Volumenmangelschock bei Schulkindern und Jugendlichen
Erste Hilfe bei einem lebensbedrohlichen Flüssigkeits- oder Blutverlust
Ein Volumenmangelschock entsteht, wenn der Körper so viel Blut oder Flüssigkeit verliert, dass das Herz nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper pumpen kann. Dadurch werden lebenswichtige Organe wie Gehirn, Herz und Nieren nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt.
Ein Volumenmangelschock ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofort den Rettungsdienst erfordert. Je früher die Ursache behandelt wird, desto besser sind die Überlebenschancen.
Was passiert im Körper?
Normalerweise transportiert das Blut Sauerstoff und Nährstoffe zu allen Organen. Geht durch eine starke Blutung oder einen erheblichen Flüssigkeitsverlust zu viel Flüssigkeit verloren, sinkt das Blutvolumen.
Der Körper versucht zunächst gegenzusteuern: Das Herz schlägt schneller und die Blutgefäße in Armen, Beinen und der Haut ziehen sich zusammen. Dadurch bleiben Herz und Gehirn möglichst lange versorgt.
Reicht diese Kompensation nicht mehr aus, fällt der Blutdruck ab. Die Organe werden zunehmend schlechter durchblutet und können ihre Funktion verlieren. Ohne Behandlung droht ein Multiorganversagen.
Häufige Ursachen
Ein Volumenmangelschock kann entstehen durch:
- starke äußere Blutungen,
- innere Blutungen nach einem Unfall,
- große Verbrennungen,
- schwere Verbrühungen,
- anhaltendes starkes Erbrechen,
- schweren Durchfall,
- ausgeprägten Flüssigkeitsmangel, zum Beispiel bei großer Hitze oder starker körperlicher Belastung.
Symptome
Zu Beginn versucht der Körper den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Frühe Warnzeichen sind:
- Blässe,
- kalte Hände und Füße,
- kalter Schweiß,
- schneller Herzschlag,
- Durst,
- Unruhe oder Angst.
Im weiteren Verlauf können auftreten:
- schnelle, flache Atmung,
- zunehmende Schwäche,
- Schwindel,
- Verwirrtheit,
- Benommenheit,
- kalte, marmorierte Haut,
- kaum noch Urinausscheidung,
- Bewusstlosigkeit.
Je früher ein Volumenmangelschock erkannt wird, desto besser kann er behandelt werden.
Erste Hilfe
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- Bewahre Ruhe und wähle sofort den Notruf 112.
- Versuche, die Ursache des Flüssigkeitsverlustes zu stoppen. Starke äußere Blutungen sollten sofort mit direktem Druck oder einem Druckverband versorgt werden.
- Lass dein Kind möglichst flach liegen oder lagere die Beine leicht erhöht. Dies kann den Rückstrom des Blutes zum Herzen unterstützen. Besteht der Verdacht auf Verletzungen, lasse dein Kind in der Position, die es selbst als am angenehmsten empfindet.
- Decke dein Kind mit einer Rettungsdecke oder einer Decke zu, um eine Auskühlung zu verhindern.
- Beruhige dein Kind und vermeide unnötige Bewegungen.
Kontrolliere regelmäßig Bewusstsein und Atmung.
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- Ist dein Kind bewusstlos, atmet aber normal, bringe es in die stabile Seitenlage.
- Atmet dein Kind nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung.
Darf mein Kind etwas trinken?
Ist dein Kind schwer verletzt oder besteht der Verdacht auf einen Schock, solltest du ihm keine größeren Mengen zu trinken geben. Bei einer später notwendigen Narkose erhöht ein voller Magen das Risiko des Erbrechens und Narkosekomplikationen. Zudem können bewusstseinsgetrübte Kinder Flüssigkeiten leicht einatmen.
Nur in besonderen Situationen – beispielsweise bei einem leichten Flüssigkeitsmangel ohne schwere Verletzung und ohne Bewusstseinsstörung – kann die Gabe kleiner Mengen Flüssigkeit sinnvoll sein. Bei einem echten Volumenmangelschock erfolgt der Flüssigkeitsersatz durch den Rettungsdienst über Infusionen.
Häufige Fehler
- Ein häufiger Fehler ist es, die Schwere einer Blutung zu unterschätzen. Auch innere Blutungen sind von außen nicht sichtbar.
- Ebenso sollte ein Kind mit Schockanzeichen nicht alleine gelassen werden.
- Verzichte darauf, größere Mengen trinken zu lassen oder das Kind unnötig aufstehen oder herumlaufen zu lassen.
Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?
Wähle sofort den Notruf 112, wenn:
- starke Blutungen bestehen,
- der Verdacht auf innere Blutungen besteht,
- dein Kind nach einem Unfall blass, kaltschweißig oder benommen wirkt,
- die Haut kalt oder marmoriert ist,
- schneller Herzschlag und schnelle Atmung auftreten,
- Bewusstlosigkeit eintritt,
- Anzeichen eines Schocks bestehen.
Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?
Jeder Verdacht auf einen Volumenmangelschock muss umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Auch nach starken Blutungen, größeren Verbrennungen oder erheblichem Flüssigkeitsverlust sollte dein Kind ärztlich untersucht werden – selbst wenn es zunächst wieder besser wirkt.
Was passiert im Krankenhaus?
Im Krankenhaus wird die Ursache des Flüssigkeitsverlustes behandelt. Blutungen werden gestillt und der Kreislauf mit Infusionen sowie – bei Bedarf – Blutprodukten stabilisiert. Gleichzeitig werden Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und weitere Organfunktionen überwacht.
Je nach Ursache können Operationen oder intensivmedizinische Maßnahmen notwendig sein.
Merke
- Ein Volumenmangelschock entsteht durch einen erheblichen Verlust von Blut oder Flüssigkeit und ist lebensbedrohlich.
- Typische Warnzeichen sind Blässe, kalter Schweiß, schneller Puls, schnelle Atmung und zunehmende Benommenheit.
- Stoppe starke Blutungen sofort und halte dein Kind warm.
- Kontrolliere regelmäßig Bewusstsein und Atmung.
- Gib bei Verdacht auf einen Schock keine größeren Mengen zu trinken.
- Bei jedem Verdacht auf einen Volumenmangelschock gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.