • Bewusstlosigkeit.

 

Eine bewusstlose Person benötigt immer sofortige Hilfe.

 


Atmung

Die Atmung sollte ruhig und gleichmäßig sein.

Beobachte den Brustkorb und achte darauf, ob sich dieser regelmäßig hebt und senkt.

Warnzeichen sind:

  • sehr schnelle Atmung,
  • sehr langsame Atmung,
  • angestrengte Atmung,
  • Atempausen,
  • Schnappatmung,
  • pfeifende Atemgeräusche,
  • Einziehungen zwischen den Rippen oder am Hals,
  • bläuliche Lippen.

 

Atmet dein Kind nicht oder nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung.

 


Herzfrequenz (Puls)

Der Puls zeigt, wie oft das Herz pro Minute schlägt.

Bei größeren Kindern und Jugendlichen lässt sich der Puls meist gut an der Innenseite des Handgelenks oder seitlich am Hals tasten.

Der Puls kann sich durch Aufregung, Schmerzen, Fieber oder körperliche Anstrengung deutlich beschleunigen.

Ein ungewöhnlich schneller, sehr langsamer oder kaum tastbarer Puls kann auf eine ernsthafte Erkrankung oder einen Schock hinweisen.

Laien sollten bei einer bewusstlosen Person jedoch keine Zeit mit einer Pulskontrolle verlieren. Entscheidend ist, ob das Kind normal atmet.

 


Hautfarbe und Hauttemperatur

Auch die Haut gibt wichtige Hinweise auf den Kreislauf.

Normal sind:

  • rosige Haut,
  • warme Hände,
  • trockene Haut.

 

Warnzeichen sind:

  • auffällige Blässe,
  • bläuliche Lippen oder Fingernägel,
  • kalte, feuchte Haut,
  • marmorierte Haut.

 

Diese Veränderungen können auf Sauerstoffmangel oder einen Kreislaufschock hinweisen.

 


Körpertemperatur

Die normale Körpertemperatur liegt etwa zwischen 36,5 °C und 37,5 °C.

Eine erhöhte Temperatur oder Fieber hilft dem Körper, Krankheitserreger zu bekämpfen. Sehr hohes Fieber oder eine Unterkühlung können jedoch gefährlich werden.

Auch eine ungewöhnlich niedrige Körpertemperatur nach einem Unfall oder Aufenthalt in kaltem Wasser ist ein Warnzeichen.

 

Normale Vitalzeichen bei Schulkindern und Jugendlichen

Alter | Herzfrequenz (pro Minute) | Atemfrequenz (pro Minute)

6–12 Jahre | ca. 70–120 | ca. 18–30

13–18 Jahre | ca. 60–100 | ca. 12–20

 

Die Werte können je nach Alter, körperlicher Aktivität, Aufregung oder Fieber vorübergehend höher sein.

 

Häufige Fehler

  • Ein häufiger Fehler ist es, sich nur auf einen einzelnen Messwert zu konzentrieren. Viel wichtiger ist der Gesamteindruck des Kindes.
  • Ebenso werden Veränderungen häufig unterschätzt. Ein Kind, das plötzlich ungewöhnlich schläfrig, verwirrt oder auffallend blass wird, sollte immer ernst genommen werden.
  • Bei einer bewusstlosen Person sollte keine Zeit mit einer langen Pulskontrolle verloren werden. Entscheidend ist, ob eine normale Atmung vorhanden ist.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn:

  • dein Kind bewusstlos ist,
  • es nicht normal atmet,
  • die Lippen oder Haut blau werden,
  • Krampfanfälle auftreten,
  • starke Atemnot besteht,
  • dein Kind nicht mehr ansprechbar wird,
  • sich der Zustand rasch verschlechtert.

 

Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn:

  • Vitalzeichen wiederholt auffällig sind,
  • Fieber oder Unterkühlung länger anhalten,
  • dein Kind ungewöhnlich müde oder verwirrt wirkt,
  • Atem- oder Kreislaufbeschwerden auftreten,
  • du dir Sorgen um den Zustand deines Kindes machst.

 

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus werden die Vitalzeichen kontinuierlich überwacht. Dazu gehören Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz, Körpertemperatur und – je nach Erkrankung – weitere Untersuchungen. Auffällige Werte helfen dabei, die Ursache der Beschwerden zu erkennen und gezielt zu behandeln.

 

Merke

  • Bewusstsein und Atmung sind die wichtigsten Vitalzeichen.
  • Beobachte immer das gesamte Kind – nicht nur einzelne Messwerte.
  • Blasse oder bläuliche Haut, Atemnot oder Bewusstseinsstörungen sind Warnzeichen.
  • Bei einer bewusstlosen Person zählt die Atmung – verliere keine Zeit mit einer Pulskontrolle.
  • Bei fehlender normaler Atmung oder Bewusstlosigkeit gilt: Sofort den Notruf 112 wählen und mit der Wiederbelebung beginnen.

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