Zeckenstich bei Schulkindern und Jugendlichen
Erste Hilfe nach einem Zeckenstich
Zecken sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet und können Krankheitserreger übertragen. Die wichtigsten sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die durch Viren verursacht wird, und die Lyme-Borreliose, die durch Bakterien ausgelöst wird. Allerdings führt längst nicht jeder Zeckenstich zu einer Infektion.
Je früher eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist insbesondere das Risiko einer Borreliose. Deshalb solltest du nach Aufenthalten im Wald, auf Wiesen oder im hohen Gras den Körper deines Kindes gründlich nach Zecken absuchen.
Was passiert bei einem Zeckenstich?
Zecken ritzen die Haut mit ihren Mundwerkzeugen an und saugen Blut. Dabei können sie Krankheitserreger übertragen. Borrelien befinden sich im Darm der Zecke und werden meist erst nach längerer Saugzeit übertragen. Daher sollte eine Zecke möglichst früh entfernt werden.
FSME-Viren befinden sich dagegen in den Speicheldrüsen der Zecke und können bereits kurz nach dem Stich übertragen werden. Gegen FSME schützt deshalb vor allem die Impfung.
Wo stechen Zecken besonders häufig?
Zecken bevorzugen warme und gut durchblutete Körperstellen, zum Beispiel:
- Kniekehlen,
- Leistengegend,
- Achselhöhlen,
- Hals,
- Haaransatz,
- hinter den Ohren,
- Bauchnabel.
Erste Hilfe – Schritt für Schritt
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- Entferne die Zecke möglichst so früh wie möglich.
- Greife die Zecke mit einer feinen Zeckenpinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange hautnah an den Mundwerkzeugen und ziehe sie langsam und gleichmäßig heraus. Dabei spielt es keine Rolle, ob leicht gedreht oder gerade gezogen wird – entscheidend ist, die Zecke möglichst vollständig zu entfernen.
- Desinfiziere die Einstichstelle anschließend.
- Notiere dir das Datum des Zeckenstichs und beobachte die Haut in den nächsten Wochen.
Häufige Fehler
- Ein häufiger Fehler ist es, die Zecke mit Öl, Klebstoff, Nagellack, Alkohol oder anderen Hausmitteln zu beträufeln. Dadurch kann die Zecke zusätzlich gereizt werden und möglicherweise mehr Krankheitserreger übertragen.
- Drücke den Körper der Zecke nicht zusammen, da dadurch ebenfalls infektiöses Material in die Stichstelle gelangen kann.
- Bleiben kleine schwarze Mundwerkzeuge in der Haut zurück, ist das meist unproblematisch. Der Körper stößt sie häufig von selbst ab.
Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?
Ein Zeckenstich allein ist kein Notfall.
Der Notruf 112 ist nur erforderlich, wenn dein Kind nach einem Zeckenstich eine schwere allergische Reaktion mit Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Kreislaufproblemen entwickelt.
Wann sollte dein Kind ärztlich untersucht werden?
Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn:
- sich innerhalb von Tagen bis Wochen eine kreisförmige, sich ausbreitende Hautrötung (Wanderröte) entwickelt,
- Fieber, Kopfschmerzen oder grippeähnliche Beschwerden auftreten,
- Lähmungen, Gefühlsstörungen oder starke Gelenkschmerzen entstehen,
- sich die Einstichstelle entzündet,
- die Zecke nicht vollständig entfernt werden konnte und Unsicherheit besteht.
Auch nach einem Zeckenstich in einem FSME-Risikogebiet und fehlendem Impfschutz kann eine ärztliche Beratung sinnvoll sein.
Was passiert beim Arzt?
Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Einstichstelle und beurteilt die Beschwerden. Eine Wanderröte ist meist bereits ausreichend, um eine Borreliose zu diagnostizieren und mit Antibiotika zu behandeln. Blutuntersuchungen sind unmittelbar nach einem frischen Zeckenstich nicht sinnvoll, da Antikörper erst nach einiger Zeit nachweisbar werden.
Bei Verdacht auf FSME oder andere Komplikationen können weitere Untersuchungen erforderlich sein.
Vorbeugung
Nach Aufenthalten in der Natur sollte dein Kind den gesamten Körper gründlich nach Zecken absuchen. Helle, lange Kleidung erleichtert das Erkennen von Zecken. Zeckenabwehrmittel können das Risiko zusätzlich verringern, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz.
Für Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich dort häufig aufhalten, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine FSME-Impfung.
Merke
- Entferne Zecken möglichst früh und hautnah mit einer Pinzette oder Zeckenkarte.
- Verwende keine Hausmittel wie Öl, Klebstoff oder Nagellack.
- Desinfiziere die Einstichstelle und notiere das Datum des Zeckenstichs.
- Beobachte die Haut in den folgenden Wochen auf eine Wanderröte oder andere Beschwerden.
- Eine früh erkannte Borreliose lässt sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln.
- Bei einer schweren allergischen Reaktion oder Atemnot gilt: Sofort den Notruf 112 wählen.