Wiederbelebung Kind > 1 Jahr

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Wiederbelebung Kind > 1 Jahr

Wiederbelebung beim Kind (> 1 Jahr)

 

Erste Hilfe: So reanimierst du dein Kind richtig

Der Gedanke, das eigene Kind wiederbeleben zu müssen, gehört zu den größten Ängsten von Eltern. Glücklicherweise ist ein Herz-Kreislauf-Stillstand im Kindesalter selten. Kommt es dennoch dazu, kann dein schnelles Handeln lebensrettend sein. Die aktuellen Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) geben einen klaren Ablauf vor, an dem du dich gut orientieren kannst.

 

Wann ist eine Wiederbelebung notwendig?

Bei Kindern entsteht ein Herz-Kreislauf-Stillstand meist als Folge eines schweren Sauerstoffmangels. Häufige Ursachen sind ein Fremdkörper in den Atemwegen, Ertrinken, schwere Asthmaanfälle, schwere allergische Reaktionen, Vergiftungen, Stromunfälle oder schwere Atemwegsinfektionen.

Eine Wiederbelebung ist immer dann notwendig, wenn dein Kind nicht ansprechbar ist und nicht normal atmet. Schnappatmung oder unregelmäßige Atemzüge gelten nicht als normale Atmung und müssen wie ein Atemstillstand behandelt werden.

 

So erkennst du die Situation

Sprich dein Kind laut an und rüttle es vorsichtig an den Schultern. Reagiert es nicht, öffne die Atemwege, indem du den Kopf leicht nach hinten neigst Kopf überstrecken) und das Kinn anhebst. Kontrolliere anschließend höchstens zehn Sekunden lang die Atmung.

Hebt und senkt sich der Brustkorb nicht regelmäßig oder zeigt dein Kind nur noch Schnappatmung, musst du sofort mit der Wiederbelebung beginnen.

 

So führst du die Wiederbelebung durch

Lege dein Kind auf eine feste Unterlage und öffne die Atemwege, also überstrecke den Kopf: Beginne anschließend mit fünf Beatmungen. Halte dabei die Nase des Kindes zu, umschließe den Mund deines Kindes mit deinem Mund und blase vorsichtig Luft ein, bis sich der Brustkorb sichtbar hebt.

Atmet dein Kind anschließend weiterhin nicht normal, beginne sofort mit der Herzdruckmassage. Drücke mit dem Handballen einer Hand – bei größeren Kindern gegebenenfalls mit beiden Händen – auf die Mitte des Brustkorbs auf der unteren Hälfte des Brustbeins. Der Brustkorb sollte dabei etwa ein Drittel seiner Tiefe eingedrückt werden, je nach Statur sind das meist 3-5 cm. Führe die Herzdruckmassage mit einer Frequenz von 100 bis 120 Kompressionen pro Minute durch. Das entspricht rund 2 Kompressionen pro Sekunde. Der Brustkorb muss nach jeder Kompression entlastet werden, um eine ausreichende Füllung des Herzens mit Blut zu gewährleisten.

Bist du allein, führst du zunächst etwa eine Minute Wiederbelebung durch und setzt anschließend den Notruf 112 ab, falls dies noch nicht geschehen ist. Danach setzt du die Wiederbelebung im Verhältnis 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen fort.
Sind geschulte Helfer vorhanden, wird ein Verhältnis von 15 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen empfohlen.

Führe die Wiederbelebung ohne Unterbrechung fort, bis der Rettungsdienst übernimmt oder dein Kind wieder normal atmet und Lebenszeichen zeigt.

 

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Wähle sofort den Notruf 112, wenn dein Kind:

  • nicht ansprechbar ist,
  • nicht normal atmet oder nur schnappt
  • blau oder grau verfärbt ist oder
  • einen Atem- oder Herz-Kreislauf-Stillstand hat.

 

Ist eine zweite Person anwesend, sollte sie den Notruf sofort absetzen, während du mit der Wiederbelebung beginnst.

 

Wann ist eine ärztliche Untersuchung notwendig?

Jedes lebensbedrohliche Ereignis und jede Wiederbelebung müssen im Krankenhaus weiter abgeklärt und überwacht werden.

Auch wenn dein Kind nach der Wiederbelebung wieder normal atmet und wach wirkt, muss es mit dem Rettungsdienst in eine Kinderklinik gebracht werden. Dort können mögliche Ursachen wie Fremdkörper in den Atemwegen, Infektionen, Herzrhythmusstörungen, Vergiftungen oder neurologische Erkrankungen erkannt und behandelt werden.

Mit deinem Wissen auf Notfallbegleiter.de kannst du im Ernstfall ruhig handeln und deinem Kind die bestmögliche Chance auf eine schnelle Erholung geben.

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