Zahnverletzung

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Zahnverletzung

Zahnverletzungen bei Schulkindern und Jugendlichen

 

Erste Hilfe bei ausgeschlagenen, gelockerten oder abgebrochenen Zähnen

Zahnverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen im Schulalter. Sie entstehen meist beim Sport, auf dem Schulhof, beim Fahrradfahren, Skaten oder durch Stürze. Ein Unfall mit einem Zahn sieht oft dramatisch aus, da der Mund sehr gut durchblutet ist und bereits kleine Verletzungen stark bluten können. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen lassen sich viele Zähne erhalten. Entscheidend ist, dass du schnell und richtig handelst.

 

Was passiert bei einer Zahnverletzung?

Ein Zahn besteht aus der harten Zahnkrone, der Zahnwurzel und dem Zahnhalteapparat. Dieser besteht aus feinen Fasern, die den Zahn elastisch im Kiefer verankern. Bei einem heftigen Schlag können diese Fasern gedehnt oder zerrissen werden. Der Zahn lockert sich oder wird in den Kiefer hinein- oder aus ihm herausgedrückt.

Bei besonders starken Gewalteinwirkungen kann der Zahn vollständig ausgeschlagen werden. Dabei werden die empfindlichen Fasern an der Zahnwurzel beschädigt. Je schneller der Zahn wieder in seinen Halteapparat eingesetzt werden kann, desto größer sind die Chancen, dass er dauerhaft erhalten bleibt.

Wichtig: Ausgeschlagene Milchzähne dürfen niemals wieder eingesetzt werden, da dadurch der darunterliegende bleibende Zahnkeim verletzt werden kann.

 

Häufige Ursachen

Zahnverletzungen entstehen häufig durch:

  • Stürze beim Fahrrad-, Roller- oder E-Scooter-Fahren
  • Sportunfälle, beispielsweise beim Fußball, Handball, Basketball oder Hockey
  • Zusammenstöße auf dem Schulhof
  • Stürze beim Skaten oder Reiten
  • Schläge oder Tritte gegen den Mund
  • Verkehrsunfälle

 

Ein gut sitzender Fahrradhelm schützt zwar nicht direkt die Zähne, kann aber schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen deutlich reduzieren. Beim Kontaktsport kann ein individuell angepasster Mundschutz Zahnverletzungen wirksam vorbeugen.

 

So erkennst du eine Zahnverletzung

Nicht jede Zahnverletzung sieht gleich aus.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Schmerzen beim Beißen
  • Blutungen aus dem Zahnfleisch
  • lockere Zähne
  • verschobene Zähne
  • abgebrochene Zahnecken oder größere Zahnstücke
  • vollständig ausgeschlagene Zähne
  • Schwellungen der Lippen oder des Zahnfleisches
  • Schwierigkeiten beim Schließen des Mundes

 

Auch wenn äußerlich kaum etwas zu erkennen ist, können die Zahnwurzel oder der Kiefer verletzt sein. Deshalb sollte jede Zahnverletzung zahnärztlich untersucht werden.

 

Erste Hilfe – Schritt für Schritt

    • Beruhige dein Kind zunächst und lasse es aufrecht sitzen.
    • Blutet der Mund, kann dein Kind vorsichtig auf eine sterile Kompresse oder ein sauberes Stofftuch beißen. Leichte Schwellungen lassen sich von außen mit einer Kühlkompresse lindern. Lege Kühlpacks niemals direkt auf die Haut.
    • Ist ein Zahn abgebrochen, suche alle Zahnstücke und nimm sie zum Zahnarzt mit. Auch kleine Fragmente können manchmal wieder befestigt werden.
    • Wurde ein bleibender Zahn vollständig ausgeschlagen, fasse ihn nur an der Zahnkrone an – niemals an der Wurzel. Spüle ihn nicht ab und reinige ihn nicht. Ist der Zahn stark verschmutzt, darf er höchstens ganz kurz mit sauberer Kochsalzlösung oder kalter Milch abgespült werden. Bewahre ihn anschließend möglichst in einer Zahnrettungsbox auf. Falls keine Zahnrettungsbox vorhanden ist, eignet sich kalte H-Milch als Übergangslösung besser als trockene Lagerung. Speichel kann ebenfalls verwendet werden, beispielsweise indem der Zahn vorsichtig in der Wangentasche älterer Jugendlicher aufbewahrt wird – bei jüngeren Kindern besteht jedoch Verschluckungsgefahr und diese Methode sollte deshalb nicht angewendet werden.
    • Suche anschließend sofort eine zahnärztliche Praxis oder Zahnklinik auf. Die besten Heilungschancen bestehen, wenn der Zahn innerhalb von 30 bis 60 Minuten wieder eingesetzt werden kann.

 

Häufige Fehler

Viele ausgeschlagene Zähne gehen verloren, weil sie falsch behandelt werden.

Vermeide folgende Fehler:

  • Den Zahn an der Wurzel anfassen.
  • Den Zahn mit einer Bürste reinigen oder desinfizieren.
  • Den Zahn trocken in ein Taschentuch wickeln.
  • Milchzähne wieder einsetzen.
  • Den Zahnarztbesuch auf den nächsten Tag verschieben.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn dein Kind:

  • bewusstlos ist oder nicht normal atmet,
  • starke, nicht stillbare Blutungen hat,
  • eine schwere Gesichtsverletzung oder einen Kieferbruch vermutet,
  • mehrere schwere Verletzungen nach einem Unfall erlitten hat oder
  • Anzeichen einer Gehirnerschütterung oder eines Schädel-Hirn-Traumas zeigt.

 

Wann sollte dein Kind zum Zahnarzt oder in die Zahnklinik?

Eine zahnärztliche Untersuchung ist erforderlich bei:

  • jedem ausgeschlagenen bleibenden Zahn,
  • gelockerten oder verschobenen Zähnen,
  • jedem Zahnbruch,
  • Schmerzen beim Beißen,
  • Blutungen aus dem Zahnfleisch nach einem Unfall,
  • Verdacht auf einen Kieferbruch.

 

Je schneller die Behandlung erfolgt, desto besser sind die Chancen, den Zahn dauerhaft zu erhalten.

 

Was passiert beim Zahnarzt?

Der Zahnarzt untersucht zunächst Zähne, Zahnfleisch und Kiefer. Häufig werden Röntgenaufnahmen angefertigt, um Verletzungen der Zahnwurzel oder des Knochens auszuschließen.

Ein ausgeschlagener bleibender Zahn wird – wenn möglich – wieder eingesetzt und anschließend mit einer flexiblen Schiene an den Nachbarzähnen befestigt. Zahnbrüche können je nach Ausmaß geklebt, mit einer Füllung versorgt oder später mit einer Krone behandelt werden. Anschließend erfolgen regelmäßige Kontrolluntersuchungen, da sich manche Schäden erst Wochen oder Monate nach dem Unfall entwickeln.

 

Merke

  • Milchzähne niemals wieder einsetzen.
  • Einen ausgeschlagenen bleibenden Zahn nur an der Krone anfassen.
  • Den Zahn möglichst in einer Zahnrettungsbox aufbewahren – alternativ in kalter H-Milch.
  • Jeder ausgeschlagene oder gelockerte Zahn ist ein zahnärztlicher Notfall.
  • Je schneller der Zahn behandelt wird, desto größer sind die Chancen, ihn dauerhaft zu erhalten.

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